Berlin/Fulda. Als „wichtigen Zwischenerfolg der Mahner und Warner“ bewertet der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand die Verschiebung der gesetzlichen Novelle zur Strafbarkeit der Beihilfe zum Suizid. „Der von der Justizministerin vorgelegte Entwurf ist schlicht nicht tragbar, weil er zwar Geschäfte mit Selbstmord verbietet, aber zugleich Lücken für andere Hilfen beim Selbstmord zulässt“, sagte Brand. Es sei „zudem ein Fehler, eine solche Grundsatzfrage durch das Parlament peitschen zu wollen“.
Gerade bei Fragen über Leben und Tod müsse sich die „notwendige Zeit genommen werden, um die richtigen Antworten zu finden“. „Alles andere wäre im wahrsten Sinne des Wortes lebensgefährlich“, betonte Brand, der mit anderen Bundestagsabgeordneten offen Widerstand „gegen diese inakzeptable Lösung zulasten alter oder schwerkranker Menschen“ angemeldet hatte. „Wir können doch nicht Geschäfte mit Selbstmord verbieten und dabei Tür und Tor für andere Tötungswege öffnen“, kritisierte der Abgeordnete.
Am Dienstag hatte die Bundestagsfraktion von CDU/CSU weitere Beratungen verlangt. Damit wird die für Ende Januar erwartete Abstimmung über den Gesetzentwurf im Deutschen Bundestag nicht stattfinden.