Vogelsbergkreis. Über hundert Gäste besuchten zur Eröffnung der Ausstellung „Tertiär – das bunte, bewegte Zeitalter“ das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau. Im Goldsaal sind dort seit Sonntag, dem 18.11.2012 und noch bis zum 10.01.2013 verschiedenste Aspekte zu entdecken, die mit der erdgeschichtlichen Epoche des Tertiärs zusammenhängen. Diese Periode endete erst mit Beginn der Eiszeiten. Sie hinterließ verschiedene Rohstoffe, die zum Teil bereits in der Vor- und Frühgeschichte genutzt wurden, aber auch wahre Kunstwerke, die wie von unterschiedlichsten Künstlern und Handwerkern geschaffen wirken. Daneben finden sich auch Zeugnisse einer Lebewelt, die unserer schon ähnelte, aber von warmem Klima und Meereseinbrüchen geprägt war, bevor reger Vulkanismus einsetzte.
Landrat Manfred Görig begrüßt die Aktivitäten der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft, Exponate aus dem größten Vulkangebiet Mitteleuropas für die Schau aufzubereiten. Die Ausstellung in Hanau „am Rande des Vulkans“ sei mit dazu geeignet, das Ziel eines Nationalen Geoparks für die Vulkanregion Vogelsberg zu vermitteln und die Bedeutung der Geologie für den hiesigen Lebensraum herauszustellen.
Er dankte insbesondere den Ausstellungsmachern für die Bereitstellung der Ausstellungsstücke aus dem Vogelsberg, denn schließlich seien die weitesten Lavaströme des ehemaligen Vulkangebietes bis in Hanau – Steinheim, auf der anderen Seite des Mains, zu finden. Dies verdeutliche die Ausdehnung des geologischen Vogelsberger Vulkanismus.
Die Wetterauische Gesellschaft, die die Ausstellung gestaltet hat, konnte eine ganze Reihe von Leihgebern für ihre Idee gewinnen, das Tertiär in seiner ganzen Vielfalt darzustellen. Einen bedeutenden Anteil hat Lothar Keil vom Sandrosenmuseum Büdingen mit wunderbaren natürlichen Skulpturen aus verkieselten Sandsteinen, Farbsanden und Sandrosen dazu beigetragen. Beispielhaft erwähnt sei auch Wolfgang Ott von Arbeitskreis Paläo-Geo e.V., der eine große Zahl von Fossilien aus verschiedenen Formationen beisteuerte. Die Deutsche Vulkanologische Gesellschaft Sektion Vogelsberg beteiligte sich mit unterschiedlichen vulkanischen Fundstücken, wie Lava und Tuff und eindrucksvollen Bannern. Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie gestaltete verschiedene Poster und stellte unter anderem Stücke der Bad Salzhäuser Blätterkohle zur Verfügung. Viele weitere Leihgeber wären noch zu nennen.
Gewidmet ist die Ausstellung dem verstorbenen Ehrenmitglied Dr. Johannes Mehl, aus dessen Sammlung ebenfalls einige interessante Exponate ausgestellt sind. Konzipiert wurde die Ausstellung von Dr. Günter Seidenschwann, der beim Aufbau von Dr. Michael Barth und Kerstin Bär unterstützt wurde. Auch die Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Goldschmiedehauses trug wesentlich zu einem Gelingen der Ausstellung bei. So stellte Frau Dr. Christianne Weber-Stöber, die Leiterin des Goldschmiedehauses, bei der Eröffnung fest, dass auch ein solch ungewöhnliches Thema wie das Erdzeitalter des Tertiärs Aspekte bietet, die sich gut in das Programm des Goldschmiedehauses einfügen. In Grußworten der Stadtverordnetenvorsteherin Frau Beate Funk und des Vorsitzenden der Wetterauischen Gesellschaft, Dr. Wolfgang Heinemann kam auch zum Ausdruck, dass eine solche Ausstellung einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben in Hanau darstellt.
Im Zusammenhang mit der Ausstellung finden auch mehrere Vorträge statt. Der erste der Reihe wird am 03.12.2012 von Prof. Dr. Peter Prinz-Grimm gehalten und gibt einen Überblick über das Tertiär.
Der Begleitband zur Ausstellung mit einem Umfang von 243 Seiten umfasst Beiträge zu verschiedenen Zeitabschnitten und Aspekten des Tertiärs und ist im Goldschmiedehaus Hanau erhältlich. Bei Interesse können auch Führungen durch die Ausstellung gebucht werden.
Einen Besuch der Ausstellung mit Führung durch Dr. Günter Seidenschwann plant die DVG Sektion Vogelsberg am 08.12.2012 für 15.00 Uhr. Anmeldungen sind unter Tel.: 06046/7770 möglich. Es werden Fahrgemeinschaften gebildet.