Frankfurt. Der diesjährige Tag der Zahngesundheit am 25. September steht unter dem Motto “Gesund beginnt im Mund – mehr Genuss mit 65 plus”. Die vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie hat gezeigt, dass immer mehr ältere Menschen ihre Zähne erhalten können. Senioren in Deutschland haben nur noch durchschnittlich 14,1 fehlende Zähne. Zum Vergleich: 1997 fehlten ihnen durchschnittlich noch 17,6 Zähne. Mit dem Erhalt der eigenen Zähne steigt allerdings auch das Krankheitsrisiko, warnt die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen.
Ältere Menschen sind zunehmend von Wurzelkaries betroffen. Laut hessischem Gesundheitsbericht waren 51 Prozent aller 65- bis 74-Jährigen in Hessen schon einmal deswegen in Behandlung. “Ein Grund dafür ist, dass sich im Alter das Zahnfleisch zurückbildet, und der Zahnwurzelbereich freiliegt”, erklärt Dr. Ernst Sobotta, Zahnmediziner aus dem TK-Ärztezentrum. Auch zunehmende Mundtrockenheit spiele eine Rolle. “Der Speichelfluss spült die Zahnzwischenräume aus. Fehlt der Speichel, können Bakterien die Zähne leichter angreifen.” Dass der Mund mit zunehmendem Alter trockener werde, sei normal. Verstärkt werden könne dieser Effekt noch durch Medikamente. “Mit Mineralwasser und ungesüßtem Tee kann der fehlende Speichel ausgeglichen werden”, weiß Sobotta.
Die Deutsche Mundgesundheitsstudie hat auch gezeigt, dass Parodontitis bundesweit am stärksten unter Senioren verbreitet ist. Etwa 50 Prozent haben die Erkrankung an mindestens einem Zahn. Auslöser für eine Parodontitis ist aggressiver Zahnbelag. “Werden die Beläge nicht entfernt, arbeiten sich die Bakterien bis unter das Zahnfleisch vor und bilden dort Taschen” erklärt Sobotta. Die Gefahr dieser Bakterien sei nicht zu unterschätzen. “Über die Blutbahn können die Keime bis ins Herz gelangen.”
Karies und Parodontitis lassen sich durch eine intensive Zahnhygiene verhindern. Doch gerade im Alter – wenn Sehkraft und feinmotorische Fähigkeiten nachlassen – wird die tägliche Zahnpflege immer schwieriger. Die TK empfiehlt deshalb Zahnbürsten mit einem dickeren Griff, da sich diese leichter halten lassen. Auch elektrische Zahnbürsten können eine Erleichterung sein. Zahnseide gibt es inzwischen mit einer Haltevorrichtung, was die Handhabung deutlich vereinfacht.

