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Japanische Erdgas-Experten zu Gast bei GWV

Fulda. Nach der Fukushima-Katastrophe im Frühjahr 2011 hat in Japan ein energiepolitisches Umdenken begonnen. Um sich über den deutschen Erdgasmarkt zu informieren, besucht eine hochrangige japanische Delegation derzeit Deutschland. Bei der Gas- und Wasserversorgung Fulda (GWV) informierten sich Spitzenmanager der japanischen Erdgas- und Finanzwirtschaft über Erdgasbeschaffung, regionale Erdgasverteilung und das Biothan-Projekt in Kleinlüder.

Die Japanische Entwicklungsbank hatte die Studienreise für Spitzenmanager der Erdgaswirtschaft organisiert, da die Marktbedingungen in Deutschland in vielerlei Hinsicht mit denen in Japan vergleichbar sind. Hier wie dort gibt es über 100 Versorgungsunternehmen. Nach dem verheerenden Erdbeben und dem Reaktorunfall von Fukushima soll die bislang dominante Kernkraft in Japan künftig eine wesentlich geringere Rolle spielen. Gleichzeitig ist das Land auch bestrebt, seinen CO2-Ausstoß zu verringern, um Klimaschutzziele zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund will Japan in Zukunft verstärkt auf Erdgas setzen und zwar gleichermaßen bei der Strom- und Wärmeerzeugung. Um dies zu erreichen, muss in dem Inselstaat die Erdgas-Infrastruktur jedoch erheblich ausgebaut werden. Das bedarf umsichtiger und langfristiger Planung.

Auf ihrer aktuellen „Gas Utility Business Study Tour“ besucht die Gruppe aus 15 hochrangigen Repräsentanten der japanischen Erdgas- und Finanzwirtschaft (überwiegend Präsidenten und Geschäftsführer) sechs deutsche Unternehmen. Hierzu gehörte neben der Deutschen Bank und der Börse für Strom, Gas und Emissionsrechte in Leipzig (EEX) auch GWV. Der osthessische Energiedienstleister gilt in Fachkreisen als erfolgreiches regionales Unternehmen mit hoher Kundenbindung und zukunftsfähiger Ausrichtung.

Die japanischen Erdgas-Manager und Banker informierten sich zunächst in der GWV-Zentrale in der Rangstraße und fuhren dann gemeinsam mit GWV-Geschäftsführer Martin Heun und dem Bereichsleiter Technik Norbert Krimmel zur Bio-Erdgas-Anlage der Biothan GmbH bei Kleinlüder, die in wenigen Wochen die Produktion aufnehmen wird.

„Die japanischen Gäste zeigten sich sehr interessiert an unseren technischen Strukturen. Vor allem beim Ausbau des Erdgas-Verteilnetzes besteht in Japan verstärkt Handlungsbedarf“, sagt GWV-Geschäftsführer Heun im Rückblick auf den Besuch. „Viele weitere Fragen betrafen unsere Marktstrategie und Energiebeschaffung sowie den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Energieträgern. Die japanische Delegation zeigte sich sehr beeindruckt davon, was ein gar nicht so großes Unternehmen wie GWV alles bewegt.“ Abschließendes Highlight des Besuchs war eine Besichtigung der Biothan-Anlage auf dem Finkenberg in Kleinlüder. „Wie wir hier in großem Stil aus organischen Reststoffen in Kürze wertvolles regeneratives Erdgas erzeugt wird, fanden die japanischen Gäste ebenfalls höchst bemerkenswert“, .berichtet Martin Heun.

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