Fulda. Bei strahlendem Sonnenschein konnte der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen am Samstagvormittag die Eröffnung seiner neuen Geschäftsstelle feiern. Rund 50 Gäste folgten der Einladung zu Sekt, Brezeln und Kürbiskernkuchen. Damit wurden die neuen Räume in der Rabanusstraße 35, die nach den erfolgreichen Kommunalwahlen im vergangenen Jahr aus Platzgründen nötig geworden waren, schon wieder an ihre Grenzen gebracht.
Zur Begrüßung erklärte die Vorstandssprecherin Dagmar Zoth: „Wir haben uns in Fulda mit unserer Geschäftsstelle, aber allzu oft auch mit unserem Bekenntnis als Mitglied der Grünen lange versteckt.“ Die Lage der neuen Räume – gut sichtbar mitten in der Stadt – sei auch als Zeichen und Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins zu verstehen.
Ernst Sporer, Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion in der Stadt und Gründungsmitglied der Grünen in Fulda, zeigte den Weg auf, den die Grünen von ihren Anfängen bis in die Rabanusstraße hinter sich gelegt haben.
Nach der Gründung 1980 sei lange Zeit an eine eigene Geschäftsstelle gar nicht zu denken gewesen: „Wir waren froh, dass wir uns in einer Bierkneipe in der Frankfurter Straße in einem Nebenraum treffen durften.“ Später sei man mit der Geschäftsstelle dann oft umgezogen: Von der Frankfurter Straße in das legendäre Büro in der Ohmstraße, dann die Kronhofstraße bis zuletzt Hintern den Löhern. Zentraler Bezugspunkt für die Grünen Mitglieder sei in den vergangenen Jahren aber neben der Geschäftsstelle als Ort auch die bald scheidende Kreisgeschäftsführerin Alja Epp-Naliwaiko als Person vor Ort gewesen.
Von der Grünen Landtagsfraktion war Daniel Mack, Sprecher für Netzpolitik und Sport, nach Fulda gekommen, um die neuen Räume des Kreisverbandes zu loben. Die Glasfassade signalisiere Transparenz und Dialogbereitschaft. Der Kontakt zwischen Politik und Bürgern müsse intensiviert werden. Gerade vermeintlich Politikverdrossene müssten angesprochen und angehört werden. Kritische Worte äußerte Mack in Bezug auf die absoluten Mehrheiten der CDU im Kreis und der Stadt Fulda. „Absolute Mehrheiten – gleich welcher Couleur – machen mich betroffen, weil sie einfach kaum Raum für neue Ideen und Lösungsansätze lasse,“ erklärte Mack. „Ich wünsche dem Kreisverband Fulda viel Erfolg, das bald zu ändern!“
Auch Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Vereinigungen waren der Einladung der Grünen gefolgt.
Der Landesvorsitzende des ADFC Hessen, Volkmar Gerstein, gratulierte zu den neuen Räumlichkeiten und wünschte sich eine konstruktive Zusammenarbeit für eine nachhaltige Verkehrspolitik in Fulda. „Der Ausbau der Fahrradwege ist in Fulda leider immer noch ein Stückwert und zum Teil höchst unqualifiziert.“ Auch Klaus Schüller als Vertreter des DGB Fulda beglückwünschte den Kreisverband zu den neuen Räumen und dem mutigen Signal zu Transparenz. Möglichkeiten zu einer Zusammenarbeit zwischen der Gewerkschaft und den Grünen sähe er einige. Dem DGB läge natürlich besonders die vielen prekären Beschäftigungsverhältnisse in Fulda schwer auf dem Herzen.
Im Anschluss an Reden und Grußworte wurde Andreas Hoffmann als ehemaligem Vorstandsmitglied ein besonderer Dank ausgesprochen. Er hatte wesentlichen Anteil an der Findung und Anmietung der neuen Räume. Nach dem offiziellen Teil ergriffen die Besucher und Gäste die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen mit den Rednern, aber auch zur Kontaktaufnahme mit der neuen Geschäftsführerin des Kreisverbandes Maike Müntinga und der ehemaligen Grünen Fuldaer Landtagsabgeordneten Margaretha Holldobler-Heumüller.