{"id":99776,"date":"2012-06-26T00:20:53","date_gmt":"2012-06-26T00:20:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=99776"},"modified":"2012-06-25T17:23:47","modified_gmt":"2012-06-25T17:23:47","slug":"wisselsroder-kuppel-ist-seit-1938-als-naturdenkmal-im-landkreis-fulda-aktenkundig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=99776","title":{"rendered":"Wisselsr\u00f6der K\u00fcppel ist seit 1938 als Naturdenkmal im Landkreis Fulda aktenkundig"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/315-Wisselsr\u00f6der-K\u00fcppel3.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-99777\" title=\"315-Wisselsr\u00f6der K\u00fcppel3\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/315-Wisselsr\u00f6der-K\u00fcppel3-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" \/><\/a>K\u00fcnzell-Wisselsrod. Er ist ein \u201egeologisch bedeutsamer Basaltdurchbruch\u201c, sagt sein Steckbrief. Auch gelangte er durch den Franken Karlmann im zehnten Jahrhundert als Schenkung in den Besitz des Klosters Fulda und ist bereits seit 1938 Naturdenkmal: Die Rede ist vom Wisselsr\u00f6der K\u00fcppel, der seit den 20er Jahren im Archiv des Landratsamtes aktenkundig ist. Er thront wie ein kleiner Buckel \u00fcber dem Ort Wisselsrod, gew\u00e4hrt zur Zeit jungen Pferden eine nahrhafte Sommerfrische und ist ansonsten komplett umz\u00e4unt, wohl auch der Pferde wegen und sicherlich, um den Basaltbruch im Innern des K\u00fcppels zu sch\u00fctzen. <!--more--><\/p>\n<p>Schon 1928 beschied der Regierungspr\u00e4sident in Kassel dem hiesigen Landrat und dem Wisselsr\u00f6der B\u00fcrgermeister, den K\u00fcppel als \u201ehervorragendes Naturdenkmal\u201c unter Schutz stellen zu wollen, auf \u201e\u00e2\u20ac\u00a6 dass der jeweilige Besitzer sich jeder Besch\u00e4digung des K\u00fcppels durch Entnahme von Bodenbestandteilen zu enthalten hat\u201c. Es ist erstaunlich, dass schon damals \u2013 so g\u00e4nzlich ohne B\u00fcrgerbegehren \u2013 der Naturschutz von Amtswegen heraus betrieben wurde.<\/p>\n<p>Da der K\u00fcppel im Besitz der Gemeinde war, stand eine Besch\u00e4digung nicht zu bef\u00fcrchten. Oder doch? Der Basaltbruch, so schrieb der Landrat von Fulda in seiner Replik auf das Schreiben aus Kassel, diene der Gemeinde als Steinbruch und diese wolle sich das Recht auf Entnahme von Steinen \u201e\u00e2\u20ac\u00a6an einer bestimmten Stelle und in einer begrenzten Menge\u201c nicht nehmen lassen. Daher wurde dieser Passus in die \u201ePolizeiverordnung \u00fcber das Naturschutzgebiet Wisselsr\u00f6der K\u00fcppel\u201c aufgenommen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/315-Wisselsr\u00f6der-K\u00fcppel1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-99778\" title=\"315-Wisselsr\u00f6der K\u00fcppel1\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/315-Wisselsr\u00f6der-K\u00fcppel1-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" \/><\/a>1930 erfolgte dann eine Ortsbegehung durch das Landratsamt und Professor Vonderau, dessen Originalunterschrift unter dem noch vorhandenen Schriftst\u00fcck im Landratsamt Einverst\u00e4ndnis bescheinigt. Vonderau selbst hatte den s\u00fcdlichen Teil des K\u00fcppels zur Entnahme von Steinen bestimmt. An dieser Stelle ist heute noch vom unteren Weg aus der ehemalige Steinbruch zu erkennen. Allerdings erhielt der Landrat im Jahre 1934 Nachricht durch den Gendarmen-Wachtmeister Dettmar aus Dipperz, dass am Wisselsr\u00f6der K\u00fcppel in erheblichem Umfange Steine gebrochen worden seien, ohne dass eine Genehmigung dazu vorliege. Das Ganze kl\u00e4rte sich, und die Gemeinde erhielt 1935 die Erlaubnis, im Bruch Steine zum Bau zu entnehmen. Der Gendarmen-Wachtmeister regte sodann an, einen tiefen Graben so einzuziehen, dass der Steinbruch nicht mehr \u00f6ffentlich begehbar oder mit Fahrzeugen befahrbar sei.<\/p>\n<p>1963 machte sich der Rh\u00f6nklub Fulda stark f\u00fcr das Naturdenkmal, hatte man doch bei Wanderungen festgestellt, dass \u201e\u00e2\u20ac\u00a6etwa 10 cbm Kleinschlag abholbereit\u201c lagen, und in der Fuldaer Zeitung br\u00fcskierte sich der Klub sogar \u00fcber \u201eNatursch\u00e4nder\u201c. Ein erneuter \u201eSchicksalsschlag\u201c drohte dem K\u00fcppel 1982, als die Gemeinde Dipperz mit dem Gedanken spielte, den Steinbruch als Bauschuttdeponie aufzuf\u00fcllen und zu rekultivieren. Es l\u00e4sst sich aus den Akten nicht g\u00e4nzlich kl\u00e4ren, ob diese Bef\u00fcllung zur G\u00e4nze oder in Teilen stattfand. Die Wiederherstellung der urspr\u00fcnglichen Bergform unterblieb jedoch, denn 1993 wurde im alten Steinbruch anl\u00e4sslich der 900-Jahrfeier in Wisselsrod ein Theaterst\u00fcck aufgef\u00fchrt. Dem Zustimmungsbescheid ist zu entnehmen, dass der Ursprungszustand wiederherzustellen sei. Den Wisselsr\u00f6der K\u00fcppel schm\u00fcckt ein steinernes Kreuz, das einst v\u00f6llig verwahrlost auf einem Hof im Linsengrund stand. Die d\u00f6rfliche Gemeinschaft unter Leitung des ehemaligen Ortsvorsteher Alfred Seuring fand Ende der 80er Jahre \u2013 nach der gemeinschaftlich realisierten Restaurierung des christlichen Symbols \u2013 schlie\u00dflich am Fu\u00dfe des Naturdenkmals den passenden Platz f\u00fcr das Kreuz, das heute ein Wahrzeichen darstellt.<\/p>\n<p><strong>Info <\/strong><\/p>\n<p>In loser Reihefolge soll auf den \u201eKreisseiten\u201c eine Auswahl der knapp 230 Naturdenkmale vorgestellt werden, die es in der Region nach der Verordnung zum Schutz der Naturdenkmale im Landkreis Fulda vom 15.4. 1987 gibt. Gem\u00e4\u00df \u00c2\u00a7 28 Bundesnaturschutzgesetz sind Naturdenkmale Einzelsch\u00f6pfungen der Natur wie zum Beispiel gro\u00dfe Einzelb\u00e4ume, Alleen oder Felsgruppen, deren besonderer Schutz aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gr\u00fcnden oder wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Sch\u00f6nheit erforderlich ist\u201c. Die Beseitigung von Naturdenkmalen sowie alle Handlungen, die zu einer Zerst\u00f6rung, Besch\u00e4digung oder Ver\u00e4nderung f\u00fchren k\u00f6nnen, sind verboten. Naturdenkmale, die an einem verkehrsgef\u00e4hrdeten Standort stehen, werden einmal im Jahr auf ihre Stand- und Bruchgef\u00e4hrdung untersucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>K\u00fcnzell-Wisselsrod. Er ist ein \u201egeologisch bedeutsamer Basaltdurchbruch\u201c, sagt sein Steckbrief. Auch gelangte er durch den Franken Karlmann im zehnten Jahrhundert als Schenkung in den Besitz des Klosters Fulda und ist bereits seit 1938 Naturdenkmal: Die Rede ist vom Wisselsr\u00f6der K\u00fcppel, der seit den 20er Jahren im Archiv des Landratsamtes aktenkundig ist. 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