{"id":99577,"date":"2012-06-19T00:13:50","date_gmt":"2012-06-19T00:13:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=99577"},"modified":"2012-06-19T07:28:51","modified_gmt":"2012-06-19T07:28:51","slug":"abfallentsorgung-mit-hohen-sicherheitsstandards","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=99577","title":{"rendered":"Abfallentsorgung mit hohen Sicherheitsstandards"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/120619_deponie.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-99578\" title=\"120619_deponie\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/120619_deponie-265x210.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/120619_deponie-265x210.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/120619_deponie.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Kalbach\/Fulda. Mit der Abfuhr in der M\u00fclltonne verlassen die Abf\u00e4lle meist schnell und zuverl\u00e4ssig das Bewusstsein. Nur wenige besch\u00e4ftigen sich damit, welcher technische Aufwand zur Entsorgung des Hausm\u00fclls erforderlich ist.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Im Landkreis Fulda sind von 1982 bis 2005 j\u00e4hrlch zwischen 120.000 und 180.000 Tonnen Abf\u00e4lle angefallen, die auf der Kreisabfalldeponie in Kalbach entsorgt wurden. Dies entspricht rund 100 bis 150 Anlieferungen pro Tag bei einer Gesamtablagerungsmenge von rund drei Millionen Tonnen. Zum 1. Juni 2005 hat der Gesetzgeber die Ablagerung von Abf\u00e4llen bundesweit faktisch beendet, obwohl in Kalbach noch f\u00fcr viele Jahre genehmigte Entsorgungskapazit\u00e4ten vorhanden gewesen w\u00e4ren.<!--more--><\/p>\n<p>Die Kreisabfalldeponie Kalbach wurde in mehreren Abschnitten mit einer Gesamtablagerungsfl\u00e4che von 13 Hektar und einem Investitionsvolumen von rund 35 Millionen Euro ausgebaut und verursachte\u00c2\u00a0 j\u00e4hrliche Betriebskosten von rund acht bis zehn Millionen Euro. Zur umweltsicheren Entsorgung mussten hohe Sicherheitsstandards erf\u00fcllt und viele Kontrollsysteme bis heute vorgehalten werden.<\/p>\n<p>Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Schutz des Grundwassers. In den Deponiek\u00f6rper eindringendes Niederschlagswasser bildet mit wasserl\u00f6slichen Stoffen, die bei der Zersetzung der eingelagerten Abf\u00e4lle entstehen, eine Vielzahl chemischer Verbindungen. Ein spezielles Dichtungssystem im Deponieuntergrund aus mehreren Tondichtungsschichten und einer zwei bis drei Millimeter dicken Kunststoffdichtungsbahn verhindert ein Eindringen des verschmutzen Wassers in den Untergrund.<\/p>\n<p>Das \u201eSickerwasser\u201c wird \u00fcber einen Fl\u00e4chenfilter aus Schotter und Drainageleitungen aus dem Deponiek\u00f6rper abgeleitet. Derzeit fallen j\u00e4hrlich rund 35.000 bis 40.000 Kubikmeter Sickerwasser an, die in einer eigenen, speziell auf die Belastungen von Deponiesickerwasser ausgerichteten Behandlungsanlage gereinigt werden. Dort bauen empfindliche Bakterien unter erh\u00f6htem Betriebsdruck insbesondere Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen ab. Temperatur, pH-Wert, Sauerstoff- und Stickstoffgehalt m\u00fcssen kontinuierlich \u00fcberwacht und gegebenenfalls durch Zugabe von Hilfsstoffen eingestellt werden.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wird der von den Bakterien gebildete Schlamm durch spezielle Membranfilter vom gereinigten Wasser abgetrennt. Im Wasser verbliebene, durch biologische Behandlung nicht oder nur schwer aufzubrechende organische Verbindungen werden in Reaktoren der dritten Stufe von Aktivkohle mit stark ausgebildetem Porensystem physikalisch adsorbiert. Verbrauchte Aktivkohle wird durch eine spezielle Behandlung reaktiviert und erneut eingesetzt. Das so gereinigte Sickerwasser wird anschlie\u00dfend in die kommunale Kl\u00e4ranlage Neuhof abgeleitet und dort nochmals gereinigt.<\/p>\n<p>Allein die Unterhaltung des Ableitungssystems und die Reinigung des Sickerwassers kosten j\u00e4hrlich \u00fcber eine Millionen Euro. Da in den abgelagerten Abf\u00e4llen auch organische Stoffe enthalten sind, entsteht durch chemische und bakteriologische Abbauprozesse zudem \u201eDeponiegas\u201c. Es besteht zu 40 bis 50 Prozent aus Methan, zu 35 bis 40 Prozent aus Kohlendioxid, zu f\u00fcnf bis zehn Prozent aus Stickstoff sowie geringen Mengen anderer gasf\u00f6rmiger Bestandteile und ist brennbar.<\/p>\n<p>Es wird st\u00e4ndig \u00fcber ein mehr als vier Kilometer langes, weit verzweigtes Rohrleitungssystem aus der Deponie abgesaugt und in speziellen Motoren verbrannt. So kann elektrische Energie erzeugt werden, die in das Stromnetz eingespeist wird. Zus\u00e4tzlich wird \u00fcber W\u00e4rmetauscher noch W\u00e4rme f\u00fcr Heizzwecke gewonnen. Gas mit niedrigerem Methangehalt, der f\u00fcr den Betrieb der Motoren nicht ausreicht, wird in einer Hochtemperaturfackel verbrannt.<\/p>\n<p>Aus einer Gewichtstonne M\u00fclle k\u00f6nnen in zehn bis 15 Jahren 150 bis 200 Kubikmeter Deponiegas entstehen. Die Gasmenge ist abh\u00e4ngig vom Betriebszustand der Deponie. Am meisten Gas entsteht w\u00e4hrend der Ablagerungsphase. Nach Schlie\u00dfung der Deponie nimmt es \u00fcber einen langen Zeitraum allm\u00e4hlich wieder ab.<\/p>\n<p>Man geht davon aus, dass eine Abfalldeponie nach Beendigung des Ablagerungsbetriebs noch viele Jahrzehnte der Nachsorge bedarf. Die Deponiefl\u00e4che muss zun\u00e4chst durch \u201etempor\u00e4re Abdeckungen\u201c vor dem Eindringen von Niederschl\u00e4gen gesch\u00fctzt werden. Endg\u00fcltig kann die Oberfl\u00e4che wegen der Setzungen im Deponiek\u00f6rper erst zehn bis f\u00fcnfzehn Jahre sp\u00e4ter abgedichtet werden. Danach wird allm\u00e4hlich weniger Sickerwasser anfallen und die entstehende Deponiegasmenge zur\u00fcckgehen. F\u00fcr die ersten beiden Abschnitte der Abfalldeponie Kalbach, die bis 1998 betrieben wurden, ist derzeit die Abdichtung der Oberfl\u00e4che geplant. Wie im Untergrund soll auch hier ein mehrstufiges Dichtungssystem verwendet werden.<\/p>\n<p>Die Nachsorge und Sicherung der Kreisabfalldeponie wird in den n\u00e4chsten Jahrzehnten voraussichtlich Kosten von rund 35 bis 40 Millionen Euro verursachen, die der Landkreis Fulda bereits angespart und hierf\u00fcr zur\u00fcckgestellt hat. Die Entsorgung der im Landkreis anfallenden Abf\u00e4lle seit Juni 2005 werden in den Kreisseiten am kommenden Sonntag vorgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Kalbach\/Fulda. Mit der Abfuhr in der M\u00fclltonne verlassen die Abf\u00e4lle meist schnell und zuverl\u00e4ssig das Bewusstsein. Nur wenige besch\u00e4ftigen sich damit, welcher technische Aufwand zur Entsorgung des Hausm\u00fclls erforderlich ist. Im Landkreis Fulda sind von 1982 bis 2005 j\u00e4hrlch zwischen 120.000 und 180.000 Tonnen Abf\u00e4lle angefallen, die auf der Kreisabfalldeponie in Kalbach entsorgt wurden. 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