{"id":99257,"date":"2012-06-10T00:13:49","date_gmt":"2012-06-10T00:13:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=99257"},"modified":"2012-06-09T11:04:16","modified_gmt":"2012-06-09T11:04:16","slug":"frauen-mit-behinderungen-haufig-opfer-sexueller-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=99257","title":{"rendered":"Frauen mit Behinderungen h\u00e4ufig Opfer sexueller Gewalt"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden. Frauen mit Behinderungen haben ein besonders hohes Risiko, Opfer sexueller Gewalt zu werden. Petra M\u00fcller-Klepper, Staatssekret\u00e4rin im Hessischen Sozialministerium, fordert deshalb einen besseren Schutz. Hessen hat das Thema mit einem Antrag, der Ma\u00dfnahmenvorschl\u00e4ge beinhaltet, auf die Tagesordnung der Frauenministerkonferenz gesetzt, die n\u00e4chste Woche in N\u00fcrnberg stattfinden wird. \u201eJede zweite bis dritte Frau mit Behinderungen ist im Lebensverlauf von sexueller Gewalt betroffen. Dieses Ergebnis einer aktuellen Studie des Bundesfamilienministeriums \u00fcber die Lebenssituation und die Belastungen von M\u00e4dchen und Frauen mit Behinderungen ist erschreckend. Behinderte M\u00e4dchen und Frauen erfahren sowohl in ihrer Kindheit und Jugend als auch in ihrem Erwachsenenleben erheblich \u00f6fter Gewalt als andere Frauen\u201c, begr\u00fcndet die Staatssekret\u00e4rin die hessische Initiative. <!--more--><br \/>\nIn Behinderteneinrichtungen sollten Pr\u00e4ventionskonzepte gegen sexuelle Gewalt entwickelt und umgesetzt werden, fordert Petra M\u00fcller-Klepper. Es gelte Vorkehrungen zu treffen, damit der Schutz der Privat- und Intimsph\u00e4re gew\u00e4hrt werde. Das Personal solle f\u00fcr die Belange der dort lebenden M\u00e4dchen und Frauen sensibilisiert und entsprechend fortgebildet werden. Wichtig sei es, dass zuk\u00fcnftig jede Frau mit einer Behinderung oder mit einer Beeintr\u00e4chtigung Zugang zu Selbstbehauptungs- und Selbstst\u00e4rkungskursen erhalte und in Schulen, insbesondere in F\u00f6rderschulen und Behindertenschulen, durchg\u00e4ngig sexualp\u00e4dagogische Konzepte angewandt w\u00fcrden. \u201eJedes M\u00e4dchen und jede Frau, egal ob mit oder ohne Behinderungen, muss wissen, wohin sie sich im Falle eines sexuellen \u00dcbergriffs wenden kann.\u201c Nicht zuletzt m\u00fcsse der barrierefreie Zugang zu Beratungs- und Unterst\u00fctzungsangeboten f\u00fcr Frauen und M\u00e4dchen mit Behinderung, z.B. bei Jugend\u00e4mtern, Arztpraxen und Sozialberatungsstellen, sichergestellt werden.<\/p>\n<p>Von sexueller Gewalt im Erwachsenenleben waren die in der Studie befragten Frauen etwa zwei- bis dreimal h\u00e4ufiger betroffen als der weibliche Bev\u00f6lkerungsdurchschnitt. \u201eIn Behinderteneinrichtungen stellen Frauen mit Behinderungen mit einem Anteil von 56% die mit Abstand am st\u00e4rksten belastete Risikogruppe dar\u201c, so Petra M\u00fcller-Klepper. Das Spektrum reiche hier von sozialer Ausgrenzung, Verletzung der Intimsph\u00e4re\u00c2\u00a0 bis hin zu sexuellem Missbrauch durch Erwachsene.<\/p>\n<p>Hessen befasst sich bereits seit 2010 intensiv mit der Thematik der sexuellen Gewaltpr\u00e4vention in Behinderteneinrichtungen. Der dringende Handlungsbedarf werde durch die Studie eindrucksvoll belegt, hob die Staatssekret\u00e4rin hervor. In Kooperation mit der Fachhochschule Frankfurt am Main, Fachbereich Soziale Arbeit, dem Hessischen Netzwerk behinderter Frauen und dem Hessischen Sozialministerium entstehen Mustertexte f\u00fcr eine Dienstvereinbarung sowie Handlungsempfehlungen zur sexuellen Gewaltpr\u00e4vention, die nach einer Erprobungsphase in einer gro\u00dfen Behinderteneinrichtung ab 2014 allen vergleichbaren Institutionen in Hessen zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. 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