{"id":99225,"date":"2012-06-10T00:16:18","date_gmt":"2012-06-10T00:16:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=99225"},"modified":"2012-06-08T19:22:43","modified_gmt":"2012-06-08T19:22:43","slug":"vor-dreisig-jahren-nahm-die-kreisabfalldeponie-in-kalbach-ihren-betrieb-auf-durch-fruhe-masnahmen-war-mullnotstand-nie-ein-thema","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=99225","title":{"rendered":"Vor drei\u00dfig Jahren nahm die Kreisabfalldeponie in Kalbach ihren Betrieb auf &#8211; Durch fr\u00fche Ma\u00dfnahmen war \u201eM\u00fcllnotstand\u201c nie ein Thema"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/278-Kalbacher-Urgesteine.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-99226\" title=\"278-Kalbacher-Urgesteine\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/278-Kalbacher-Urgesteine-265x398.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/278-Kalbacher-Urgesteine-265x398.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/278-Kalbacher-Urgesteine-176x265.jpg 176w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/278-Kalbacher-Urgesteine.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda\/Kalbach. Wenn sich in den zur\u00fcckliegenden Jahrzehnten Kommunalpolitiker bundesweit mit der Notwendigkeit einer geordneten Abfallbeseitigung besch\u00e4ftigt haben, waren viele mit dem Begriff \u201eM\u00fcllnotstand\u201c konfrontiert. Es fehlte an M\u00fcllverbrennungsanlagen und sicheren Deponien. Neue Anlagen stie\u00dfen zum Teil auf erbitterten Widerstand in der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Die Verantwortlichen im Landkreis Fulda mussten sich mit einem solchen Krisenmanagement nicht auseinandersetzen. Denn im Jahr 1982 wurde die Kreisabfalldeponie Kalbach in Betrieb genommen, die nach dem damaligen Stand der Technik f\u00fcr die Ablagerung der Siedlungs- und Gewerbeabf\u00e4lle aus dem Kreisgebiet errichtet worden war.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong> Max Colin Heydenreich <!--more-->Bis 1971 gab es weder bundes- noch landesgesetzliche Regelungen, die die Kommunen verpflichtet h\u00e4tten, eine \u00f6ffentliche M\u00fcllabfuhr einzuf\u00fchren. Gro\u00dfe St\u00e4dte und auch manche Gemeinden regelten in eigener Verantwortlichkeit die Abfuhr des M\u00fclls; im l\u00e4ndlichen Bereich und so auch in vielen Ortschaften des Landkreises gab es M\u00fcllkippen, zu denen B\u00fcrger ihre Abf\u00e4lle brachten. 278 solcher Pl\u00e4tze existierten damals im Kreisgebiet. Sie sorgten oft f\u00fcr \u00c4rgernis, da sich dort Ungeziefer ansiedelte und die Anlieferer ihren M\u00fcll meist anz\u00fcndeten, was zum Teil zu \u00fcblen Geruchsbel\u00e4stigungen f\u00fchrte. Ein zentrales Problem stellte auch die Grundwassergef\u00e4hrdung dar, weil diese Pl\u00e4tze im Untergrund nicht abgedichtet waren.<\/p>\n<p>Mit dem Abfallbeseitigungsgesetz von 1971 wurden die Landkreise verpflichtet, geeignete Deponien einzurichten, um insbesondere dem Grundwasserschutz Rechnung zu tragen. Die Einsammlung der Abf\u00e4lle, die sich seinerzeit auf die Restm\u00fclltonne beschr\u00e4nkte (Wertstoffe wurden noch nicht getrennt erfasst), oblag den St\u00e4dten und Gemeinden. Der Landkreis Fulda nutzte zun\u00e4chst eine bereits bestehende Ablagerungsstelle in der Gemarkung Steinau bei Petersberg. Gleichzeitig wurden die gemeindlichen M\u00fcllkippen geschlossen; lediglich die Stadt Fulda hatte bis Mitte der 70er Jahre ihre eigene Deponie in L\u00f6schenrod. Auf Grund der gro\u00dfen Abfallmengen waren die Kapazit\u00e4ten in Steinau aber schon nach knapp zehn Jahren ersch\u00f6pft. Ein neuer Standort f\u00fcr eine zentrale Deponie musste gefunden werden.<\/p>\n<p>Es ist der Verdienst des fr\u00fcheren Ersten Kreisbeigeordneten Karl Staubach und seines Abteilungsleiters Willy Kiefer, dass mit Unterst\u00fctzung des damaligen Landtagsabgeordneten Hans Nolte, der sich seinerzeit schon sehr eingehend mit Umweltfragen besch\u00e4ftigte, im Basaltsteinbruch in Mittelkalbach ein neuer Standort gefunden werden konnte. Bei den Eigent\u00fcmern des Steinbruchbetriebs Wendelin und Eberhard Schrimpf sowie Betriebsleiter Alfred Gesang fand man engagierte Partner. Nicht zuletzt hat auch die Gemeinde Kalbach unter Federf\u00fchrung des fr\u00fcheren B\u00fcrgermeisters Karl-Heinz Kaib mit dazu beigetragen, dass nach verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurzer Planungs- und Bauphase die Deponie am 18. August 1982 ihren Betrieb aufnahm.<\/p>\n<p>Die steigenden M\u00fcllmengen und der weitere Basaltabbau machten es aber erforderlich, dass im Landratsamt bereits 1989 \u00fcber eine Erweiterungsplanung nachgedacht werden musste. Die damalige Zeit war gepr\u00e4gt von einem gesch\u00e4rften Umweltbewusstsein, und so formierte sich auch in der Region Kalbach und bei der Standortgemeinde Widerstand gegen eine Erweiterung der Deponie. Der damalige Erste Kreisbeigeordnete und heutige Oberb\u00fcrgermeister von Fulda, Gerhard M\u00f6ller, suchte zusammen mit Vertretern der Gemeinde Kalbach nach L\u00f6sungen, die die Interessen der B\u00fcrgerschaft und der Kommune im Hinblick auf umweltrelevante Beeintr\u00e4chtigungen ber\u00fccksichtigten, ohne die Entsorgungssicherheit im Landkreis Fulda zu gef\u00e4hrden. Fulda sollte nicht zu den Regionen geh\u00f6ren, die den \u201eM\u00fcllnotstand\u201c ausrufen mussten.<\/p>\n<p>In einem offenen Planungsprozess wurden die Gemeinde und die B\u00fcrgerinitiative, die sich zwischenzeitlich gebildet hatte, in alle Planungsschritte eingebunden. Diese Phase war nicht immer konfliktfrei und erforderte einen hohen Zeitaufwand. Am 1. Oktober 1996 konnte der Planfeststellungsbeschluss f\u00fcr die Erweiterungsplanung erteilt werden, und Landkreis, Gemeinde und B\u00fcrgerinitiative erkl\u00e4rten gemeinsam einen Klageverzicht.<\/p>\n<p>Auf der rund zehn Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che des Nordabschnitts, die seit 1982 genutzt wurde, und auf einer rund drei Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che im Erweiterungsbereich lagern heute drei Millionen Tonnen Abfall, die der Nachsorge bed\u00fcrfen, das hei\u00dft das anfallende Sickerwasser wird gereinigt und das Deponiegas schadlos verwertet.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Einschnitt in die Geschichte der Deponie war das Jahr 2005, als zum 1. Juni die Anforderungen an die Ablagerung von Abf\u00e4llen so erh\u00f6ht wurden, dass eine Deponierung des Gewerbem\u00fclls und der Siedlungsabf\u00e4lle faktisch nicht mehr m\u00f6glich ist. Abf\u00e4lle bed\u00fcrfen seit diesem Zeitpunkt einer thermischen Verwertung (Verbrennung mit Energiegewinnung). Dass damit der Deponiestandort Kalbach nicht \u00fcberfl\u00fcssig wurde, sondern nach wie vor die wichtigste Entsorgungseinrichtung des Kreises darstellt, wird auf den \u201eKreisseiten\u201c am kommenden Sonntag behandelt.<\/p>\n<p><strong>Info<\/strong><\/p>\n<p>Aus Anlass des 30-j\u00e4hrigen Bestehens der Kreisabfalldeponie in Kalbach findet am Sonntag, 24. Juni, von 11 Uhr bis 18 Uhr ein Tag der Offenen T\u00fcr mit einem umfangreichen Informationsangebot zur Abfallwirtschaft und einem kurzweiligen Unterhaltungsprogramm statt.<\/p>\n<p>Foto: Von Anfang an dabei: Deponiemitarbeiter Adalbert M\u00f6ller (links) und Herbert Post (rechts), von 1991 bis 2010 Abteilungsleiter Abfallwirtschaft beim Landkreis<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda\/Kalbach. 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