{"id":99146,"date":"2012-06-08T00:20:19","date_gmt":"2012-06-08T00:20:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=99146"},"modified":"2012-06-07T18:06:04","modified_gmt":"2012-06-07T18:06:04","slug":"pionierarbeit-in-der-neurochirurgie-am-klinikum-fulda-taubes-madchen-aus-der-ukraine-erfolgreich-operiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=99146","title":{"rendered":"Pionierarbeit in der Neurochirurgie am Klinikum Fulda: Taubes M\u00e4dchen aus der Ukraine erfolgreich operiert"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Prof.-Behr_Kind-aus-Ukraine.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-99147\" title=\"Prof.-Behr_Kind-aus-Ukraine\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Prof.-Behr_Kind-aus-Ukraine-265x197.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Prof.-Behr_Kind-aus-Ukraine-265x197.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Prof.-Behr_Kind-aus-Ukraine.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda. Das kleine M\u00e4dchen Uliana aus der Ukraine kam taub zur Welt. Als Ursache wurde von \u00c4rzten in Warschau die fehlende Innenohrentwicklung diagnostiziert. Eine normale H\u00f6rger\u00e4teversorgung kann hier nicht helfen, aber auch eine elektronische H\u00f6rhilfe (Cochleaimplantat) war in dieser Situation nicht m\u00f6glich. Prof. Dr. Robert Behr, Direktor der Klinik f\u00fcr Neurochirurgie am Klinikum Fulda und international renommierter Experte f\u00fcr die Anwendung von Stammhirnimplantaten, konnte das dreieinhalbj\u00e4hrige M\u00e4dchen erfolgreich operieren. Prof. Behr ist weltweit als Experte f\u00fcr diese Form der H\u00f6rsch\u00e4digung bekannt. Er hielt erst k\u00fcrzlich die Hauptrede beim Weltkongress der Versorgung von H\u00f6rsch\u00e4den in Baltimore USA.<!--more--><\/p>\n<p><strong><\/strong>Die Sprache ist das wesentliche Kommunikationsmittel des Menschen. In der Entwicklung des Kindes ist das erste gesprochene Wort, der erste kleine Satz eines der erfreulichsten Ereignisse f\u00fcr die ganze Familie. Umso erschreckender ist es, wenn die Eltern erfahren m\u00fcssen, dass ihr Kind taub zur Welt gekommen ist und wahrscheinlich niemals h\u00f6ren wird und somit keine Sprache erlernen kann. Alle Hoffnungen, die man sich als Eltern f\u00fcr den Lebensweg des Kindes macht, werden damit zunichte gemacht. Nicht umsonst hei\u00dft das gefl\u00fcgelte Wort \u201eSehen verbindet mit den Dingen, aber H\u00f6ren verbindet mit den Menschen\u201c.<\/p>\n<p>Angeborene Taubheit kann vielf\u00e4ltige Ursachen haben. In vielen L\u00e4ndern, auch in Deutschland, gibt es ein sogenanntes H\u00f6rscreening, d.h. ein Fr\u00fcherkennungsuntersuchung auf H\u00f6rst\u00f6rungen f\u00fcr Neugeborene, so dass m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig erfasst wird, ob eine H\u00f6rsch\u00e4digung bei dem S\u00e4ugling vorliegt. Ist dies nachgewiesen, muss eine Ursachenforschung einsetzen. In vielen F\u00e4llen liegt eine Fehlbildung des Mittel- und\/oder Innenohres vor, die mittlerweile durch elektronische H\u00f6rhilfen wie z.B. dem Cochleaimplantat gut behandelt werden k\u00f6nnen. Kinder, die damit behandelt werden, haben eine sehr gute Chance, das H\u00f6ren und Sprechen zu erlernen und damit eine normale Ausbildung \u00fcber den Regelschulzweig zu erreichen. In einigen F\u00e4llen ist die Fehlbildung aber erheblich schwerwiegender und komplizierter, so dass das Innenohr nicht angelegt ist oder auch die H\u00f6rnerven fehlen. Bis vor wenigen Jahren gab es f\u00fcr diese Kinder keine Chance einer H\u00f6rrehabilitation, so dass sie oft auf das Erlernen der Geb\u00e4rdensprache angewiesen waren und zeitlebens taubstumm blieben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Prof.-Behr_Kind-aus-Ukraine_-2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-99148\" title=\"Prof.-Behr_Kind-aus-Ukraine_-2\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Prof.-Behr_Kind-aus-Ukraine_-2-265x197.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Prof.-Behr_Kind-aus-Ukraine_-2-265x197.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Prof.-Behr_Kind-aus-Ukraine_-2.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Dieses Schicksal wird der kleinen Dreieinhalb-j\u00e4hrigen Uliana erspart bleiben. \u201eDie H\u00f6rrehabilitation bei fehlendem Innenohr und fehlendem H\u00f6rnerven stellt eine besondere Herausforderung dar, weil die elektrischen Impulse, die das H\u00f6ren wieder erm\u00f6glichen sollen, direkt an den H\u00f6rnervenkern im Hirnstamm geleitet werden m\u00fcssen und eine \u00e4u\u00dferst schwierige neurochirurgische Operation erfordern\u201c, erl\u00e4utert Prof. Behr. Bei Erwachsenen, die nach dem H\u00f6r- und Spracherwerb ertauben, oft durch Tumoren, wie bei der Recklinghausen Erkrankung Neurofibromatose Typ II, hat man bereits gute Ergebnisse und Erfahrungen mit dieser Methode, dem auditorischen Hirnstammimplantat, machen k\u00f6nnen. Bei Kindern, die taub geboren wurden, ist die Situation ungleich schwieriger: zum einen operativ wegen der kleinen anatomischen Verh\u00e4ltnisse, zum anderen auch weil die Kinder im Anpassungsprozess nach der Operation nicht sagen k\u00f6nnen wie und was sie h\u00f6ren, weil sie diese Eindr\u00fccke zuvor nie erlebt hatten und somit auch noch nicht mitteilen k\u00f6nnen. Dennoch gelingt es mit diesem Verfahren bei einigen Kindern, ein H\u00f6rverm\u00f6gen zu erzielen, so dass diese auch Umgebungsger\u00e4usche wahrnehmen und Sprache entwickeln.<\/p>\n<p>Prof. Behr hat in den vergangenen Jahren weltweit bereits 16 derartige Operationen komplikationslos und mit sehr gutem Erfolg durchgef\u00fchrt. Uliana ist das erste Kind mit einer derartigen isolierten H\u00f6rst\u00f6rung, das in Deutschland mit diesem Verfahren versorgt wurde. Die gut sechsst\u00fcndige Operation erfolgte Anfang Mai 2012, das M\u00e4dchen hat sich problemlos und schnell erholt und konnte zusammen mit den \u00fcbergl\u00fccklichen Eltern bereits wieder in ihre Heimat in die Ukraine zur\u00fcckfahren. Die Erstaktivierung des Implantates bei Uliana ist f\u00fcr Juni 2012 geplant und man wird in den n\u00e4chsten Monaten und 3-4 Jahren sehen, was die kleine Uliana mit den neuen elektronischen H\u00f6rsignalen erreichen kann. Ein im vergangenen Jahr in Leiden (Niederlande) durch Prof. Behr operiertes Kind hat gerade sein erstes Wort zur gro\u00dfen Freude der Eltern und aller Beteiligten gesprochen. Es bleibt zu hoffen, dass Uliana auch einen guten H\u00f6rerfolg haben wird, aufgeweckt und intelligent daf\u00fcr w\u00e4re sie allemal. \u201eWir freuen uns, hier in Fulda dieses Angebot machen zu k\u00f6nnen und sind stolz, \u00c4rzte wie Prof. Behr in unserem Krankenhaus zu haben, die international renommiert sind\u201c, so Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Vorstand Krankenversorgung.<\/p>\n<p><strong><em>Foto: Die kleine Uliana mit ihren Eltern und Prof. Dr. Robert Behr \/\u00c2\u00a0 Fotonachweis: Klinikum Fulda<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Das kleine M\u00e4dchen Uliana aus der Ukraine kam taub zur Welt. Als Ursache wurde von \u00c4rzten in Warschau die fehlende Innenohrentwicklung diagnostiziert. Eine normale H\u00f6rger\u00e4teversorgung kann hier nicht helfen, aber auch eine elektronische H\u00f6rhilfe (Cochleaimplantat) war in dieser Situation nicht m\u00f6glich. 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