{"id":98771,"date":"2012-05-30T00:09:23","date_gmt":"2012-05-30T00:09:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=98771"},"modified":"2012-05-29T20:19:35","modified_gmt":"2012-05-29T20:19:35","slug":"nachhaltige-entwicklung-als-perspektivenwechsel-cornelia-rottger-aus-gersfeld-kummert-sich-in-kenia-um-unternehmernachwuchs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=98771","title":{"rendered":"Nachhaltige Entwicklung als Perspektivenwechsel &#8211; Cornelia R\u00f6ttger aus Gersfeld k\u00fcmmert sich in Kenia um Unternehmernachwuchs"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Cornelia-Ro\u00cc\u02c6ttger-Nairobi.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-98772\" title=\"Cornelia-Ro\u00cc\u02c6ttger-Nairobi\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Cornelia-Ro\u00cc\u02c6ttger-Nairobi.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"414\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kenia\/Gersfeld. Als Cornelia R\u00f6ttger vor f\u00fcnf Jahren in Ostafrika ankam, konnte sie schon auf eine bemerkenswerte berufliche Bilanz im Ausland zur\u00fcckblicken. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin f\u00fcr Unilever in mehreren L\u00e4ndern, darunter China und in Osteuropa, war wohl eine wichtige Referenz. Direkt nach dem Abitur hatte sie in Fulda den Weg zu Procter &amp; Gamble in Frankfurt gefunden, war dort f\u00fcnf Jahre in der Marktforschung.<!--more--><\/p>\n<p>Mit Fragen der nach ihrer Heimat hat die Frau von Welt keine Probleme. \u201eIch habe einen Bayern geheiratet\u201c, sagt sie. Das bedeutete auch in ihren jungen Jahren rund 450 Kilometer Distanz von zu Hause in der Rh\u00f6n. Auch mit Beginn ihrer internationalen Karriere ist sie zweimal oder manchmal auch dreimal pro Jahr zu Hause und die Familie nimmt Anteil an ihrem Lebensweg. Das reicht von regelm\u00e4\u00dfiger Kommunikation bis zu Besuchen vor Ort. In der Rh\u00f6n hat sie auch noch ihre \u00e4lteste Freundin. Wenn die zwei sich treffen, gehen sie wandern oder auch mal tanzen und immer bleibt viel Nachholbedarf beim Erz\u00e4hlen, was im jeweiligen Leben passiert. Allerdings, r\u00e4umt die Managerin ein, seien es immer nur wenige Tage oder mal ein oder zwei Wochen. \u201eManchmal ist das etwas stressig, weil mich jeder mal haben will\u201c, sagt sie. Vor allem f\u00fcr ihren alten Papa, der in Gersfeld in der Rh\u00f6n lebt. \u201eWir sind eine sehr bodenst\u00e4ndige Familie\u201c, so Cornelia R\u00f6ttger.<\/p>\n<p>Trotzdem ist in Kenia nun alles etwas anders, auch im Bezug auf ihren bisherigen Berufsweg. Nicht mehr der Verkauf von Verbrauchsg\u00fctern wie Nahrungsmittel, Kosmetika und Textilpflege\u00c2\u00a0 einer Weltfirma ist ihr Tagesgesch\u00e4ft, sondern nachhaltige Entwicklungshilfe. Sie leitet ein Konsortium aus Vertretern der Regierung und unterschiedlichen Investoren. Mit dabei auch das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und als wichtigste Beteiligte \u00fcber 20 kenianische Firmen. Ziel der Partnerschaft mit dem Namen \u201eBusiness Alliance for Economic Empowerment\u201c ist, dass sich junge Bauern und andere Leute mit Gesch\u00e4ftsideen am Markt durchsetzen. Konkret bedeutet das vor allem die Unabh\u00e4ngigkeit von Geldgebern. Cornalia R\u00f6ttger k\u00fcmmert sich als versierte Gesch\u00e4ftsfrau dabei um die Entwicklung eines ganzen F\u00e4cherkanons: F\u00fchrungsf\u00e4higkeit, Gesch\u00e4ftsleitung, Rechnungswesen, Buchf\u00fchrung, Finanzierung, Bankwesen. Bei ersten Gewinnen sei in Kenia auch wichtig, dass diese ordentlich aufgeteilt werden. Zwischen der Erledigung von Grundbed\u00fcrfnissen, etwa f\u00fcr die Versorgung der Kinder, und f\u00fcr das Sparen, um weiter zu investieren. Ziel ist, dass die neuen Unternehmer selbst\u00e4ndig werden und das Konsortium nicht mehr brauchen.<\/p>\n<p>Die Klientel von Cornalia R\u00f6ttger sind dabei vor allem junge Leute im Alter von 18 bis 35. Diese Gruppe macht in Kenia einen Bev\u00f6lkerungsanteil von rund 35 Prozent aus. Von den 700.000 Schul- oder Universit\u00e4tsabg\u00e4ngern, kann in dem ostafrikanischen Land nur ein Drittel einen Platz im bestehenden Arbeitsmarkt finden. Das sei ein ganz gro\u00dfes Problem, womit 60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit verbunden ist, sagt Cornelia R\u00f6ttger. Kenia habe im Unterschied zu Deutschland keinen strukturierten Mittelstand, der Wohlstand und Arbeitspl\u00e4tze generieren k\u00f6nnte. \u201eWir versuchen diejenigen zu finden, die f\u00e4hig und motiviert sind f\u00fcr den Weg in ein selbst\u00e4ndiges Gesch\u00e4ft. Manche sprechen uns auch an\u201c, sagt sie.\u00c2\u00a0 Deutsche und internationale Firmen leisten dabei einen hohen Beitrag, weil sie die jungen Leute trainieren und ihnen Angebote machen, zu denen sonst kein Zugang besteht.<\/p>\n<p>F\u00fcr junge Bauern hat Cornelia R\u00f6ttger k\u00fcrzlich den Kontakt zu Saatgut- und D\u00fcngemittelfirmen hergestellt. Es gibt auch Unternehmen, die Bew\u00e4sserungstechnologien f\u00fcr kleinere Firmen anbieten. Dabei kommen Anwendungstechniker zur Einf\u00fchrung neuer Technologien mit in die l\u00e4ndlichen Gebiete Kenias und wird ausgebildet. Mit dabei nat\u00fcrlich auch ihre alte Firma Unilever, denn die hat viel Erfahrung in Sachen Logistik und Schulung von Vertriebsleuten, Sortiments- und Bedarfsplanung sowie Marktanalyse. Auch soziale Verantwortung werde gro\u00df geschrieben, so Cornelia R\u00f6ttger, die als Beispiel daf\u00fcr eine Firma nennt, die 200 Bew\u00e4sserungsanlagen zur H\u00e4lfte des Preises bereit stellte. Das erleichtere den Bauern die R\u00fcckzahlung des daf\u00fcr notwendigen Darlehns und sei ein Beispiel f\u00fcr gegenseitigen Vorteil. Die Firmen lernten mehr \u00fcber den Markt auch in entlegenen Gebieten. Gleichzeitig gebe es dort interessante afrikanische Gesch\u00e4ftsmodelle, die manchmal auch nach \u00f6konomischen Gesichtspunkten modern restrukturiert werden. Das wiederum soll die Kenianer in die Lage versetzen, f\u00fcr sie n\u00fctzliche Produkte der Unternehmen zu kaufen. Die k\u00f6nnen auch durchaus aus Deutschland sein. (Andreas Herrmann)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Kenia\/Gersfeld. Als Cornelia R\u00f6ttger vor f\u00fcnf Jahren in Ostafrika ankam, konnte sie schon auf eine bemerkenswerte berufliche Bilanz im Ausland zur\u00fcckblicken. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin f\u00fcr Unilever in mehreren L\u00e4ndern, darunter China und in Osteuropa, war wohl eine wichtige Referenz. 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