{"id":97738,"date":"2012-04-30T00:12:01","date_gmt":"2012-04-30T00:12:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=97738"},"modified":"2012-04-30T08:06:50","modified_gmt":"2012-04-30T08:06:50","slug":"sonderausstellung-im-senckenberg-naturmuseum-frankfurt-was-tun-uber-den-sinn-menschlicher-arbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=97738","title":{"rendered":"Sonderausstellung im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt &#8211; WAS TUN? \u00dcber den Sinn menschlicher Arbeit"},"content":{"rendered":"<p>Frankfurt. Der Mensch hat seine Not mit der Arbeit: Mal ist sie zu viel, mal zu wenig, oft ist sie schlecht und manchmal gar nicht bezahlt. Die einen sind hoffnungslos \u00fcberarbeitet, andere verzweifelt auf Arbeitssuche.<!--more--><br \/>\nDie Sonderausstellung \u201eWAS TUN? \u00dcber den Sinn menschlicher Arbeit\u201c nimmt sich des Themas in einer ungew\u00f6hnlichen Form an. Bis zum 16. September werden im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt mit f\u00fcnf Rauminstallationen grunds\u00e4tzliche Fragen an die Arbeit gestellt: Wie lassen sich Arbeit und Freizeit voneinander unterscheiden? Welchem Zweck dient Arbeit in einer kapitalistischen Gesellschaft? Wie entwickelt sich die individuelle Haltung zur Arbeit? Welche Bedeutung hat Arbeit jenseits von Macht, Geld und Anerkennung? Was sind die Optionen f\u00fcr die Arbeitswelt von morgen?<\/p>\n<p>\u201eDie Ausstellung legt, neben der Betrachtung gesellschaftlicher Entwicklungen, gro\u00dfen Wert auf die Perspektiven des Individuums: die pers\u00f6nliche Sorge um den Lebensunterhalt, Befriedigung und soziale Anerkennung und nicht zuletzt die Funktion von Arbeit als einer sinnstiftenden T\u00e4tigkeit. Sie stellt\u00c2\u00a0 heraus, dass N\u00fctzlichkeit nicht das letzte Argument sein kann, wenn es darum geht, den Sinn von Arbeit zu verstehen; dass Bezahlung nicht das einzige Kriterium f\u00fcr das T\u00e4tig sein ist oder dass Ausbildungswege, die sich allein an den aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes orientieren, selten von Vorteil sind. Schlie\u00dflich fragt die Ausstellung nach den M\u00f6glichkeiten einer Solidargemeinschaft, die durch eine Politik zu st\u00e4rken w\u00e4re, die sich nicht hinter den vermeintlichen Zw\u00e4ngen der globalisierten \u00d6konomie versteckt\u201c, erl\u00e4utert Prof. Nicola Lepp, Kuratorin, Praxis f\u00fcr Ausstellungen und Theorie, Berlin. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht damit die Unverzichtbarkeit des Sozialen im Sinne einer elementaren Sorge der Gesellschaft um all ihre Glieder.<\/p>\n<p>Dietmar Schmid, Pr\u00e4sident der Senckenberg Gesellschaft f\u00fcr Naturforschung, zur Sonderausstellung:\u00c2\u00a0 \u201eMit der Ausstellung bieten wir raumgreifende Installationen, modernste Museumsdidaktik und viel Interaktion. Spielerische Elemente, wie ein Kartenspiel, bieten Besuchern jeder Altersklasse Anreize, Arbeit auch jenseits des Verst\u00e4ndnisses einer Erwerbsquelle zu verstehen. Wir verwirklichen mit dieser Ausstellung den interdisziplin\u00e4ren Ansatz zwischen Kultur-, Natur- und Sozialwissenschaften und gehen damit erste Schritte auf dem Weg zum neuen Kulturcampus.\u201c<\/p>\n<p>Das Gesellschafts- und Gegenwartsthema \u201eArbeit\u201c bietet sich wie kaum ein anderes in hervorragender Weise f\u00fcr ein interdisziplin\u00e4res Experiment an. \u201eWir f\u00fchren in Streitgespr\u00e4chen und Podiumsdiskussionen Experten aus der Natur- und Sozialwissenschaft, aus Politik, Kultur und Wirtschaft zusammen, um mit ihnen \u00fcber die Gestaltung unserer heutigen und zuk\u00fcnftigen Arbeitswelt zu diskutieren. Parallel findet ein Filmfestival im Kino Orfeos Erben statt, in dem deutlich wird, wie vielschichtig sich der Film der Thematik Arbeit angenommen hat\u201c, so Dr. Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums Frankfurt.<\/p>\n<p>Es werden kaum Exponate im klassischen Sinne gezeigt, vielmehr entfalten die R\u00e4ume ihre Argumentation ausgehend von eigens entwickelten Film- und Videoinstallationen. Jede Abteilung ist in enger Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und K\u00fcnstlern entwickelt worden, um eine gro\u00dfe Dichte von \u00e4sthetischer Qualit\u00e4t und inhaltlich-p\u00e4dagogischem Anspruch zu erreichen.<\/p>\n<p>\u201eDie innovative Herangehensweise der Ausstellung und die andauernde Brisanz des Themas eignen sich in hervorragender Weise f\u00fcr ein interdisziplin\u00e4res Frankfurter Experiment. Das Senckenberg Naturmuseum und das Historische Museum Frankfurt nehmen sich dieses wichtigen Themas im Spannungsfeld von Natur und Kultur des Menschen gemeinsam an\u201c, so Carolina Romahn, Amtsleiterin, Kulturamt Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Und unter Bedingungen von Globalisierung, internationaler Finanzkrise und den drohenden Folgen des Klimawandels ver\u00e4ndert sich die Arbeitswelt in einem Ausma\u00df, dass sie ihre gel\u00e4ufige gesellschaftliche Funktion nicht mehr einnehmen kann: Die Vorstellung eines einmal erlernten Berufs, der den Platz des Einzelnen in der Gesellschaft markiert, sein Leben rhythmisiert und individuellen Sinn gibt, l\u00e4sst sich heute kaum mehr realisieren. Mehr denn je stellt sich also die Frage: Was ist Arbeit und wof\u00fcr ist sie gut?<\/p>\n<p>\u201eWir freuen uns, dass die Ausstellung \u00e2\u20ac\u0161WAS TUN? \u00dcber den Sinn menschlicher Arbeit\u00e2\u20ac\u02dc nach Frankfurt kommt. Die Ausstellung bietet den Menschen in unserer Region, besonders denjenigen, die sich in der Berufsorientierungsphase befinden, die M\u00f6glichkeit sich auf ganz neue Weise und aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema Arbeit zu besch\u00e4ftigen\u201c, f\u00fchrt Peter Wei\u00dfler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Arbeitslosenversicherung der Regionaldirektion Hessen, aus.<\/p>\n<p>Die Sonderausstellung basiert auf einer Ausstellung des Deutschen Hygiene-Museums Dresden. \u201eIn der \u00dcberarbeitung finden sich nun Bezugspunkte zum Senckenberg Naturmuseum und zum Historischem Museum Frankfurt. Am auff\u00e4lligsten ist sicher der Bezug zur Tierwelt. So findet sich jetzt eine \u201eTierspur\u201c, die durch die Ausstellung leitet und einen Bezug zu mindestens einem Tier in jedem der Ausstellungsr\u00e4ume herstellt..\u201c, erg\u00e4nzt Christoph Wingender, Pressesprecher des Deutschen Hygiene Museums Dresden. Tiermotive werden auf den Plakaten und Bannern aufgegriffen. Der Inhalt der Ausstellung, also die Auseinandersetzung mit dem Thema \u201eArbeit\u201c, wird durch den Einbezug der Tierwelt gleichzeitig intensiviert und mit einer spielerischen Note versehen.<\/p>\n<p>Hintergr\u00fcnde zur Ausstellung, Rahmenprogramm und weiterf\u00fchrende Informationen bietet der Blog zur Ausstellung: http:\/\/wastun.senckenberg.de\/<\/p>\n<p>Die Ausstellung wird durch die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit unterst\u00fctzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Frankfurt. Der Mensch hat seine Not mit der Arbeit: Mal ist sie zu viel, mal zu wenig, oft ist sie schlecht und manchmal gar nicht bezahlt. 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