{"id":96957,"date":"2012-04-09T00:10:26","date_gmt":"2012-04-09T00:10:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=96957"},"modified":"2012-04-09T08:30:12","modified_gmt":"2012-04-09T08:30:12","slug":"bischof-algermissen-predigte-an-ostern-im-uberfullten-fuldaer-dom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=96957","title":{"rendered":"Bischof Algermissen predigte an Ostern im \u00fcberf\u00fcllten Fuldaer Dom"},"content":{"rendered":"<p>Fulda (bpf). Auf die unl\u00f6sbare Verbindung zwischen dem Osterfest und der Taufe hat der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen an Ostersonntag im \u00fcberf\u00fcllten Fuldaer Dom hingewiesen. \u201eWie die Osterfeier den \u00dcbergang vom Tod Jesu Christi in das Leben seiner Auferstehung zum zentralen Inhalt hat, so ist die Taufe die sakramentale Teilhabe an diesem \u00dcbergang vom Tod zum Leben, weil uns Christus selbst beim Namen gerufen und in seine Hand eingeschrieben hat\u201c, so der Oberhirte in seiner Predigt in dem Gottesdienst, der als lateinisches Pontifikalamt gefeiert wurde. <!--more--><\/p>\n<p>Das Osterfest lade dazu ein, aus dem \u201enamentlichen Ruf Christi\u201c zu leben und es mit dem eigenen Leben zu verk\u00fcnden. Den Menschen, die Grund zum Weinen h\u00e4tten, d\u00fcrften Christen die tr\u00f6stliche Botschaft \u00fcberbringen, dass auch sie vom auferstandenen Christus pers\u00f6nlich beim Namen gerufen seien. Das hei\u00dfe nicht, das die eigene Existenz nur durch Triumphb\u00f6gen f\u00fchre, denn es seien auch Kreuze am Weg, aber am Ende komme f\u00fcr jeden das Licht des Ostermorgens. \u201eOhne den Gekreuzigten und Auferstandenen gliche unser Dasein einer Sehnsucht ohne Erf\u00fcllung, einer Frage ohne Antwort, einem Weg ohne Ziel, einem Gef\u00e4ngnis ohne T\u00fcr.\u201c<\/p>\n<p>Wer von Christus beim Namen gerufen und mit Taufwasser gewaschen sei, k\u00f6nne kein Mensch werden, der \u201emit allen Wassern gewaschen ist\u201c. Man k\u00f6nne n\u00e4mlich nicht an das alles ver\u00e4ndernde Leben der Auferstehung glauben und gleichzeitig die Unrechtsstrukturen dieser Welt akzeptieren. Das bezog der Bischof deutlich auf die T\u00f6tung ungeborener Kinder und die Tendenz, \u201emittels Diagnostik nicht nur nach den Schw\u00e4chen eines entstehenden menschlichen Lebens zu fahnden, sondern nach den Schwachen, um sie umzubringen\u201c. Das k\u00f6nnten Christen niemals akzeptieren, ebenso wenig wie viele andere bioethisch umstrittene Handlungen, gab der Oberhirte zu bedenken. Der Glaube an die Erl\u00f6sung durch Kreuz und Auferstehung f\u00fchre konsequent in den \u201eAufstand gegen alle Formen des gesellschaftlich wie wirtschaftlich oder milit\u00e4risch organisierten Todes\u201c. Christen m\u00fcssten sich massiv als St\u00f6renfriede bet\u00e4tigen, wo immer die M\u00e4chte des Todes am Werk seien. \u201eDas ist die Konsequenz unserer \u00f6sterlichen Existenz!\u201c<\/p>\n<p>Ohne Hoffnung auf Zukunft werde f\u00fcr Menschen die Gegenwart unertr\u00e4glich, sagte der Bischof eingangs. Deshalb gebe es im Grunde nur zwei Lebensoptionen: \u201eEntweder setzen wir auf Zukunft, in die wir selbst eingeschlossen sind, oder wir entwickeln uns zu Depressiven und Dauern\u00f6rglern am real existierenden Leben.\u201c Die zweite Option sei gleichzeitig Grund zur Traurigkeit. Das Weinen sei diesem Fest weder fern noch fremd. Im Mittelpunkt des Osterevangeliums stehe Maria von Magdala, eine Frau, die weint. \u201eSie weint um Jesus, ihr Ein und Alles, den sie im Tod verloren hat.\u201c Zusammen mit dem Leichnam Jesu hatte sie Hoffnung und Zukunft begraben m\u00fcssen. \u201eSolcher Entzug der Zukunft, ohne die wir nicht leben k\u00f6nnen, macht die eigentliche Melancholie des menschlichen Lebens aus\u201c, unterstrich Algermissen. \u201eDie Augen f\u00fcr die Gegenwart des Auferstandenen gehen Maria von Magdala auf, als Jesus sie anspricht und sie bei ihrem Namen ruft.\u201c Genauso ereignet sich laut Bischof Algermissen Ostern auch f\u00fcr uns: Maria suchte den Lebenden bei den Toten und machte die Erfahrung, dass der Lebende sie jenseits der Todesgrenze beim Namen ruft.<\/p>\n<p>Auf unwiderrufliche Weise habe der Auferstandene jeden von uns bei der Taufe beim Namen gerufen und uns an seinem \u00f6sterlichen Leben der Auferstehung Anteil gegeben, fuhr der Bischof fort. Der Apostel Paulus deute das liturgisch-sakramentale Untertauchen in das Wasser der Taufe als Untertauchen in die abgr\u00fcndigen Wasser des Todes, und zwar in solidarischer Gemeinschaft mit Christus. Die \u201e\u00f6sterliche Erfrischung durch das Bad der Taufe\u201c betrachte er als Auferweckung zu einem neuen und unverg\u00e4nglichen Leben, und zwar wiederum mit und durch Christus. Von daher geh\u00f6rten Ostern und Taufe unl\u00f6sbar zusammen, und die Taufe habe ihren urspr\u00fcnglichen und spezifischen Ort in der Osternacht.<\/p>\n<p>Der Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber sang bei dem Gottesdienst die \u201eMesse in G\u201c von F. Schubert, das \u201eHalleluja-Amen\u201c aus \u201eDixit et Magnificat\u201c von W. A. Mozart und das \u201eHalleluja\u201c aus dem \u201eMessias\u201c von G. F. H\u00e4ndel. An der Domorgel spielte Domorganist Prof. Hans-J\u00fcrgen Kaiser. Das Domorchester wirkte ebenfalls mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (bpf). 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