{"id":96898,"date":"2012-04-06T00:08:54","date_gmt":"2012-04-06T00:08:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=96898"},"modified":"2012-04-04T15:35:55","modified_gmt":"2012-04-04T15:35:55","slug":"weltklasse-musik-die-hr-bigband-mit-john-scofield-im-rahmenprogramm-der-bad-hersfelder-festspiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=96898","title":{"rendered":"Weltklasse-Musik: Die hr-Bigband mit John Scofield im Rahmenprogramm der Bad Hersfelder Festspiele"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/120404_hr-Bigband_02.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-96900\" title=\"120404_hr-Bigband_02\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/120404_hr-Bigband_02.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"348\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bad Hersfeld. Es wird ein besonderes Zusammentreffen und nicht nur f\u00fcr Jazzfans ein Highlight, wenn die hr-Bigband unter Leitung von Jim McNeely mit dem besten Jazzgitarristen der Welt auf der B\u00fchne der Stiftsruine (19.5. 2012\/20 Uhr) auftreten wird. EAST COAST BLOW OUT hei\u00dft das Programm, das schon einmal Aufsehen erregte. Gebrauchte Exemplare der vergriffenen CD EAST COAST BLOW OUT, 1994 von Jim McNeely f\u00fcr das John Scofield Quartet und die WDR Big Band geschrieben, werden heutzutage im Netz zu saftigen Preisen gehandelt. Es ist ein fr\u00fches Beispiel f\u00fcr McNeelys Kunst, erfindungsreich, eigenst\u00e4ndig und zeitgem\u00e4\u00df f\u00fcr Bigband zu schreiben und die Solisten damit nicht einzuengen, sondern im Gegenteil zu inspirieren. Nun wird EAST COAST BLOW OUT in der fast gleichen Besetzung wie damals wieder live inszeniert, von der hr-Bigband, die sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzt, dass sie Jim McNeely als Chefdirigent gewinnen konnte. Und dazu wird es weitere Bigband-Bearbeitungen der Musik von John Scofield geben.<\/p>\n<p><strong>Fotos:<\/strong> hr: Dirk Ostermeier\/ hr: Ben Knabe<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n<strong>Interview mit Jim McNeely<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Frage: Hauptsolist des Abends wird der Gitarrist John Scofield sein. Was zeichnet ihn aus?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/120404_jim_mcneely_02.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-96899\" title=\"120404_jim_mcneely_02\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/120404_jim_mcneely_02-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/120404_jim_mcneely_02-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/120404_jim_mcneely_02.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Jim McNeely: Er ist musikalisch sehr breit aufgestellt. Als ich ihm 1976 zuerst begegnete, spielte er in der Band des Schlagzeugers Billy Cobham, zu der Zeit, eine der angesagtesten Fusionbands. Ich glaube Michael und Randy Brecker, die Brecker Brothers geh\u00f6rten ebenfalls zu dieser Formation. Fusion in diesen Tagen bedeutete \u201eschneller-h\u00f6her-weiter\u201c zu spielen und John konnte das. Doch gleichzeitig war da eine Tiefe in seinem Spiel. Au\u00dferdem hatte er gerade eine Platte mit Chet Baker aufgenommen und wenn ich mit ihm zusammen spielte, war das auch eher straight-ahead-Jazz. Neben diesem breiten musikalischen Horizont bewundere ich an John Scofield, wie er es schafft, seine Karriere auch in seinen schwierigen \u201emittleren Jahren\u201c immer am Laufen zu halten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Jazzmusiker ist es in jungen Jahren relativ einfach einen gewissen Hype um ihre Person zu entfachen, und wenn sie dann erst 70 sind und gerade noch so auf die B\u00fchne klettern k\u00f6nnen, erfreuen sie sich wieder eines gro\u00dfen Publikumsinteresses. Aber in der Zeit zwischen dem 35. und 70. Lebensjahr m\u00fcssen die meisten eine Durststrecke \u00fcberwinden. Nicht so John Scofield. Er hat seine Karriere immer vorangetrieben, indem er sich k\u00fcnstlerisch weiter entwickelt hat und nach interessanten Begegnungen Ausschau gehalten hat, ob es seine Ausfl\u00fcge in den Funk, in die S\u00fcdstaatenmusik, in die College-Jam-Szene oder seine Trio-Aufnahmen mit Steve Swallow waren. So hat er seine eigene Stimme frisch gehalten. Er ist einer meiner absoluten Lieblingsmusiker.<\/p>\n<p><em><strong>Frage: Wer geh\u00f6rt denn noch zum erlauchten Kreis Ihrer Lieblingsmusiker?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Jim McNeely: John Coltrane, Charlie Parker sind zwei, denen ich leider niemals begegnet bin. Von den Musikern, mit denen ich zusammen arbeiten durfte, sind es neben John Scofield Dave Liebman, Thad Jones, Bob Brookmeyer, Clark Terry, Stan Gezt und Phil Woods. Du lernst viel \u00fcber jemanden, wenn du ihn jeden Abend bei der Arbeit beobachten kannst, wenn du siehst wie sie ein Set aufbauen und wie sie spielen. Die F\u00e4higkeit gro\u00dfer Musiker sich Abend f\u00fcr Abend auf ihr Instrument und die Musik zu konzentrieren und ihr Bestes zu geben ist einfach nur bewundernswert. Und John hat sie auch.<\/p>\n<p><em><strong>Frage: Wie w\u00fcrden Sie John Scofields Art beschreiben, die Gitarre zu spielen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Jim McNeely: Er wuchs in den sp\u00e4ten 50ern und fr\u00fchen 60er Jahren auf, als Rhythm and Blues und die Beatles die Popmusik bestimmten. Dann erschienen diese ganzen Rockgitarristen wie Jimmy Page oder Jimi Hendrix, die wirklich spielen konnten und die Klangpalette der elektrischen Gitarre enorm erweiterten. John Scofield nahm diese Seite des Gitarrenspiels ebenso in seinen Stil auf wie die Errungenschaften der gro\u00dfen Jazzgitarristen und das, obwohl man damals f\u00fcr diese Vielseitigkeit von beiden Lagern heftig kritisiert werden konnte. H\u00f6rt man ihn heute, erscheinen reine Jazzgitarristen oder auch die gro\u00dfen Stars der Rockgitarre im Vergleich mit ihm doch erstaunlich limitiert. Er kann eine einfache Melodie so spielen, dass sie nach so viel mehr klingt, indem er jeden Ton mit einer anderen Bedeutung aufl\u00e4dt. Mit ganz wenigen Noten kann er eine spannende Geschichte erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p><strong><em>Frage: Sie werden mit John Scofield und der hr-Bigband das Projekt EAST COAST BLOW OUT, das sie 1989 f\u00fcr WDR-Bigband und das Scofield-Quartett komponiert haben, erneut auff\u00fchren. Ist das etwas f\u00fcr Jazznostalgiker?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Jim McNeely: Ich hoffe nicht. Wir haben das Projekt seit den beiden Konzerten, die wir damals im K\u00f6lner Stadtgarten gaben, nie mehr aufgef\u00fchrt, obwohl ich mir das immer gew\u00fcnscht habe. Die Idee damals war, dass nicht John allein als Solist fungiert, sondern das ganze John-Scofield-Quartett, so \u00e4hnlich wie bei einem Concerto grosso. F\u00fcr mich war es damals eine gro\u00dfartige Erfahrung, dieses Projekt einzustudieren und aufzunehmen und es war schon ein wenig frustrierend, das seitdem nie mehr live auff\u00fchren zu k\u00f6nnen. Olaf St\u00f6tzler, der Manager der hr-Bigband, war schlie\u00dflich von der Idee gleich angetan, nicht zuletzt, weil er selbst auch Gitarrist ist. Aber ich glaube an dieses Projekt nicht nur aus nostalgischen Gr\u00fcnden, sondern einfach weil es gute Musik ist, wenn ich das mal so unbescheiden sagen darf.<\/p>\n<p><em><strong>Frage: Werden Sie auch einige neue Arrangements f\u00fcr das Konzert schreiben?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Jim McNeely: Eine H\u00e4lfte des Konzerts wird aus Kompositionen von John Scofield bestehen, die ich eigens daf\u00fcr arrangieren werde. John und ich arbeiten das Programm gerade aus.<\/p>\n<p><em><strong>Frage: Lohnt sich der Besuch dieses Konzerts in der Bad Hersfelder Stiftsruine eigentlich auch f\u00fcr Menschen, die kulturinteressiert sind ohne spezifische Jazzfans zu sein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Jim McNeely: Aber nat\u00fcrlich. Vergessen Sie das Wort Jazz und nennen Sie es einfach Musik. Das sind die Fakten: Einer der weltbesten Gitarristen spielt Musik, die speziell f\u00fcr ihn geschrieben wurde, begleitet von Weltklassemusikern und einer der besten Bigbands Europas. Es funktioniert einfach als Musik. Abgesehen davon bietet dieses Konzert allen Menschen, die nicht viel \u00fcber Jazz wissen, eine einmalige Gelegenheit, ihn auf h\u00f6chstem Niveau zu erleben und auszuprobieren, ob er etwas in ihnen zum Schwingen bringt.<\/p>\n<p>An dieser Stelle schaltet sich der bekannte Schauspieler August Zirner, der f\u00fcr ein Projekt mit der hr-Bigband in Frankfurt weilt und dem Interview bis dahin nur interessiert zugeh\u00f6rt hatte, ungefragt ins Gespr\u00e4ch ein:<\/p>\n<p>August Zirner: Wenn ich eine Empfehlung aussprechen d\u00fcrfte, nach Bad Hersfeld zu fahren: Ich werde von Wien anreisen, allein schon der Konstellation der vier Musiker wegen. Und dazu noch die phantastische hr-Bigband. Ich sag\u00e2\u20ac\u2122s mal so: Es ist eine Reise wert, und es wird eine Reise werden, wenn man\u00e2\u20ac\u2122s dann h\u00f6rt.<\/p>\n<p>Jim McNeely: Ich freue mich sehr auf dieses Konzert, und ich wei\u00df, dass John Scofield, Adam Nussbaum und Jay Anderson sich genauso darauf freuen. Die CD \u201eEast Coast Blow Out\u201c ist ja heute ein begehrtes Sammlerobjekt und es existieren sogar Blogs dazu im Internet. Die Platte besitzt sozusagen Untergrund-Kultstatus, denn sie wird von vielen als bedeutendes Werk eingestuft. Ich teile diese Einsch\u00e4tzung, auch wenn das aus dem Mund des Komponisten ziemlich unbescheiden klingen mag. Es war die erste Kollaboration John Scofields mit einer Bigband und sie pr\u00e4sentiert seine Qualit\u00e4ten und die seiner Mitmusiker in gelungener Weise. Au\u00dferdem zeigt sie eine sehr moderne Art f\u00fcr Bigband zu schreiben. Ich habe damals viele neue Ideen ausprobiert und auch in meiner Karriere stellt diese Platte einen wichtigen Schritt dar. Nach den beiden Konzerten 1976 in K\u00f6ln wird das Werk also endlich wieder live aufgef\u00fchrt, in Frankfurt und in Bad Hersfeld. Und nachdem ich mir im Internet Bilder der Bad Hersfelder Stiftsruine angesehen habe, kann ich sagen, dass der Auftritt an diesem einmaligen Ort ein ganz besonderer werden wird.<\/p>\n<p><strong>Termin:<\/strong><br \/>\nHR2 pr\u00e4sentiert:<br \/>\nDie hr-Bigband mit John Scofield<br \/>\nLeitung: Jim McNeely<br \/>\nEAST COAST BLOW OUT<br \/>\n19.05. 2012\/ 20:00 Uhr<br \/>\nStiftsruine\/ Bad Hersfeld<br \/>\nEintritt: ab 22,00 \u00e2\u201a\u00ac<\/p>\n<p>Kartenzentrale<br \/>\nAm Markt 1<br \/>\n36251 Bad Hersfeld<br \/>\nTelefon 06621 400755<br \/>\nTelefax 06621 400770<br \/>\nwww.bad-hersfelder-festspiele.de<br \/>\nkartenzentrale@bad-hersfeld.de<br \/>\nKarten bekommen Sie auch \u00fcber EVENTIM<br \/>\nhttp:\/\/www.eventim.de\/hr-big-band-tickets.html?affiliate=EVE&#038;doc=artistPages\/tickets&#038;fun=artist&#038;action=tickets&#038;kuid=18624<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Bad Hersfeld. 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