{"id":96391,"date":"2012-03-20T00:45:08","date_gmt":"2012-03-20T00:45:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=96391"},"modified":"2012-03-20T12:21:57","modified_gmt":"2012-03-20T12:21:57","slug":"brigadegeneral-bescht-berichtet-uber-evakuierung-deutscher-in-libyen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=96391","title":{"rendered":"Brigadegeneral Bescht berichtet \u00fcber Evakuierung Deutscher in Libyen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_7294.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-96392\" title=\"DSC_7294\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_7294-265x399.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_7294-265x399.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_7294.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda (mb).<\/strong> Volker Bescht versteht es,\u00c2\u00a0 die Zuh\u00f6rer mit seinen Berichten gelebter Geschichte zu fesseln. Mucksm\u00e4uschenstill war es im Vortragsraum des Felsenkellers, als der stellvertretende Kommandeur der \u201eDivision Spezielle Operationen\u201c (DSO)\u00c2\u00a0 der Bundeswehr aus dem hessischen Stadtallendorf von seiner letzten bravour\u00f6sen Rettungsaktion im Februar 2011 in der libyschen W\u00fcste erz\u00e4hlt. Michael Trost, Leiter der Fuldaer Sektion der Gesellschaft f\u00fcr Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) hatte den eloquenten Brigadegeneral und auslandserfahrenen Krisenmanager deshalb eingeladen, um \u00fcber die DSO als Gro\u00dfverband des Heeres, vor allem aber \u00fcber die \u201eOperation Pegasus \u2013 Evakuierung deutscher Staatsb\u00fcrger aus Libyen\u201c zu berichten.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Abenteuerliche Schilderung<\/strong><\/p>\n<p>Was Bescht seinem Fuldaer Publikum bot, lie\u00df an Spannung nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Geradezu abenteuerlich wirkten seine Schilderungen vom Unterfliegen des libyschen Radars mit den Transall-Transportflugzeugen der Bundeswehr, von der Sorge um die unkalkulierbare Luftabwehr der Gaddafi-Truppen\u00c2\u00a0 bis hin zur Landung mitten in der W\u00fcste auf einer Piste, die zuvor noch rasch von Industrierohren als Hindernissen befreit worden war. Knappe 15 Minuten hatte die waghalsige Rettungsaktion gedauert. Dann war \u201ealles vorbei\u201c, wie der General lakonisch berichtet \u2013 die Mitarbeiter der Wintershall AG, die in der \u00d6lf\u00f6rderung besch\u00e4ftigt waren, gerettet.<\/p>\n<p>Eigentlich hatte der Einsatz nur deutschen Staatsb\u00fcrgern gelten sollen. Doch gerade mal 30 der 132 Evakuierten waren tats\u00e4chlich Deutsche. Kein Problem f\u00fcr Bescht und seine Soldaten. Denn f\u00fcr die \u201eDivision Spezielle Operationen\u201c z\u00e4hlen die Menschen, deren Leben gesch\u00fctzt werden soll. \u201eDa muss man eben auch bestimmte Risiken eingehen\u201c, sagt der stellvertretende Divisionskommandeur r\u00fcckblickend \u00fcber den Flug von Kreta ins Krisengebiet und zur\u00fcck,\u00c2\u00a0 um schlie\u00dflich zufrieden festzustellen: \u201eWir haben bei unserem Einsatz Gl\u00fcck gehabt. Nicht ein Schuss ist gefallen.\u201c Niemand sei zu Schaden gekommen. Als die Transalls der Luftwaffe mit den Soldaten des Einsatzkommandos der Division wieder in Wunstorf in Niedersachsen angekommen waren, lautete die abschlie\u00dfende Meldung: \u201eAuftrag ausgef\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zwischent\u00f6ne<\/strong><\/p>\n<p>In seinem Vortrag lie\u00df der Brigadegeneral (Jahrgang 1951) auch deutliche \u2013 mitunter politische &#8211; Zwischent\u00f6ne anklingen. Bescht war es nicht gelungen, den deutschen Botschafter in Tripolis dazu zu bewegen, mit dem Team der DSO aus Libyen auszufliegen. Stattdessen wollte der Vertreter der Bundesrepublik im nordafrikanischen W\u00fcstenstaat gemeinsam mit Angeh\u00f6rigen der niederl\u00e4ndischen, \u00f6sterreichischen und ungarischen Botschaft ausreisen: und zwar mit einem holl\u00e4ndischen Jet.<\/p>\n<p>Das misslang, weil die Crew zwischenzeitlich von libyschem Milit\u00e4r gefangen genommen worden war. So musste der Botschafter schlie\u00dflich mit einer libyschen Maschine nach Paris fliegen, was nicht ohne Nachwirkungen blieb. Kritisch \u00e4u\u00dferte sich der stellvertretende Divisionskommandeur zur deutschen Enthaltung in der Flugverbotskontrolle \u00fcber Libyen. Da sei gerade im milit\u00e4rischen Miteinander mit den anderen NATO Partnern \u201eviel Porzellan\u201c zerschlagen worden &#8211; mit nachhaltigen Folgen, wie Bescht unverbl\u00fcmt anmerkte.<\/p>\n<p><strong>Erfolgreich<\/strong><\/p>\n<p>Die anschlie\u00dfende angeregte Diskussion mit den G\u00e4sten der GfW Sektion unterstrich das gro\u00dfe Interesse an den Ausf\u00fchrungen Volker Beschts, dem Sektionsleiter Trost\u00c2\u00a0 nur noch abschlie\u00dfend hinzuf\u00fcgen konnte: \u201eWir haben einen hochspannenden Einblick in das Wirken des Gro\u00dfverbandes erhalten. Was wir \u00fcber die Operation Pegasus geh\u00f6rt haben, h\u00e4tte erfolgreicher nicht sein k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (mb). Volker Bescht versteht es,\u00c2\u00a0 die Zuh\u00f6rer mit seinen Berichten gelebter Geschichte zu fesseln. 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