{"id":96380,"date":"2012-03-20T12:14:05","date_gmt":"2012-03-20T12:14:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=96380"},"modified":"2012-03-20T12:14:05","modified_gmt":"2012-03-20T12:14:05","slug":"musikschulleiter-stephen-berg-verabschiedet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=96380","title":{"rendered":"Musikschulleiter Stephen Berg verabschiedet"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8129-2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-96383\" title=\"DSC_8129-2\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8129-2-265x175.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8129-2-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8129-2.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda (mb). Nicht die lauten, nicht diejenigen, die immer im Mittelpunkt stehen m\u00fcssen, sind es, die die Welt bewegen. Sondern es sind Menschen wie Stephen Berg, die die \u201eR\u00e4dchen\u201c unaufh\u00f6rlich drehen, um etwas voran zu bringen. Sechs Jahre lang hat dies der geb\u00fcrtige Amerikaner als Leiter der Fuldaer Musikschule mit viel Enthusiasmus, vor allem sehr erfolgreich getan. Darin waren sich alle Redner zur Verabschiedung Bergs einig, von OB Gerhard M\u00f6ller \u00fcber den Vorsitzenden des F\u00f6rdervereins Paul Berb\u00e9e bis hin zum Kollegiums-Mitglied George Wagner. <!--more--><br \/>\n<strong>Applaus<\/strong><\/p>\n<p>\u201eLobhudelei\u201c ist trotzdem nicht sein Ding, wie Berg seine G\u00e4ste zum Schluss der mit dem beziehungsreichen Titel \u201eKontaktwechsel\u201c \u00fcberschriebenen Feier in der Kapelle des Vonderau Museums augenzwinkernd wissen lie\u00df. Die besten Ideen, so gab er lachend zu, seien nicht von ihm, sondern von Kollegen gewesen. Allen, \u201edie mir die Chance gegeben, geholfen und mich ausgehalten haben\u201c, dankte Fuldas bisheriger Musikschulleiter f\u00fcr die sympathische Begleitung \u00fcber all die Jahre. Seinem Nachfolger Christoph Stibor, der sich nicht nur als geschickter Redner, sondern als ebenso eleganter Klaviervirtuose pr\u00e4sentierte, w\u00fcnschte Berg eine gl\u00fcckliche Hand in der Musikschulleitung. Der \u201eNeue\u201c habe sich in nur zweieinhalb Wochen bereits als der Richtige erwiesen. \u201eIch bin stolz und gl\u00fccklich mitgewirkt zu haben und m\u00f6chte noch ein paar Jahre der Musikschule angeh\u00f6ren\u201c, so verabschiedete sich Stephen Berg aus seiner Leitungsverantwortung. Das Publikum\u00c2\u00a0 dankte es einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Menschen und P\u00e4dagogen mit lang anhaltendem Applaus.<\/p>\n<p><strong>Atlantischer Br\u00fcckenschlag<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8116.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-96381\" title=\"DSC_8116\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8116-265x196.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8116-265x196.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8116.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Zuvor hatte Fuldas Kulturdezernent Stephen Bergs Lebensstationen nachgezeichnet, ihm wie auch Nachfolger Stibor f\u00fcr den \u201egelungenen konzertanten Auftakt zum Kontaktwechsel\u201c gedankt.1945 erblickte Berg in Washington das Licht der Welt. Nach dem Studium an verschiedenen Universit\u00e4ten der USA habe ihn die \u201eatlantische Br\u00fccke\u201c nach Deutschland und nach Fulda verschlagen. Die neue osthessische Heimat sei nun pr\u00e4gend f\u00fcr ihn geworden. Seit 1977\u00c2\u00a0 unterrichtete Berg an der Musikschule Fulda als Lehrer f\u00fcr Trompete und Posaune. Fr\u00fchzeitig sei er in das Projekt der kooperativen Schulleitung hinein gewachsen. Schon seit 1980 habe sich Stephen Berg als Berater engagiert. 2006 habe er sich erneut auf eine neue, aber bekannte Aufgabe \u2013 die Schulleitung \u2013 eingelassen.<\/p>\n<p>In all den Jahren seines Wirkens an der Musikschule habe er au\u00dfergew\u00f6hnliches Engagement und Verbindung zur Aufgabe bewiesen wie zum Wettbewerb \u201eJugend musiziert\u201c. Viel Lob gab es von Fuldas OB f\u00fcr die \u201eDoppelrolle als Musikp\u00e4dagoge und Leiter\u201c, die Stephen Berg mit \u201eganzheitlichem Blick und \u00e4u\u00dferst erfolgreich vollzogen habe.\u201c Dieser Erfolg lasse sich messen: Die Sch\u00fclerzahlen sind trotz Geb\u00fchrenerh\u00f6hungen stabil geblieben. Berg habe in die Stadt, in die Gesellschaft hinein gewirkt und so breite Wirkung entfaltet: still und zur\u00fcckhaltend, wirkungsvoll und nicht laut auftrumpfend.<\/p>\n<p>Sein Name sei gleichsam Programm, wenn das \u201eB\u201c f\u00fcr Best\u00e4ndigkeit, \u201ee\u201c f\u00fcr erfahren, \u201er\u201c f\u00fcr ruhig und \u201eg\u201c f\u00fcr gelassen stehe. Als Ideengeber, Inspirator, letztlich auch als Motivator stehe Berg beispielshaft f\u00fcr den Gedanken, dass die Musik zwar nicht die Welt ver\u00e4ndern, aber Trost und Hoffnung vermitteln k\u00f6nne sowie Freude und Gl\u00fcck erleben l\u00e4sst. Sie verbinde Menschen, um \u201euns die Kraft zu geben, die Welt zu ver\u00e4ndern.\u201c Als \u00e4u\u00dferes Zeichen des Dankes \u00fcberreichte M\u00f6ller ein Buch Adorno \u00fcber die Philosophie der neuen Musik mit Betrachtungen zur atonalen Musik Arnold Sch\u00f6nbergs an Berg. Seinem Nachfolger Christoph Stibor rief Fuldas Verwaltungschef ein herzliches Willkommen zu und w\u00fcnschte, dass er die Musikschule auf der bestehenden Basis weiter pflegen solle.<\/p>\n<p><strong>Musik verbindet<\/strong><\/p>\n<p>Personalratsvorsitzender Richard Thonius bezog sich in seiner Rede auf den Titel der nachmitt\u00e4glichen Feierstunde. \u201eKontaktwechsel\u201c bedeute\u00c2\u00a0 nicht zwangsl\u00e4ufig Kontakte wechseln, sondern alte behalten und neue hinzu gewinnen zu wollen. Ankn\u00fcpfend an den italieinischen Musiker Angelo Branduardi hob Thonius hervor, Musik sei die \u201ebeste Art der Kommunikation.\u201c Mit dem Notenblatt und Instrument finde man auch ohne Sprache schnell zueinander. An Stephen Berg lobte er dessen\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Ruhe und\u00c2\u00a0 Klarheit. Das sei es, was ihn als Menschen\u00c2\u00a0 und in seiner Funktion als Musikschulleiter ausgezeichnet hat. Die Zusammenarbeit habe stets viel Spa\u00df\u00c2\u00a0 bereitet. Bergs Nachfolger Christoph Stibor w\u00fcnschte Thonius viel Gl\u00fcck und Erf\u00fcllung in der neuen Aufgabe.<\/p>\n<p><strong>Chef und Kollege<\/strong><\/p>\n<p>Ein ebenfalls \u00e4u\u00dferst sympathisches Bild Bergs zeichnete Georg Wagner im Namen des Kollegiums. Im Keller der Gastst\u00e4tte \u201eDrei Linden\u201c habe er die ersten Free Jazz Konzerte in Fulda gegeben &#8211; zu Zeiten als noch \u201eRock\u201c angesagt war. Sp\u00e4ter habe Stephen Berg versucht, Interessierten Stockhausen und andere Komponisten zeitgen\u00f6ssischer Musik n\u00e4her zu bringen. Wagner spannte einen weiten Bogen \u00fcber Vorg\u00e4nger Bergs, den Umzug der Musikschule in den Coudrayschen Bau des alten Landkrankenhauses bis hin zum Jahr 2006, als f\u00fcr Berg quasi die zweite Amtsperiode begann. Als erster \u201eMusikschulleiter mit Migrationshintergrund\u201c habe Stephen Berg immer an den richtigen R\u00e4dchen gedreht, was\u00c2\u00a0 gut f\u00fcr die Schule war.\u00c2\u00a0 \u201eDu warst Chef, aber eben auch einer von uns,\u201c lobte Wagner mit Hinweis auf eine seiner ersten Beobachtungen, die symbolisch f\u00fcr die innere Einstellung des neuen Leiters stand: \u201eDie T\u00fcr Deines B\u00fcros war immer offen.\u201c Unter Stephen Berg sei die Musikschule zum Klassenprimus mit 1200 Sch\u00fclern geworden.<\/p>\n<p><strong>Qualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Die Stadt habe sich viel M\u00fche gegeben, einen qualifizierten Nachfolger f\u00fcr Berg zu finden, sagte der Vorsitzende des F\u00f6rdervereins Paul Berb\u00e9e anerkennend.\u00c2\u00a0 Die Stadt setze damit ein Zeichen, wie wichtig ihr die Qualit\u00e4t der Musikschule ist. Mit Geschick und \u00dcberzeugungskraft habe Stephen Berg das Haus geleitet. \u201eWir\u00c2\u00a0 als F\u00f6rderverein haben uns \u00fcber die offene Zusammenarbeit gefreut, schauen aber auch erwartungsvoll in die Zukunft.\u201c Vielleicht werde ein anderer Stil das Miteinander pr\u00e4gen, sagte Berb\u00e9e, der Christoph Stibor eine gl\u00fcckliche Hand in der Musikschulleitung w\u00fcnschte. Denn da, \u201ewo etwas zu Ende geht, gibt es auch Chancen f\u00fcr Neues,\u201c so Berb\u00e9es Hoffnung.<\/p>\n<p><strong>Neugier<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8123.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-96382\" title=\"DSC_8123\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8123-265x185.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"185\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8123-265x185.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC_8123.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Mit einer \u201egewissen Gelassenheit und Neugier,\u201c schaut Fuldas neuer Musikschulleiter Christoph Stibor den k\u00fcnftigen Aufgaben entgegen. Die Agenda wachse t\u00e4glich. Doch jeden Tag werde klarer, was zu tun ist. Seinen Zuh\u00f6rern rief Stibor zu: \u201eIch hoffe, dass ihre Erwartungen nicht entt\u00e4uscht werden.\u201c Anregend waren seine Vergleiche des Musikschulgeb\u00e4udes als \u201eGeburtshaus\u201c f\u00fcr neue Talente oder \u201eMehrgenerationenhaus\u201c, in dem Jung und Alt einander begegnen und als Rathaus, Bankhaus, Modehaus sowie Kunsthaus. Stibor freute sich in Zukunft\u00c2\u00a0 auf \u201eso viel Erfahrung und Gelassenheit zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen.\u201c Es sei ein \u201egro\u00dfer Luxus\u201c in einer solchen Umgebung arbeiten zu d\u00fcrfen. Von Vorteil f\u00fcr die Arbeit des Hauses sei es,\u00c2\u00a0 Lehrer aus aller Herren L\u00e4nder zu haben. \u201eWir sind so auch ein Vorbild f\u00fcr den Rest der Gesellschaft als Haus der Integration.\u201c Ein Haus, in dem Talente gefunden und entwickelt werden. Bei alledem d\u00fcrfe nicht vergessen werden, in der Breite zu wirken.<\/p>\n<p><strong>Baldrian<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem n\u00f6tigen Qu\u00e4ntchen Humor verabschiedete sich Musikschulleiter Berg. Die letzten sechs Jahre seien \u201eLearning by doing\u201c gewesen. Viel Unwissen, viele Fehler, viel Staunen habe es gegeben. \u201eWir haben aber weiter gemacht, so gut es ging.\u201c Passend zur eher rhetorisch gemeinten Situationsbeschreibung gestand Berg lachend ein:\u201eWenn Sie w\u00fcssten, wie viel ich f\u00fcr Baldrian in den letzten Jahren ausgegeben haben.\u201c Doch: Die Musikschule steht noch! Bergs besonderer Dank galt einer gro\u00dfen Schar von Begleitern, unter anderem OB M\u00f6ller, Kulturamtsleiter Dr. Werner Kirchhoff f\u00fcr seine kostbaren Einblicke, der \u201eWunderwaffe\u201c der Musikschule, Reiner Diegelmann, dem Kollegium, den Mitgliedern des F\u00f6rdervereines sowie Eltern und Sch\u00fclern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (mb). Nicht die lauten, nicht diejenigen, die immer im Mittelpunkt stehen m\u00fcssen, sind es, die die Welt bewegen. Sondern es sind Menschen wie Stephen Berg, die die \u201eR\u00e4dchen\u201c unaufh\u00f6rlich drehen, um etwas voran zu bringen. 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