{"id":96352,"date":"2012-03-20T00:11:46","date_gmt":"2012-03-20T00:11:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=96352"},"modified":"2012-03-19T15:28:03","modified_gmt":"2012-03-19T15:28:03","slug":"lehrerkonzert-musik-im-museum-anspruchsvolle-und-abwechslungsreiche-stucke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=96352","title":{"rendered":"Lehrerkonzert \u201cMusik im Museum\u00e2\u20ac\u009d: Anspruchsvolle und abwechslungsreiche St\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC03109.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-96353\" title=\"DSC03109\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC03109-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC03109-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/DSC03109.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda (cs). Dass sich die Lehrer der st\u00e4dtischen Musikschule neben ihrer regen Unterrichtst\u00e4tigkeit auch noch die Zeit nehmen, ein gemeinsames Konzert zu gestalten, verdient an sich schon gro\u00dfe Anerkennung. K\u00f6nnen die Akteure ihr anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm dann auch noch vor vollem Haus darbieten, so kann man von einem rundum gelungenen Konzertabend sprechen, der die Leistungsf\u00e4higkeit der Schule einmal mehr unterstreicht.<!--more--><br \/>\nEr\u00f6ffnet wurde er von dem Klarinettisten Rudolf Schneider und der Tenorsaxophonistin Yvonne Roth-W\u00e4chter, die das Publikum mit einem Duo von Beethoven einstimmten. Fein in der Artikulation und wendig bei den Verzierungen zeigte sich Schneider als versierter Klarinettist. Seiner Spielpartnerin Yvonne Roth-W\u00e4chter gelang es mit gro\u00dfer Disziplin, die urspr\u00fcnglich dem Fagott zugedachte Stimme auf das eigentlich wesentlich kr\u00e4ftiger klingende Tenorsaxophon zu \u00fcbertragen, so dass das Werk seinen ganzen Charme entfalten konnte.<\/p>\n<p>Mit dem Rezitieren der deutschen \u00dcbersetzung des liebevollen \u201ePortraits\u201c einer Angebeteten, entf\u00fchrte Carsten Rupp das Publikum nach Frankreich. Er selbst \u00fcbernahm in dem Trio von C\u00e9cile Chaminade souver\u00e4n und klangsch\u00f6n den Klavierpart, w\u00e4hrend Querfl\u00f6tistin Christina Mackenrodt den erfrischend nat\u00fcrlichen Sopran von Christa Rahlf mit teils imitierenden, teils kommentierenden Figuren raffiniert umgarnte.<\/p>\n<p>V\u00f6llig gel\u00f6st vom Zeitgeschmack hat sich Frank Seifert mit seinen beiden Menuetten und den Variationen \u00fcber \u201eAu Clair de la lune\u201c, welche allesamt aus seiner eigenen Feder stammten. In den farbigen Menuetten und den Variationen, die durch Tempowechsel, Takt\u00e4nderungen und das Aussch\u00f6pfen aller Tonlagen ihren Individualit\u00e4t bekamen, pflegt Seifert einen klassisch-romantischen Stil, welcher am ehesten an die Zeit um Franz Schubert erinnert.<\/p>\n<p>F\u00f6rmlich gelebt hat Peter Schmuck die Simon &amp; Garfunkel &#8211; Klassiker \u201eSound of silence\u201c und \u201eScarborough fair\u201c. Seiner entwaffnenden Pr\u00e4senz beim Singen des Lennon\/McCartney-Titels \u201eAnd i love her\u201c konnte man sich wohl kaum entziehen. Eine weitere pers\u00f6nliche Note brachte er dabei durch das gekonnte Reharmonisieren der Gitarrenbegleitungen ein. Er verabschiedete sich als f\u00e4higer Gitarrensolist mit der \u201eDanza Brasilera\u201c von Jorge Morel, einer eing\u00e4ngigen Samba &#8211; Musik, welche die Popularit\u00e4t der Gitarre noch immer befeuert.<\/p>\n<p>Mit Benjamin Brittens Vertonung von Ovids \u201eMetamorphosen\u201c tauchte Till Joachim mit seiner Oboe in die Mythologie ein. Die Geschichten von Pan, Phaeton, Niobe, Bacchus, Narcissus und Arethusa forderten den Solisten (und das ist w\u00f6rtlich gemeint, es gibt keinerlei Begleitung) aufs \u00c4u\u00dferste. Beeindruckend erweckte er Phaetons Fahrt mit den Sonnenwagen, das Gegacker von M\u00fcttern, die nach ihren Kindern rufen oder die \u00fcberbordende Lebensfreude Bacchus\u00e2\u20ac\u2122 zum Leben.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Jahreszeit wohl etwas zu pessimistisch ausgew\u00e4hlt war das St\u00fcck \u201eSnowfall\u201c des Jazz-Komponisten Wes Montgomery. Gefasst in eine immer wiederkehrende Ostinato-Figur lie\u00df Sophia Mott am Kontrabass den Schnee tanzen. Dar\u00fcber konnte sich das stimmungsvolle Thema in George Wagners Gitarre und auf Klaus Schenks Vibraphon entfalten. Gekonnte Improvisationen der beiden rundeten das St\u00fcck ab. Mit dem melancholischen \u201eLetter from Home\u201c, welches dem Klangbild der drei Instrumente ideal entgegenkam, wurden die Besucher in die Pause entlassen, wo der F\u00f6rderverein der Musikschule Getr\u00e4nke und Brezeln servierte.<\/p>\n<p>Geschmeidig und immer den richtigen Tonfall treffend gestaltete Natalya Oldenburg die F-Dur-Romanze von Max Bruch, ein perfekt auf die St\u00e4rken der Viola abgestimmtes Werk. Marina Gajda als Klavierpartnerin bereitete hier durch ihr expressives und stilsicheres Spiel den Boden f\u00fcr die Solistin. In \u201eImitation\u201c &#8211; ein an Isaak Albeniz angelehntes Werk von Rodion Shehedrin \u2013 gelang den beiden nicht zuletzt durch die \u00fcberzeugende Tempogestaltung der gro\u00dfe Sprung in die spanische Musik perfekt.<\/p>\n<p>Die Fl\u00f6tistin Stephanie Vautz meisterte die enormen Anforderungen von Carl Philipp Emanuel Bachs Solosonate a-moll mit bewundernswerter Sicherheit. Neben den vielen Klangnuancen und den reichhaltigen Verzierungen suggeriert das Werk durch st\u00e4ndige Spr\u00fcnge eine eigentlich nicht spielbare Zweistimmigkeit und beansprucht so die ganze Konzentration der Ausf\u00fchrenden.<\/p>\n<p>Quicklebendig und bildhaft konnte man den Filmkomponisten Nino Rota (\u201eDer Pate\u201c) als Kammermusiker kennenlernen. Davon lie\u00dfen sich Rudolf Schneider (Klarinette), Johannes Eisenmeier (Violoncello) und Sigrid Naumann (Klavier) anstecken und pr\u00e4sentierten eine begeisternde, ausgereifte Interpretation des dreis\u00e4tzigen Werkes.<\/p>\n<p>Eisenmeier und sein Cello-Kollege Jochen Fuchs setzten das Programm mit Jakob Kleins barocker Suite A-Dur op. 2 f\u00fcr 2 Celli fort. Durch die Gleichberechtigung beider Stimmen konnten sich die Beiden gegenseitig die B\u00e4lle zuwerfen \u2013 und doch schimmerten immer wieder Charakterunterschiede der beiden Spieler durch, was den \u00e4u\u00dferst lebendig dargebrachten Tanzs\u00e4tzen eine ganz besonders reizvolle Note gab.\u00c2\u00a0 Mit packendem Zugriff begeisterte das Duo im Anschluss mit Mario Escuderos Flamenco \u201eBulerias\u201c.<\/p>\n<p>Den Schlusspunkt setzte Michael Huff mit dem Kopfsatz des ersten Hornkonzertes von Richard Strauss. Marina Gajda am Klavier legte ein resolutes Tempo vor, was Michael Huff gerne aufnahm, so dass den Spielpartnern eine virtuose und straffe Interpretation gelang. Huffs Treffsicherheit und sein offener, klarer Ton waren ein Genuss.<\/p>\n<p>Das Publikum zeigte sich begeistert und sparte den ganzen Abend nicht mit Applaus. Nach dem Geh\u00f6rten darf man also auf k\u00fcnftige Lehrerkonzerte der st\u00e4dtischen Musikschule sehr gespannt sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (cs). Dass sich die Lehrer der st\u00e4dtischen Musikschule neben ihrer regen Unterrichtst\u00e4tigkeit auch noch die Zeit nehmen, ein gemeinsames Konzert zu gestalten, verdient an sich schon gro\u00dfe Anerkennung. 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