{"id":96165,"date":"2012-03-14T00:10:56","date_gmt":"2012-03-14T00:10:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=96165"},"modified":"2012-03-13T13:31:15","modified_gmt":"2012-03-13T13:31:15","slug":"weltwassertag-2012-wasser-und-ernahrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=96165","title":{"rendered":"Weltwassertag 2012: Wasser und Ern\u00e4hrung"},"content":{"rendered":"<p><strong><\/strong>Fulda. Wer das h\u00f6rt, denkt wohl zun\u00e4chst einmal daran, dass ein Mensch ohne Nahrung 2-4 Wochen \u00fcberleben kann, ohne Wasser dagegen nur 2-4 Tage. Andere wissen, dass das Trinken von Wasser zum gesunden Abnehmen beitragen kann. Diese Dinge sind aber mit dem diesj\u00e4hrigen Motto des Weltwassertages nicht gemeint. Es geht vielmehr darum, dass eine Menge Wasser f\u00fcr die Produktion unserer Lebensmittel notwendig ist. Im Idealfall stammt dieses Wasser aus Niederschl\u00e4gen. Das ist aber l\u00e4ngst nicht immer so. In vielen trockenen Gebieten werden die Kulturen bew\u00e4ssert. Auch in Hessen gibt es daf\u00fcr zunehmenden Bedarf. Das hat uns das trockene Fr\u00fchjahr 2011 deutlich vor Augen gef\u00fchrt.<!--more--><\/p>\n<p>Global gesehen werden f\u00fcr die landwirtschaftliche Produktion 70% des zur Verf\u00fcgung stehenden nutzbaren S\u00fc\u00dfwassers aufgewendet. Au\u00dferdem werden durch D\u00fcngemittel und Pestizide Gew\u00e4sser verschmutzt und das Grundwasser in Mitleidenschaft gezogen.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Wasserrahmenrichtlinie, die einen guten Zustand der Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser und des Grundwassers bis zum Jahr 2015 durch nationale Aktionspl\u00e4ne und Ma\u00dfnahmenprogramme umsetzen will, ist deshalb von besonderer Bedeutung. Ist hier eher die administrative Umsetzung gefordert, so kann doch jeder einzelne B\u00fcrger durch sein Verhalten beim Einkaufen dazu beitragen, riesige Wassermengen einzusparen. Ein einziges Rindersteak pro Jahr weniger auf dem Grill spart im Durchschnitt 4500 Liter Wasser (bei ca. 300g Fleisch). Kauft man Fleisch im regionalen Hofladen statt aus der Massentierhaltung spart man ebenfalls Virtuelles Wasser. Hier wird n\u00e4mlich das Vieh eher auf der Weide gehalten und nicht mit wasserintensiv angebautem Kraftfutter ern\u00e4hrt und au\u00dferdem wird weniger G\u00fclle produziert und weniger Medikamente kommen zum Einsatz.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel: Mit den im Februar aus Italien eingef\u00fchrten Tomaten werden gleichzeitig 109 Liter pro Kilogramm Virtuelles Wasser, zumeist Bew\u00e4sserungswasser, nach Deutschland importiert. Die Deutschen Tomaten im Juli dagegen erfordern nur 35 Liter Wasser pro Kilogramm. Der Einkauf saisonaler und regionaler Hessischer Produkte hilft also deutlich mehr Wasser zu sparen, als w\u00fcrde man komplett auf das Duschen verzichten.<\/p>\n<p>Wassermangel, der zu Problemen in der lokalen Lebensmittelversorgung trockener Gebiete f\u00fchren kann, wird auch durch die Nutzung anderer Ressourcen verursacht. So l\u00e4sst sich nicht nur beim Lebensmittelkauf Wasser sparen: Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom lagerten 83 Millionen nicht mehr verwendete Mobiltelefone Ende des Jahres 2011 in deutschen Schubladen. Hinter jedem Handy verstecken sich etwa 1300 Liter Wasser. Insgesamt w\u00e4ren das also 107 900 Millionen Liter Wasser, so viel wie 29 000 Schwimmbecken voll. W\u00fcrden diese Telefone also einfach l\u00e4nger genutzt, k\u00f6nnte das eingesparte Wasser durchaus f\u00fcr die Ern\u00e4hrung der immer noch wachsenden Weltbev\u00f6lkerung zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Da es noch keine Kennzeichnung f\u00fcr wasserschonend erzeugte Produkte gibt, kann sich der Verbraucher nur an den auch f\u00fcr alle anderen Nachhaltigkeitsaspekte geltenden Leitlinien orientieren: saisonal und regional einkaufen, bedarfsgerecht einkaufen und weniger wegwerfen, Waren mit Bio- oder Fairtrade-Siegel bevorzugen, langlebige Qualit\u00e4tsprodukte statt billiger Massenware kaufen.<\/p>\n<p><strong>Der Weltwassertag, der jedes Jahr am 22. M\u00e4rz begangen wird, will speziell dieses Jahr\u00c2\u00a0 daran erinnern, dass unser Konsumverhalten, wie etwa der immer noch steigende Fleischkonsum, dazu f\u00fchrt, dass die Trinkwasservorr\u00e4te trockener Regionen rasant schnell zur Neige gehen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Im Umweltzentrum Fulda wird am 22.3., dem Weltwassertag, eine Fortbildung zum Thema Virtuelles Wasser angeboten. Au\u00dferdem k\u00f6nnen hier Informationsmaterialien erworben werden, wie beispielsweise der Ratgeber zum Wassersparenden Einkaufen, den die Vereinigung Deutscher Gew\u00e4sserschutz e.V. im letzten Jahr herausgegeben hat.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Wer das h\u00f6rt, denkt wohl zun\u00e4chst einmal daran, dass ein Mensch ohne Nahrung 2-4 Wochen \u00fcberleben kann, ohne Wasser dagegen nur 2-4 Tage. Andere wissen, dass das Trinken von Wasser zum gesunden Abnehmen beitragen kann. 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