{"id":95945,"date":"2012-03-07T00:10:58","date_gmt":"2012-03-07T00:10:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=95945"},"modified":"2012-03-07T08:33:26","modified_gmt":"2012-03-07T08:33:26","slug":"lohnlucke-schliesen-hessen-bringt-antrag-auf-frauenministerkonferenz-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=95945","title":{"rendered":"Lohnl\u00fccke schlie\u00dfen \u2013 Hessen bringt Antrag auf Frauenministerkonferenz ein"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden. Hessen wird auf der 22. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der L\u00e4nder einen Antrag auf Pr\u00fcfung eines Entgeltgleichstellungsgesetzes stellen. Das k\u00fcndigte die Staatssekret\u00e4rin im Hessischen Sozialministerium, Petra M\u00fcller-Klepper, in Wiesbaden anl\u00e4sslich des Internationalen Frauentags am 8. M\u00e4rz an. <!--more--><\/p>\n<p>\u201eFrauen verdienen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als M\u00e4nner. Damit geh\u00f6rt Deutschland nach wie vor zu den Schlusslichtern in Europa. Diese Lohnl\u00fccke ist nicht akzeptabel und muss geschlossen werden\u201c, forderte die Staatssekret\u00e4rin. Die Lohndifferenz bestehe nun bereits, mit leichten Schwankungen, seit zehn Jahren. \u201eDie statistischen Daten legen nahe, dass 15 Prozent der Lohnl\u00fccke durch Faktoren wie Berufswahl oder Arbeitszeitgestaltung erkl\u00e4rbar sind. Acht Prozent bleiben jedoch ohne Erkl\u00e4rung, so dass davon auszugehen ist, dass hierf\u00fcr immer noch Rollenklischees verantwortlich sind\u201c, unterstrich Petra M\u00fcller-Klepper. Hier bestehe dringend Handlungsbedarf.<\/p>\n<p>In nahezu allen Berufen und auf allen Qualifikationsstufen w\u00fcrden Frauen schlechter bezahlt als M\u00e4nner, betonte die Staatssekret\u00e4rin. Die Bewertung von Arbeit m\u00fcsse sich an der Leistung und nicht am Geschlecht orientieren. \u201eChancengleichheit muss sich auch in der Bezahlung widerspiegeln\u201c, unterstrich die Staatssekret\u00e4rin. Sie beschrieb die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Lohnl\u00fccke als vielf\u00e4ltig: \u201eFrauen \u00fcbernehmen immer noch mehrheitlich die unbezahlte Arbeit in der Familie und sind dadurch h\u00e4ufiger teilzeitbesch\u00e4ftigt als M\u00e4nner. Durchschnittlich werden jedoch Teilzeitstellen, bezogen auf den Bruttostundenlohn, 19 Prozent schlechter bezahlt als Vollzeit-Arbeitspl\u00e4tze\u201c, erl\u00e4uterte Petra M\u00fcller-Klepper. Fehlende Aufstiegschancen und der immer noch aktuelle Trend der geschlechtstypischen Berufswahl seien weitere Faktoren. \u201eImmerhin die H\u00e4lfte aller jungen Frauen entscheidet sich nach wie vor f\u00fcr die f\u00fcnf \u00e2\u20ac\u0161klassischen\u00e2\u20ac\u02dc, und vergleichsweise schlecht bezahlten, Frauenberufe: B\u00fcrofachkraft, Arzthelferin, Friseurin, Verk\u00e4uferin und Kauffrau.\u201c Besonders ungerecht sei es jedoch, wenn bei gleicher Qualifikation und gleichen Rahmenbedingungen Frauen f\u00fcr die gleiche Arbeit schlechter bezahlt w\u00fcrden als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Punkt f\u00fcr eine gleichberechtigte Teilhabe sei es, so die Staatssekret\u00e4rin weiter, die heranwachsenden und zuk\u00fcnftigen Generationen von M\u00e4dchen stark zu machen. \u201eStarke M\u00e4dchen haben eine laute Stimme, mit der sie sich Geh\u00f6r verschaffen k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen ihnen gute Rahmenbedingungen bieten, damit sie einen eigenst\u00e4ndigen und selbstbewussten Weg gehen k\u00f6nnen.\u201c Daher habe sich die Hessische Landesregierung in diesem Jahr entschlossen, \u201eden ersten Internationalen M\u00e4dchentag im Oktober zum Anlass zu nehmen, eine Veranstaltung f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen starken Frauen vorzubereiten\u201c.<\/p>\n<p>Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben sei jedoch nicht nur ein Gebot der Gerechtigkeit, hob Petra M\u00fcller-Klepper anschlie\u00dfend hervor, sondern auch der wirtschaftlichen Vernunft. Es werde umfassend in die Bildung und Ausbildung von Frauen investiert, anschlie\u00dfend dieses Potenzial aber nicht ausreichend genutzt, erkl\u00e4rte die Staatssekret\u00e4rin. Indikatoren hierf\u00fcr seien die bestehende Lohnl\u00fccke und der Mangel an Frauen in F\u00fchrungspositionen. Nur jede vierte F\u00fchrungskraft auf der h\u00f6chsten Leitungsebene sei eine Frau. Der Frauenanteil in den Aufsichtsr\u00e4ten der 200 gr\u00f6\u00dften deutschen Unternehmen betrage nur rund 11 Prozent, in den Vorst\u00e4nden seien es etwa drei Prozent.<\/p>\n<p>Petra M\u00fcller-Klepper appellierte zudem: \u201eLassen Sie uns bei der Diskussion um Frauen in Aufsichtsr\u00e4ten aber nicht die Frauen vergessen, die zwar keine solche Position inne haben oder anstreben, aber genau das gleiche Recht auf Chancengleichheit, Gleichberechtigung und Entgeltgleichheit haben. Auch f\u00fcr sie gilt es weiterhin zu k\u00e4mpfen.\u201c Die Staatssekret\u00e4rin rief zu einem gemeinsamen Vorgehen von Sozialpartnern, Politik und gesellschaftlichen Kr\u00e4ften auf, um die gesetzlich verankerte Gleichberechtigung von Frauen und M\u00e4nnern in die Tat umzusetzen. \u201eEs besteht nach wie vor Handlungsbedarf. Wir d\u00fcrfen hierbei nicht nachlassen\u201c, erkl\u00e4rte sie abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. Hessen wird auf der 22. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der L\u00e4nder einen Antrag auf Pr\u00fcfung eines Entgeltgleichstellungsgesetzes stellen. Das k\u00fcndigte die Staatssekret\u00e4rin im Hessischen Sozialministerium, Petra M\u00fcller-Klepper, in Wiesbaden anl\u00e4sslich des Internationalen Frauentags am 8. 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