{"id":95404,"date":"2012-02-16T00:13:44","date_gmt":"2012-02-16T00:13:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=95404"},"modified":"2012-02-15T10:51:33","modified_gmt":"2012-02-15T10:51:33","slug":"rhonwinter-zeit-fur-naturbeobachtungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=95404","title":{"rendered":"Rh\u00f6nwinter: Zeit f\u00fcr Naturbeobachtungen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/24-Seidenschwanz.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-95405\" title=\"24 Seidenschwanz\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/24-Seidenschwanz-265x378.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/24-Seidenschwanz-265x378.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/24-Seidenschwanz-185x265.jpg 185w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/24-Seidenschwanz-419x600.jpg 419w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/24-Seidenschwanz.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Rh\u00f6n. Nachdem der Oktober und November 2011 mit wochenlangem Inversionswetter sehr mild und trocken war, kam im ebenfalls relativ milden Dezember viel Niederschlag \u2013 sogar mehr als das langj\u00e4hrige Mittel &#8211; in Form von Regen nieder. Aufgrund der stellenweise vorhandenen Mast bei der Rotbuche in unseren Breiten kamen mit dem Wintereinbruch im Norden und Osten Europas zahlreiche Finkenv\u00f6gel, insbesondere Bergfinken, aber auch Ringeltauben in unsere Region, die damit als \u00dcberwinterungsgebiet f\u00fcr nordeurop\u00e4ische Vogelarten eine wichtige Rolle spielt. <!--more--><\/p>\n<p>Unregelm\u00e4\u00dfige Winterg\u00e4ste bei uns sind V\u00f6gel der offenen Tundragebiete wie Schneeammern oder Rauhfu\u00dfbussarde, die ihrem Lebensraum entsprechende, geh\u00f6lzarme Offenlandschaften bei uns aufsuchen. Nur in besonders strengen skandinavischen Wintern verlassen Tannenh\u00e4her oder Seidenschw\u00e4nze ihre nordische Heimat in gr\u00f6\u00dferen Scharen, die bei uns die Siedlungsn\u00e4he und den Menschen nicht scheuen.<\/p>\n<p>Kurz vor der immer noch andauernden Frostperiode verlie\u00dfen Tausende Kraniche ihre nordostdeutschen und polnischen Brutgebiete, in denen sie bislang noch ausgeharrt hatten. In milden Wintern erh\u00f6ht sich die Neigung der V\u00f6gel, sich nicht auf den langen und gefahrvollen Weg nach Afrika zu begeben. Erst mit dem strengen Frost und dem Zufrieren der Quellbereiche verschwanden jetzt auch die \u00fcberwinternden Waldschnepfen in Richtung S\u00fcdwesten.<\/p>\n<p>Von denen unter einigen Apfelb\u00e4umen noch liegenden Fr\u00fcchten des guten Apfeljahres 2011 ern\u00e4hren sich Amseln und Wacholderdrosseln, die teilweise wenig menschenscheu sind und dadurch ihre nordische Herkunft verraten. Im Februar ist in den Hochlagen noch Paarungszeit beim Fuchs, den man vor allem an sonnigen Tagen gelegentlich sogar tags\u00fcber beobachten kann. Die im Januar geborenen Frischlinge der gut gem\u00e4stet in den Winter gegangenen Wildschweine werden in dieser K\u00e4lteperiode wohl \u00fcberwiegend zugrunde gehen, was zu einer Nachrausche und einem zweiten Frischen im April\/Mai f\u00fchren d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Rehe und Hirsche haben zurzeit ihren Stoffwechsel auf Sparflamme geschaltet. Sie versuchen, durch wenig Bewegung, Energie zu sparen. Sie schonen damit ihre Vorr\u00e4te an Winterspeck, der sie ern\u00e4hrt und gegen die K\u00e4lte isoliert. Sie m\u00fcssen auf diese Reserven auch noch im M\u00e4rz und April vor der eigentlichen Vegetationsperiode zur\u00fcckgreifen, bis es wieder ein gehaltvolleres Nahrungsangebot gibt. Bei den tr\u00e4chtigen Rehen und Hirschk\u00fchen entwickelt sich bereits deutlich der Embryo im Mutterleib, was ebenfalls Energie kostet.<\/p>\n<p>Und schon mit den ersten w\u00e4rmeren Tagen im M\u00e4rz kehren die Rotmilane und Feldlerchen aus ihren mediterranen Winterquartieren wieder in ihre Brutgebiete in der Rh\u00f6n zur\u00fcck, was durch warme S\u00fcdwestwinde beg\u00fcnstigt wird. Einzelne Rotmilane sind vor der Frostperiode noch im Rh\u00f6ngebiet gesichtet worden.<\/p>\n<p>Im Februar\/M\u00e4rz werden in den tieferen Lagen bereits die ersten Jungdachse im gesch\u00fctzten Erdbau das Licht der Welt erblicken. Tannenh\u00e4her und Fichtenkreuzschnabel schreiten zeitig im Jahr zur Brut, wof\u00fcr sie gut isolierte, kunstvolle Nester bauen. \u201eJe tiefer der Winter, desto n\u00e4her das Fr\u00fchjahr\u201c hei\u00dft ein alter Spruch. Die schon wieder deutlich l\u00e4nger andauernde Tageshelligkeit ist neben der Temperatur ein Ausl\u00f6ser f\u00fcr bestimmte Phasen j\u00e4hrlich wiederkehrender, biologischer Zyklen.<\/p>\n<p>Genie\u00dfen Sie die Frostperiode mit ihren bizarren Eisgebilden, stillen Naturerlebnissen und knirschendem Schnee unter den Schuhen, denn schon in wenigen Wochen ist die Regentschaft des Winters wieder vorbei. Damit die Wildtiere auch die f\u00fcr sie lebensbedrohliche Notzeit gut \u00fcberstehen, bittet die Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n darum, die Einst\u00e4nde und R\u00fcckzugsbereiche der Tiere zu respektieren und durch F\u00fctterung vor allem die Not der V\u00f6gel zu lindern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Nachdem der Oktober und November 2011 mit wochenlangem Inversionswetter sehr mild und trocken war, kam im ebenfalls relativ milden Dezember viel Niederschlag \u2013 sogar mehr als das langj\u00e4hrige Mittel &#8211; in Form von Regen nieder. Aufgrund der stellenweise vorhandenen Mast bei der Rotbuche in unseren Breiten kamen mit dem Wintereinbruch im Norden und Osten &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,52],"tags":[],"class_list":["post-95404","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-umwelt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=95404"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95404\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=95404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=95404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=95404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}