{"id":95355,"date":"2012-02-15T00:16:50","date_gmt":"2012-02-15T00:16:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=95355"},"modified":"2012-02-15T09:31:42","modified_gmt":"2012-02-15T09:31:42","slug":"kulturpreistrager-autor-und-padagoge-walter-heller-wurde-80-rhoner-landsmann-und-anerkannter-schriftsteller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=95355","title":{"rendered":"Kulturpreistr\u00e4ger, Autor und P\u00e4dagoge Walter Heller wurde 80: Rh\u00f6ner Landsmann und anerkannter Schriftsteller"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Walter-Heller.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-95356\" title=\"Walter Heller\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Walter-Heller-265x173.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Walter-Heller-265x173.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Walter-Heller.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda (mb). Der Schalk sitzt Walter Heller im Nacken. Sein Lachen ist sympathisch ansteckend. Hellwach, kraftvoll und forschend blitzen die Augen. Auch mit 80 ist Fuldas Kulturpreistr\u00e4ger nach wie vor ein \u201eHansdampf\u201c \u2013 vielleicht aber nicht mehr in allen Gassen. Gerne, einf\u00fchlsam und pr\u00e4gnant hat er geschrieben. Heute schwingt Walter Heller nicht mehr ganz so oft die Feder. \u201eAb und zu schreibe ich noch ein Gedicht \u2013 f\u00fcr Freunde\u201c, sagt er mit angenehmer, deutlicher Stimme in seiner unnachahmlich temperamentvollen Art, mit der er ganze Generationen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern f\u00fcr die F\u00e4cher Geschichte und Deutsch &#8211; zuletzt am Freiherr-vom-Stein Gymnasium &#8211; begeistert hat. Auch mich.<!--more--><strong>\u201eR\u00e4uber vom Teufelstein\u201c<\/strong><br \/>\nGem\u00fctlich prasselt das Feuer im offenen Kamin des Wohnzimmers. Wohlige W\u00e4rme durchstr\u00f6mt den Raum, um dessen Tisch die Geburtstagsgratulanten Platz genommen haben. Gerne hat sich auch Fuldas Kulturdezernent Gerhard M\u00f6ller die Zeit genommen, um an diesem rauen, grauen Nachmittag einem \u201eRh\u00f6ner Landsmann\u201c zum 80. zu gratulieren. \u201eEinem unserer anerkannten Schriftsteller aus der Region.\u201c Besonders sch\u00e4tzt der Oberb\u00fcrgermeister an Heller, dass er den Rh\u00f6nern ein \u201eliterarisches Denkmal\u201c gesetzt habe. Mehr noch, Fuldas Kulturpreistr\u00e4ger hat auch ein St\u00fcck Sozialgeschichte auf sehr eindrucksvolle Weise wiedergegeben. Daf\u00fcr steht im besten Sinne\u00c2\u00a0 sein erster Heimatroman mit der Geschichte des \u201earmen Teufels vom Teufelstein\u201c: Kaspar Maul.<\/p>\n<p>In seinem Buch beschreibt Walter Heller die \u00e4rmlichen Lebensbedingungen der Menschen an der Steinwand, ihr bedr\u00fcckendes Schicksal. Er erz\u00e4hlt packend und erfrischend lebhaft, wie aus Kaspar, dem Jungen aus einem bescheidenen Tagel\u00f6hner-H\u00e4uschen der k\u00fchne \u201eR\u00e4uber vom Teufelstein\u201c wird. Erfahrungen aus den Jugendjahren an der Steinwand, wo der Autor und P\u00e4dagoge aufgewachsen ist, m\u00f6gen sicherlich in diesen Roman eingeflossen sein. Autobiografische Z\u00fcge tragen unverkennbar der Erz\u00e4hlband \u201eFindlinge\u201c oder Hellers griechisches Reisetagebuch.<\/p>\n<p>Apropos Griechenland: Da ger\u00e4t der weltl\u00e4ufige Dietershaner ins Schw\u00e4rmen. Sieben Jahre hat er als Lehrer an der Deutschen Schule in Athen verbracht, den \u00e4u\u00dferst raren Schnee auf der Akropolis bewundert und mit Liebe und Leidenschaft in seiner Lyrik das \u201emediterrane Licht, in dem sogar die Schatten zu brennen scheinen, aber auch die geschichtliche, ja mythische Tiefe griechischer Orte und Landschaften beschrieben\u201c, wie sein Kollege und Freund Gerold Effert \u2013 ebenfalls Kulturpreistr\u00e4ger der Stadt &#8211; zum 70. in einer Betrachtung geradezu euphorisch \u00fcber ihn schreibt. Seine \u201eheimliche Liebe\u201c zum griechischen Abschnitt seines Lebens hat er bildlich im Wohnzimmer eingefangen. Zarte pastellfarbene Gem\u00e4lde des K\u00fcnstlers und Kunstlehrers Oswald Pejas vermitteln in warmen T\u00f6nen einen stimmungsvollen Eindruck der H\u00e4user, der s\u00fcdl\u00e4ndischen Landschaft und des Meeres.<\/p>\n<p><strong>Sprachliches Denkmal<\/strong><br \/>\nMit seinem Standardwerk \u201eEs ha\u00e4dd au nuch schlemmer konnt gewa\u00e4r\u201c, einem Mundart-Buch, hat sich Walter Heller ein \u201esprachliches Denkmal\u201c unter den Freunden des heimischen Dialekts gesetzt. Der besondere Verdienst des Autors liege darin, so notiert Gerold Effert, dass er die urw\u00fcchsig frische Sprache lautlich genau festgehalten und damit auch vor dem allm\u00e4hlichen Vergessen bewahrt habe wie kein anderer vor ihm. Seine Schnurren (mundartliche Geschichten) seien vielmehr als nur \u201eKurztexte aus vergangenen Zeiten\u201c: weitab von r\u00fchrseliger Nostalgie erscheinen darin anschaulich die meist \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnisse in der Hohen Rh\u00f6n, und es leuchtet die Eigenart ihrer Menschen auf, ihre Bauernschl\u00e4ue, ihr Mutterwitz, ihr manchmal derber Humor, mit dem sie eine oft bedr\u00fcckende Lage sprachlich zuspitzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Sch\u00f6nheit der Dialekte<\/strong><br \/>\nDen Weg zur Literatur, den Zugang zur Mundart hat Heller, der 1932 an der Steinwand in der Rh\u00f6n geboren wurde, \u00fcber das Studium gefunden. Nach dem Abitur am Fuldaer Domgymnasium studierte er in W\u00fcrzburg und Marburg Germanistik, Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaften. In dieser Zeit besch\u00e4ftigte er sich mit Volkskunde und Mundarten. Hellers zeitweilige Mitarbeit am Deutschen Sprachatlas in Marburg \u00f6ffnete ihm durch die Forschungsarbeit den Blick f\u00fcr die Sch\u00f6nheit deutscher Dialekte. Seine ersten Versuche mit eigener Lyrik fallen ebenfalls in die Marburger Studienzeit. Fuldas Kulturdezernent hofft, dass \u201eWalter Heller noch lange diese besondere Gabe, die heimische Mundart zu bewahren und zu vermitteln, pflegen wird.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (mb). Der Schalk sitzt Walter Heller im Nacken. Sein Lachen ist sympathisch ansteckend. Hellwach, kraftvoll und forschend blitzen die Augen. Auch mit 80 ist Fuldas Kulturpreistr\u00e4ger nach wie vor ein \u201eHansdampf\u201c \u2013 vielleicht aber nicht mehr in allen Gassen. Gerne, einf\u00fchlsam und pr\u00e4gnant hat er geschrieben. 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