{"id":95236,"date":"2012-02-11T00:09:49","date_gmt":"2012-02-11T00:09:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=95236"},"modified":"2012-02-11T09:18:38","modified_gmt":"2012-02-11T09:18:38","slug":"isolation-statt-inklusion-verein-eine-schule-fur-alle-in-fulda-e-v-informierte-uber-das-neue-hessische-schulgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=95236","title":{"rendered":"Isolation statt Inklusion? Verein \u201eEine Schule f\u00fcr Alle! in Fulda e.V.\u201c informierte \u00fcber das neue hessische Schulgesetz"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/120210_Verein.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-95237\" title=\"120210_Verein\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/120210_Verein.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/120210_Verein.jpg 592w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/120210_Verein-265x170.jpg 265w\" sizes=\"(max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><\/a>Fulda.<\/strong> Eine Inklusionsquote von 90 oder sogar 100 Prozent? Davon kann der Verein \u201eEine Schule f\u00fcr Alle! in Fulda e.V.\u201c nur tr\u00e4umen. W\u00e4hrend es in skandinavischen L\u00e4ndern oder Italien l\u00e4ngst gang und g\u00e4be ist, Kinder mit Behinderungen an Grundschulen bzw. weiterf\u00fchrenden Schulen zu unterrichten, wirft das Thema Inklusion hierzulande viele Fragen auf und sorgt f\u00fcr einen gro\u00dfen Beratungsbedarf bei betroffenen Eltern und Fachpersonal. Das wurde beim Familienbrunch des Vereins \u201eEine Schule f\u00fcr alle e.V\u201c deutlich.<\/p>\n<p>Foto: Marzena Traber<!--more--><\/p>\n<p>\u201eObwohl in Deutschland seit fast drei Jahren die UN-Konvention \u00fcber die Rechte von Menschen mit Behinderung gilt, bildet Deutschland das klare Schlusslicht in Sachen Inklusion\u201c, berichtete Eva Wingerter, Leiterin der Inklusiven Beratungs- und Koordinationsstelle der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben &#8211; Gemeinsam lernen e.V. (LAG) in Frankfurt. Die Diplom-P\u00e4dagogin arbeitet seit f\u00fcnf Jahren bei der LAG und ber\u00e4t Familien sowie in der Behindertenarbeit t\u00e4tige Fachkr\u00e4fte, wenn es um die F\u00f6rderung von Kindern mit Behinderung in den allgemeinen Schulen geht.<\/p>\n<p>Angesichts des zum 1. August 2011 in Kraft getretenen hessischen Schulgesetzes, das den Anspruch tr\u00e4gt, die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention zu gew\u00e4hrleisten, informierte Wingerter beim Familienbrunch umfassend \u00fcber das neue Recht auf schulische Inklusion. Denn nach Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention hat jedes Kind mit Behinderung das Recht auf Zugang zum allgemeinen Bildungssystem.<\/p>\n<p>Der aktuelle Stand der Inklusion zeigt jedoch, dass es bis zur 100-Prozent-Quote noch ein weiter Weg sein wird. Laut Wingerter werden in Hessen derzeit lediglich 12,3 Prozent der Sch\u00fcler mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf in einer allgemeinen Schule gef\u00f6rdert. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Integrationsquote bei 20, 6 Prozent, im europ\u00e4ischen Durchschnitt bei knapp 79 Prozent. Bleibt Inklusion in Deutschland also nicht viel mehr als eine Vision?<\/p>\n<p>\u201eIm Moment herrscht tats\u00e4chlich noch sehr viel Rat- und Planlosigkeit in den hessischen Schulen\u201c, wei\u00df Wingerter. \u201eEs gibt zwar das neue Schulgesetz, aber noch keine Rechtsverordnung, wie Inklusion konkret umgesetzt werden soll.\u201c In einer Pressemitteilung des Kultusministeriums hie\u00df es k\u00fcrzlich, dass die Verordnung voraussichtlich bis zum Ende des ersten Quartals vorliegen werde.<\/p>\n<p>Nach dem neuen Hessischen Schulgesetz k\u00f6nnen also alle schulpflichtigen Kinder \u2013 ob mit oder ohne Behinderung \u2013 in der allgemeinen Schule angemeldet werden. Ob es aber zu einem Regelschulbesuch kommt, h\u00e4ngt von der Empfehlung des zust\u00e4ndigen F\u00f6rderausschusses und in letzter Instanz vom Staatlichen Schulamt ab. Bei der Entscheidungsfindung d\u00fcrften wohl auch die individuellen Ressourcen der Schulen eine ma\u00dfgebliche Rolle spielen. Da das Kultusministerium keine zus\u00e4tzlichen Mittel bereit stellt und weiterhin am bestehenden F\u00f6rderschulsystem festh\u00e4lt, f\u00fcrchtet Wingerter, dass weiterhin Isolation statt Inklusion stattfinden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u201eWir brauchen Mut zur Ver\u00e4nderung, eine Umverteilung der Ressourcen und noch mehr solcher Initiativen wie den Verein \u201eEine Schule f\u00fcr Alle! in Fulda e.V.\u201c, der eine politische und gesellschaftliche Debatte anst\u00f6\u00dft und die Institutionen bei der Entwicklung eines inklusiven Schulsystems unterst\u00fctzt\u201c, betonte die Diplom-P\u00e4dagogin abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p><strong>INFOKASTEN<\/strong><\/p>\n<p>Der Verein \u201eEine Schule f\u00fcr Alle! in Fulda e.V.\u201c sieht im Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention, ein inklusives Schulsystem aufzubauen, die Chance, das Schulsystem f\u00fcr alle Kinder gerechter und besser zu gestalten. Auch Kinder ohne k\u00f6rperliche oder geistige\u00c2\u00a0 Behinderungen brauchen einen Unterricht, der auf ihre individuellen Lernbed\u00fcrfnisse ausgerichtet ist. Um dies zu erreichen, bietet der Verein Informationsveranstaltungen f\u00fcr Eltern an, aber auch Unterst\u00fctzung f\u00fcr interessierte Lehrkr\u00e4fte, durch Fortbildungsangebote. Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.eineschulefueralle-fulda.de\">www.eineschulefueralle-fulda.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Eine Inklusionsquote von 90 oder sogar 100 Prozent? Davon kann der Verein \u201eEine Schule f\u00fcr Alle! in Fulda e.V.\u201c nur tr\u00e4umen. 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