{"id":95189,"date":"2012-02-09T00:12:37","date_gmt":"2012-02-09T00:12:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=95189"},"modified":"2012-02-09T08:48:48","modified_gmt":"2012-02-09T08:48:48","slug":"immer-mehr-betriebe-haben-probleme-stellen-zu-besetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=95189","title":{"rendered":"Immer mehr Betriebe haben Probleme Stellen zu besetzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hessen.\u00c2\u00a0<\/strong>Wie sehen die Betriebe die Entwicklung bei ihren Besch\u00e4ftigten? Dieser Frage ging das Institut f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) an der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt im Auftrag der Regionaldirektion Hessen bei Betrieben aus der Rhein-Main Region nach einer Befragung im Jahr 2009 nochmals im Herbst 2011 nach. Erfragt wurde nicht nur die Voraussage der Gesamtentwicklung, sondern auch eine Einsch\u00e4tzung zu ausgew\u00e4hlten Berufsgruppen.\u00c2\u00a0Fast jeder dritte Betrieb in der Region bef\u00fcrchtet betriebliche Auswirkungen aufgrund des demografisch bedingten R\u00fcckgangs an verf\u00fcgbaren Arbeitskr\u00e4ften.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Akademiker und Fertigungsfachkr\u00e4fte zunehmend gefragt<\/strong><\/p>\n<p>Die Probleme der Betriebe, Akademikerstellen zu besetzen, sind in den letzten zwei Jahren deutlich gestiegen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Naturwissenschaftler, Ingenieure und Informatiker. Von den Betrieben in der Region Rhein-Main, die zum Befragungszeitpunkt diese Berufsgruppe besch\u00e4ftigten, hatte jeder vierte Betrieb in den letzten sechs Monaten Probleme bei der Stellenbesetzung.<\/p>\n<p>Dabei beschr\u00e4nkt sich das Problem nicht nur auf den hochqualifizierten Bereich. Auch bei den Besch\u00e4ftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung ist die Stellenbesetzung schwierig. So liegt bei den Fertigungsberufen der Anteil der Betriebe, die nach Fachleuten suchen inzwischen bei \u00fcber 25 Prozent. Auch bei den Kaufleuten und B\u00fcrofachkr\u00e4ften gibt es zunehmend Probleme; dies vermeldet zwischenzeitlich jeder zehnte Betrieb. Noch vor zwei Jahren gab es bei dieser Gruppe kaum Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler des IWAK-Institutes sehen den starken Anstieg gegen\u00fcber dem Jahr 2009 ma\u00dfgeblich durch konjunkturelle Faktoren bestimmt. 2011 wuchs das BIP in Deutschland um drei Prozent, bei der Befragung 2009 dagegen f\u00fchrte die Wirtschafts- und Finanzkrise zur st\u00e4rksten Rezession der Nachkriegszeit.<\/p>\n<p>\u201eDer Arbeitsmarkt hat sich 2009 und 2010 auch dank des Instrumentes der Kurzarbeit schnell erholt und die Arbeitslosenzahlen sanken dementsprechend deutlich. Selbst im Krisenjahr gab es bereits Betriebe, die Stellen nicht besetzten konnten. Dies betraf wie auch jetzt nur einzelne Berufsgruppen und Regionen. Jetzt zeigt sich, dass neue Bedarfe hinzukommen. Wie zum Beispiel der Ruf nach Experten f\u00fcr Informatik und Softwareentwicklung\u201c, so Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen.<\/p>\n<p><strong>Betriebliche Strategien zur Fachkr\u00e4ftedeckung variieren<\/strong><\/p>\n<p>Die Strategien der Betriebe, um dem erwarteten demografisch bedingten R\u00fcckgang an verf\u00fcgbaren Arbeitskr\u00e4ften entgegenzuwirken, sind zwischen den Wirtschaftszweigen unterschiedlich. Die verst\u00e4rkte betriebliche Ausbildung, die insgesamt 40 Prozent aller Betriebe der Region Rhein-Main anstreben, favorisiert vor allem der Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Aber auch Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe gaben \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig an, ihre Ausbildungsaktivit\u00e4ten verst\u00e4rken zu wollen.<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentliche Verwaltung setzt eher auf innerbetriebliche Reorganisation und betriebliche Weiterbildung. Das Baugewerbe sowie der Bereich Verkehr und Lagerei sehen vor allem in der Einstellung ausl\u00e4ndischer Arbeitskr\u00e4fte L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten. Der Sektor Information und Kommunikation will sowohl die betriebliche Weiterbildung als auch die betriebliche Ausbildung haupts\u00e4chlich nutzen. Allerdings hat die Einstellung ausl\u00e4ndischer Arbeitskr\u00e4fte ebenfalls einen hohen Stellenwert.<\/p>\n<p><strong>Strategien, die aus Sicht Frank Martins richtig, aber l\u00e4ngerfristig nicht ausreichen werden:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eSchon jetzt haben wir die Situation, dass nicht mehr alle Ausbildungspl\u00e4tze besetzt werden k\u00f6nnen und der Konkurrenzdruck zwischen den Betrieben, aber auch den Regionen steigt. Nicht alle werden wie erhofft ihren Fachkr\u00e4ftebedarf so l\u00f6sen k\u00f6nnen. Erfolgversprechender ist es sicherlich, wenn die Betriebe ihre Strategien erweitern, um inl\u00e4ndisches und ausl\u00e4ndisches Personal zu gewinnen. Die Bundesagentur unterst\u00fctzt Arbeitgeber auch bei der Suche im Ausland.\u201c<\/p>\n<p><strong>Besch\u00e4ftigte passend qualifiziert<\/strong><\/p>\n<p>Einen m\u00f6glichen Fachkr\u00e4ftemangel durch einen effektiveren Einsatz bislang unterwertig Besch\u00e4ftigter zu reduzieren, scheint aus betrieblicher Sicht nur bedingt m\u00f6glich. Nur recht wenige Betriebe sind der Ansicht, dass ein Teil ihrer Besch\u00e4ftigten f\u00fcr ihre aktuelle T\u00e4tigkeit \u00fcberqualifiziert seien. Ein Gro\u00dfteil der Betriebe in der Region beurteilt ihre Belegschaft als passend qualifiziert. Das Potential \u00fcberqualifizierter Mitarbeiter liegt laut Befragung bei lediglich 5,0 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hessen.\u00c2\u00a0Wie sehen die Betriebe die Entwicklung bei ihren Besch\u00e4ftigten? 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