{"id":9517,"date":"2008-05-22T23:37:14","date_gmt":"2008-05-22T21:37:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=9517"},"modified":"2008-05-22T23:46:34","modified_gmt":"2008-05-22T21:46:34","slug":"atholiken-feierten-fronleichnam-predigt-von-bischof-algermissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=9517","title":{"rendered":"Katholiken feierten Fronleichnam \u2013 Predigt von Bischof Algermissen"},"content":{"rendered":"<p><strong> Fulda. <\/strong>Mit Gottesdiensten und Prozessionen feierten die Katholiken heute das Fronleichnamsfest. Eine der gr\u00f6\u00dften Fronleichnamsprozessionen in Hessen fand in Fulda statt, wo das Fest seit \u00fcber 700 Jahren begangen wird. Rund 3.000 Gl\u00e4ubige zogen hier nach einem Gottesdienst auf dem Domplatz bei strahlendem Sonnenschein durch die mit frischem Birkengr\u00fcn, Blumenteppichen und gelb-wei\u00dfen Fahnen geschm\u00fcckte Innenstadt.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eDie pilgernde Kirche ist stets die eucharistische, \u00f6sterliche Kirche. In der Feier der Eucharistie vergegenw\u00e4rtigt sich f\u00fcr uns die liebende Zuwendung Gottes in Jesus Christus, die wir auch weiterzugeben haben.\u201c Darauf wies Bischof Heinz Josef Algermissen in seiner Predigt in dem Pontifikalamt besonders hin. Die Gemeinschaft der Glaubenden habe sich von Anfang an als pilgernde Kirche erfahren, so da\u00df das Zweite Vatikanische Konzil die Spiritualit\u00e4t der Kirche so bezeichnete: \u201eKirche ist das auf dem Weg Jesu Christi pilgernde Gottesvolk\u201c.<\/p>\n<p>Aber das \u201ealles entscheidende Kennzeichen des Weges\u201c d\u00fcrfe niemals fehlen, weshalb das Konzil das pilgernde Gottesvolk auf die Feier der Heiligen Eucharistie zentriere. \u201eSie ist das alles ver\u00e4ndernde Gnadengeschenk, das unsere armen leeren H\u00e4nde f\u00fcllt und uns wissen l\u00e4\u00dft: Mit den Menschen unserer Stadt Fulda ist Gott tats\u00e4chlich auf dem Weg, auch wenn manche von ihnen ohne Gott auskommen wollen.\u201c<\/p>\n<p>Am Beginn seiner Predigt stellte der Oberhirte heraus, da\u00df die Katholische Kirche Fronleichnam unter den Blicken der \u00d6ffentlichkeit feiere, obwohl viele einem heute weismachen wollten, der Glaube geh\u00f6re nicht in die \u00d6ffentlichkeit, sondern in das \u201estille K\u00e4mmerlein\u201c. Die Kirche wolle zeigen, \u201eworaus sie lebt und was sie zu vermitteln hat\u201c. Das Fest erwuchs im 13.\/14. Jahrhundert aus der Vorstellung, da\u00df die F\u00fclle dessen, was den Menschen im Verm\u00e4chtnis Jesu Christ geschenkt wurde, in der Liturgie des Gr\u00fcndonnerstagabends allein gar nicht voll zum Ausdruck kommen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>\u201eFronleichnam ist also ein Erg\u00e4nzungsfest zu Gr\u00fcndonnerstag und damit wesentlich auf die Hl. Eucharistie bezogen\u201c, unterstrich der Bischof. \u201eIn der Feier der Eucharistie begegnen wir dem Auferstandenen und in der Kraft seines Geistes gegenw\u00e4rtigen Christus. Mit dieser \u00dcberzeugung steht oder f\u00e4llt unser christlicher Glaube.\u201c Ohne die Glaubens\u00fcberzeugung, da\u00df Jesus Christus bei den Menschen bis zum Ende aller Tage gegenw\u00e4rtig sei, w\u00e4re die Feier der Eucharistie laut Algermissen nichts anderes als Totenkult und damit ein weiterer Ausdruck der Trauer \u00fcber die Allmacht des Todes in der heutigen Welt.<\/p>\n<p>In der Feier der Eucharistie begegne einem der Auferstandene selbst und sei gegenw\u00e4rtig. \u201eChristus ist der eigentliche Vorsteher der eucharistischen Liturgie\u201c, hob Bischof Algermissen hervor. Der geweihte Priester vollziehe dieses Geheimnis \u201ein persona Christi\u201c. Die Kirche sei deshalb im Kern Eucharistie, und von der Eucharistie her werde sie immer wieder neu aufgebaut.<\/p>\n<p>\u201eDenn die Einheit der vielen Glaubenden in der Gemeinschaft der Kirche kommt vom eucharistischen Brot und damit von Christus her.\u201c Christus schenke den Gl\u00e4ubigen seinen Leib, damit sie selbst Leib Christi w\u00fcrden. \u201eIn der Eucharistie gehen wir in das \u00fcber, was wir empfangen. Wir empfangen den Leib Christi, um immer deutlicher und glaubw\u00fcrdiger den Leib Christi in dieser Welt darzustellen und zu bilden\u201c, so der Oberhirte weiter.<\/p>\n<p>Die Eucharistie wirke deshalb \u00fcber den Abschlu\u00df der liturgischen Feier hinaus. In der Leibhaftigkeit, die Christi Gegenwart in den eucharistischen Gaben angenommen habe, werde die Kirche von Christus auch weiterhin geleitet. \u201eEr geht sozusagen mit ihr auf ihrem Weg in den Alltag der Menschen, auf den Stra\u00dfen dieser Welt, so wie wir es gleich bei der Prozession zeigen.\u201c<\/p>\n<p>Der Gottesdienst m\u00fcsse hinauswirken in die Welt, wie der Bischof weiter hervorhob. Papst Johannes Paul II. habe einen Lebenszusammenhang zwischen der Feier der Eucharistie und der \u00f6ffentlichen sozialen Verantwortung erblickt, wenn er in seiner letzten gro\u00dfen Enzyklika \u201eEcclesia de eucharistia\u201c betonte: \u201eWir alle, die an der Hl. Eucharistie teilnehmen, sind dazu aufgerufen, durch dieses Sakrament den tieferen Sinn unseres Handelns in der Welt f\u00fcr Entwicklung und Frieden zu entdecken.\u201c<\/p>\n<p>An Fronleichnam zeigten katholische Christen auf dem Weg der Prozession das wichtigste und gr\u00f6\u00dfte, das ihrem Leben angeboten sei. Schon die ersten Christen sahen sich als Kirche unterwegs. Sie wurden \u201eAnh\u00e4nger des neuen Weges\u201c genannt. Sie gingen dabei nicht irgendwie auf einem Weg los, ohne Richtung und Ziel. Der Bischof bezeichnete es als albern, wenn man heute behaupte, der Weg allein sei das Ziel. Die ersten Christen h\u00e4tten gewu\u00dft, da\u00df Jesus als der Weg ihnen die Orientierung war, \u201edie wir heute so krankhaft suchen\u201c. Seine J\u00fcnger berief er, ihm auf seinem Weg nachzufolgen. J\u00fcngersein hei\u00dfe seitdem, den Spuren Jesu zu folgen, zum Beispiel jener Spur, die Jesus mit dem barmherzigen Samariter und dessen Handeln gelegt habe. \u201eEs liegt in der Spur Jesu, die Opfer am Wegrand nicht zu \u00fcbersehen, die Menschen, die atem- oder kraftlos geworden sind, sie vielmehr zu bergen, Herberge zu schaffen und f\u00fcr Heilung zu sorgen.\u201c Dazu sei Kirche da.<\/p>\n<p>Im Weg Jesu Christi werde die Liebe Gottes zu den Menschen konkret, insbesondere zu den Verlorenen. \u201eIn der Spur Jesu Christi haben daher die Verlorenen unserer Zeit in der Kirche einen besonderen Platz: die materiell Armen ebenso wie die seelisch Obdachlosen; die Menschen, die nicht wissen, wie es weitergeht; die, die in der Gesellschaft zur\u00fcckbleiben, oder aus ihr herausfallen ebenso wie die, die in Einsamkeit und Elend leben\u201c, fuhr Algermissen fort. Kirche auf dem Weg sei immer caritative, diakonische Kirche.<\/p>\n<p>Die gemeinsame Eucharistiefeier war laut Algermissen f\u00fcr die ersten Christen die Mitte des Gemeindelebens, vor allem am ersten Tag der Woche, am Sonntagmorgen. Hier h\u00e4tten sie sich Kraft f\u00fcr ihre Mission in der heidnischen Umwelt geholt. Darum sei, wie das Zweite Vatikanische Konzil sage, auch heute die Feier der Eucharistie \u201eQuelle und H\u00f6hepunkt des ganzen christlichen Lebens\u201c. Ohne die Feier der Eucharistie k\u00f6nne es nach katholichem Verst\u00e4ndnis kein gemeindliches christliches Leben geben. Aus der Mitte der Eucharistie lebten Christen im Wandel der Zeit, selbst wenn die Struktur der Kirche sich \u00e4ndere. \u201eDie gemeinsame Feier der Hl. Eucharistie gibt unserem Weg Kraft, Kennzeichen und Kontur \u2013 das bekennen wir\u201c, schlo\u00df der Bischof.<\/p>\n<p>Der Fuldaer Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber sang Chors\u00e4tze aus der \u201eMissa brevis\u201c von G. P. da Palestrina sowie weitere Chor\u00e4le, zum Teil im Wechsel mit der Gemeinde; an der Orgel Domorganist Prof. Hans-J\u00fcrgen Kaiser. (bpf)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Mit Gottesdiensten und Prozessionen feierten die Katholiken heute das Fronleichnamsfest. Eine der gr\u00f6\u00dften Fronleichnamsprozessionen in Hessen fand in Fulda statt, wo das Fest seit \u00fcber 700 Jahren begangen wird. 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