{"id":95147,"date":"2012-02-08T00:10:41","date_gmt":"2012-02-08T00:10:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=95147"},"modified":"2012-02-07T19:43:54","modified_gmt":"2012-02-07T19:43:54","slug":"theologische-fakultat-beging-traditionelle-hrabanus-maurus-akademie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=95147","title":{"rendered":"Theologische Fakult\u00e4t beging traditionelle Hrabanus-Maurus-Akademie"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/120206_Festakademie.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-95161\" title=\"120206_Festakademie\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/120206_Festakademie-265x134.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"134\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/120206_Festakademie-265x134.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/120206_Festakademie.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda.<\/strong> \u201eChristen stellen das Kreuz Christi bewusst in den Mittelpunkt der gottesdienstlichen Feiern und machen es zum Vor-Zeichen des Christseins\u201c, unterstrich der Gro\u00dfkanzler der Theologischen Fakult\u00e4t Fulda, Bischof Heinz Josef Algermissen, am Freitag zum Abschluss der traditionellen Hrabanus-Maurus-Akademie, des Patronatsfestes der Fakult\u00e4t, hervor. Der Oberhirte machte in seinem Schlusswort im Auditorium maximum deutlich, dass Orientierungslosigkeit die \u201egro\u00dfe Not unserer Zeit\u201c sei. \u201eWo die Mitte des Glaubens verloren geht, klaffen im Leben L\u00fccken. Das sp\u00fcren wir in unserer Gesellschaft, wenn die Ehrfurcht vor dem Leben immer mehr zu schwinden scheint.\u201c Wo Gott nicht mehr im Blick sei, schauten Menschen auch weg, wenn es um den Menschen und sein Leid gehe. Wenn Menschen nicht mehr zum Kreuz aufschauten, schwinde ihre Hoffnung.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Festvortrag \u00fcber die Frage nach der Existenz Gottes angesichts des Leids<\/strong><\/p>\n<p>Bischof Algermissen bezeichnete es als die Aufgabe der Theologischen Fakult\u00e4t, die Suche nach Gott auszuhalten und zu reflektieren und sich dem \u201egro\u00dfen Geheimnis Gottes\u201c zu n\u00e4hern, wie es der heilige Benedikt bereits f\u00fcr die Kandidaten f\u00fcr das M\u00f6nchsleben gefordert hatte. Der Bischof dankte dem Diplomtheologen Thomas Smettan f\u00fcr seinen Festvortrag mit dem provokanten Titel \u201eAus den geschaffenen Dingen kann die Nicht-Existenz Gottes sicher erkannt werden!?\u201c. Zu Beginn der Festakademie hatte Rektor Monsignore Prof. Dr. Christoph Gregor M\u00fcller den Bischof sowie Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, die anwesenden Domkapitulare und Professoren der Theologischen Fakult\u00e4t und zahlreiche weitere G\u00e4ste aus Kirche und Gesellschaft begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Thomas Smettan schlug mit seinem kurzweiligen Vortrag \u00fcber die Frage, ob aufgrund des Leids in der Welt auf die Nicht-Existenz Gottes geschlossen werden k\u00f6nne (sogenannte Theodizee-Frage), seine \u00fcber 100 Zuh\u00f6rer in den Bann. Angesichts atheistischer philosophischer Thesen gelang es ihm \u00fcberzeugend, den Glauben an einen allm\u00e4chtigen, allg\u00fctigen Gott trotz der Existenz des Leids zu verteidigen. Smettan gab zu bedenken, man k\u00f6nne Leid nicht einfach als Strafe Gottes oder etwas letztlich Gutes abtun.<\/p>\n<p>Vielmehr stellte er heraus, dass Gott, gerade weil er gut sei, Menschen wolle, die \u00fcber eine \u201esittlich relevante Freiheit\u201c verf\u00fcgten und lieben k\u00f6nnten. Leid, das Menschen anderen zuf\u00fcgten, entstehe aus dieser Freiheit. Ebenso sei es mit den Naturkatastrophen: Diese entst\u00fcnden aus den f\u00fcr die Freiheit des Gesch\u00f6pfes unausweichlichen Naturgesetzen und f\u00fchrten ebenfalls oft zu sinnlosem Leid. \u201eUm einen Sinn f\u00fcr Gott zu erhalten, muss man auf Erden als Mensch einen Sinn f\u00fcr das moralisch Gute entwickeln\u201c, betonte der Referent in Bezug auf die Freiheit des Menschen.<\/p>\n<p>Diese habe zur Konsequenz, dass der Mensch echte Verantwortung habe und damit oft auch Herr \u00fcber Leben und Tod sei. Da es Gottes ewiger Plan sei, dass die Menschen Verantwortung tragen, lasse er Leid zu. Wenn man nun argumentiere: \u201eG\u00e4be es Gott, w\u00fcrde er \u00f6fter auf wundersame Weise eingreifen\u201c, so sei dem entgegenzuhalten, dass die Welt dann undurchschaubar w\u00fcrde und letztlich die Freiheit des Gesch\u00f6pfs nicht mehr best\u00fcnde.<\/p>\n<p>Am Ende der Veranstaltung wurden drei Diplomtheologen und angehende Diakone f\u00fcr ihre Abschlussarbeiten mit dem Eduard-Schick-Preis ausgezeichnet, den der fr\u00fchere Fuldaer Bischof gestiftet hatte: Sebastian Bieber (H\u00fcnfeld) f\u00fcr seine Arbeit \u00fcber \u201eDie Theorie des Gerechten Krieges in Zeiten asymmetrischer Bedrohungslagen\u201c, Oliver Henkel (Burghaun) f\u00fcr seine Arbeit \u201eW\u00fcrde der Kreatur?\u201c und Thomas Smettan (Zella\/Rh\u00f6n) f\u00fcr seine Arbeit \u201eF\u00fchrt das Theodizee-Problem zur Irrationalit\u00e4t des Glaubens?\u201c. Jeder Preistr\u00e4ger erhielt die Summe von 1.000 Euro. Die Akademieveranstaltung wurde musikalisch umrahmt durch ein Instrumentalensemble mit St\u00fccken von G. Goltermann, J. S. Bach und F. Liszt. (bpf)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. \u201eChristen stellen das Kreuz Christi bewusst in den Mittelpunkt der gottesdienstlichen Feiern und machen es zum Vor-Zeichen des Christseins\u201c, unterstrich der Gro\u00dfkanzler der Theologischen Fakult\u00e4t Fulda, Bischof Heinz Josef Algermissen, am Freitag zum Abschluss der traditionellen Hrabanus-Maurus-Akademie, des Patronatsfestes der Fakult\u00e4t, hervor. 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