{"id":94962,"date":"2012-01-31T12:32:31","date_gmt":"2012-01-31T12:32:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=94962"},"modified":"2012-01-31T12:32:31","modified_gmt":"2012-01-31T12:32:31","slug":"du-bist-kostbar-hessen-stellt-2012-ins-zeichen-der-krebspravention","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=94962","title":{"rendered":"\u201eDu bist kostbar\u201c \u2013 Hessen stellt 2012 ins Zeichen der Krebspr\u00e4vention"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wiesbaden.<\/strong> Laut dem Hessischen Gesundheitsbericht hatten im Jahr 2009 130.000 M\u00e4nner und 112.000 Frauen die Diagnose Krebs. Bundesweit sind im Laufe ihres Lebens rund 38 Prozent der Frauen und 47 Prozent der M\u00e4nner betroffen. Grund genug f\u00fcr das Hessische Sozialministerium, die Hessische Krebsgesellschaft und die Stiftung Leben mit Krebs, das Jahr 2012 ins Zeichen der Krebs-Pr\u00e4vention zu stellen. \u201eVorsorge ist das beste Mittel gegen den Krebs, je fr\u00fcher eine Erkrankung oder deren Vorstufen erkannt werden, desto effizienter kann dagegen vorgegangen werden beziehungsweise k\u00f6nnen akute Erkrankungen komplett vermieden werden\u201c, betonte der Hessische Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner heute in Wiesbaden anl\u00e4sslich der Pressekonferenz zum Auftakt des Pr\u00e4ventionsjahres.<!--more--><\/p>\n<p>Unter dem Motto \u201eDu bist kostbar \u2013 Hessen gegen Krebs\u201c werden alle Pr\u00e4ventionsaktionen f\u00fcr 2012 geb\u00fcndelt. \u201eDazu geh\u00f6ren Schwerpunktaktionen zur Vorsorge bei Darmkrebs, Hautkrebs und Brustkrebs. Au\u00dferdem sogenannte Querschnittsthemen wie Ern\u00e4hrung und Bewegung, die positive Effekte in allen Bereichen der Pr\u00e4vention bewirken\u201c, erl\u00e4uterte der Sozialminister.<\/p>\n<p>Brustkrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs sind in Hessen als Neuerkrankungen die h\u00e4ufigsten Krebsarten bei Frauen. M\u00e4nner erkranken zumeist an Prostatakrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs. Bei den rund 140 Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren, die in Hessen j\u00e4hrlich neu erkranken, sind Leuk\u00e4mien und Hirntumore sowie Lymphknotenkrebs am verbreitetesten. Zwar liegen die Heilungsraten hier bei 80 Prozent \u2013 dennoch ist Krebs immer noch die zweith\u00e4ufigste Todesursache bei Kindern.<\/p>\n<p>\u201eBundesweit bleibt die Vorsorgerate leider deutlich hinter dem zur\u00fcck, was optimal w\u00e4re\u201c, bedauerte Stefan Gr\u00fcttner. Die Gr\u00fcnde seien vielf\u00e4ltiger Natur: \u201eUnwissenheit aber auch Angst, Scham oder ganz einfach der \u00e2\u20ac\u0161innere Schweinehund\u00e2\u20ac\u02dc halten die Menschen ab, sich f\u00fcr entsprechende Vorsorgebehandlungen zu entscheiden\u201c. Zusammen mit der Landes\u00e4rztekammer, der Landesapothekerkammer, den Krebsselbsthilfegruppen, dem Landfrauenverband, dem Landessportbund, den Krankenkassen und Kommunen werden das Hessische Sozialministerium, die Hessische Krebsgesellschaft und die Stiftung Leben mit Krebs Aktionen anbieten, die die Motivation, an der Krebsvorsorge teilzunehmen, erh\u00f6hen sollen.<\/p>\n<p>Den Stellenwert der Pr\u00e4vention unterstrich auch Prof. Dr. med. Karl-Heinrich Link, Chefarzt und Direktor des Chirurgischen Zentrums der Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden und Vorsitzender der Hessischen Krebsgesellschaft e.V.: \u201eChirurgen sind wesentlich in die Behandlung der h\u00e4ufigsten Tumortypen, wie z. B. Darmkrebs eingebunden. Die Operation ist die alleinige Methode mit Heilungsansatz, aber Chemotherapie und Strahlentherapie helfen, die Heilungsaussichten deutlich zu verbessern. Alle beteiligten Disziplinen, insbesondere auch die Chirurgen bem\u00fchen sich stetig, mit besserer Behandlungsqualit\u00e4t und Kooperation die Resultate zu optimieren\u201c, sagte Link.<\/p>\n<p>\u201eChirurgen mit Verantwortung und Engagement sollten Ihre Expertise nicht nur in die Behandlung eingetretener Krebserkrankungen einbringen, sondern sich vor dem Hintergrund zunehmender Erkrankungsh\u00e4ufigkeiten an der Verbreitung von Pr\u00e4ventionsm\u00f6glichkeiten beteiligen. Aufgrund pers\u00f6nlicher Ausbildungswege, verbunden mit wissenschaftlichem Interesse, hatte ich das Gl\u00fcck, schon sehr lange auch das Thema Pr\u00e4vention mit fundierten Argumenten an die \u00d6ffentlichkeit bringen zu k\u00f6nnen. Mit dieser Erfahrung\u00c2\u00a0 und Motivation hat die Hessische Krebsgesellschaft schon zu meiner Zeit als Vorstandsvorsitzender zusammen mit dem Referat Pr\u00e4vention des Hessischen Sozialministeriums den Auftrag zur Aufkl\u00e4rung \u00fcber wirksame Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen gegen die h\u00e4ufigsten Krebserkrankungen aufgenommen.<\/p>\n<p>Wir haben uns das feste Ziel gesetzt, mit der daraus entstanden und von der Stiftung Leben mit Krebs unterst\u00fctzten landesweiten Kampagne die Menschen in Hessen nachhaltig zu dem Thema Pr\u00e4vention gegen Krebs zu informieren und zu Eigenleistungen f\u00fcr die eigene Gesundheit zu motivieren. Vorbeugen ist, auch aus chirurgischer Sicht gesehen, tausendmal besser, als operiert zu werden\u201c, so der Vorsitzende der Hessischen Krebsgesellschaft e.V. weiter.<\/p>\n<p>Auch Prof. Dr. med. Elke J\u00e4ger, Chef\u00e4rztin und \u00c4rztliche Direktorin der Klinik f\u00fcr Onkologie und H\u00e4matologie am Krankenhaus Nordwest sowie Vorstandsmitglied der Stiftung Leben mit Krebs, unterstrich die Bedeutung eines gesundheitsbewussten Lebensstils: \u201eAls Onkologin und Mitglied des Vorstandes der Stiftung Leben mit Krebs begr\u00fc\u00dfe ich diese Initiative aus gesundheitspolitischer Richtung au\u00dferordentlich. Krebs steht in der heutigen Zeit weiterhin als bedrohliche, mit dem Stigma der Unausweichlichkeit und Todesn\u00e4he versehene Erkrankung da. Psychoonkologische Ma\u00dfnahmen, vor allem aber gezieltes Bewegungstraining und Anleitung zu k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t nach diagnostizierten Erkrankung haben in den letzten Jahren zu einer gesteigerten Vertr\u00e4glichkeit der Tumortherapie, verbesserten Bew\u00e4ltigungsstrategien und einer deutlichen Steigerung der Lebensqualit\u00e4t bei erkrankten Patienten gef\u00fchrt\u201c, erkl\u00e4rte J\u00e4ger.<\/p>\n<p>\u201eGesundheitsbewusstes und bewegungsreiches Leben stellt gegen\u00fcber den h\u00e4ufigen Krebserkrankungen nach heutigen Erkenntnissen die wichtigste Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme dar, gefolgt von Nikotinverzicht und Ber\u00fccksichtigung geeigneter Ern\u00e4hrungsweisen. So sehe ich es als wichtige Aufgabe an, vor allem die j\u00fcngeren Generationen nicht nur umfangreich \u00fcber die Risiken von Krebserkrankungen zu informieren, sondern konkrete Anleitungen zu geeigneten Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen zu geben, um in Zukunft die Inzidenz dieser immer noch bedrohlichen Erkrankungen wirksam zu senken. Aus politischer Richtung gef\u00f6rdert werden Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen ein anderes Gewicht erhalten und k\u00fcnftig im Zusammenhang mit dem Gesundheitsverhalten der Bev\u00f6lkerung ernster genommen werden\u201c, betonte die Onkologin.<\/p>\n<p><strong>Die Hessische Krebspr\u00e4ventionsinitiative 2012 umfasst unter anderem folgende Aktionen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Auftaktveranstaltung am Samstag, 4. Februar 2012, im Biebricher Schloss:<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Auftaktveranstaltung zur Hessischen Krebspr\u00e4ventionsinitiative findet statt am Weltkrebstag, Samstag, 4. Februar 2012, 15 Uhr, im Biebricher Schloss, Wiesbaden. Auf das Gru\u00dfwort des Schirmherrn Sozialminister Gr\u00fcttner folgen dort vor etwa 100 geladenen G\u00e4sten neben weiteren Gru\u00dfworten der beteiligten Vereine und Stiftungen auch zwei Fachvortr\u00e4ge von Prof. Dr. Karen Steindorf (Deutsches Krebsforschungszentrum) und Prof. Dr. Winfried Banzer (Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt). Im Anschluss diskutieren Betroffene aus den Bereichen Kunst und Sport mit Vertretern der Hessischen Krebsgesellschaft und des Hessischen Sozialministeriums.<\/p>\n<p>Im Rahmenprogramm der Veranstaltung werden Exponate der Ausstellung \u201eKunst zum Leben\u201c von betroffenen K\u00fcnstlern gezeigt und ein gleichnamiger Markt der M\u00f6glichkeiten angeboten, auf dem sich verschiedene in der Krebspr\u00e4vention t\u00e4tige Organisationen vorstellen. Zwischen den Vortr\u00e4gen pr\u00e4sentiert sich eine Tanzsportgruppe, in der Krebspatienten mit ihren Partnern aktiv sind.<\/p>\n<ul>\n<li>Schwerpunkt Darmkrebs \u2013 1000 MUTIGE M\u00c4NNER f\u00fcr Offenbach:<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201e1000 mutige M\u00e4nner f\u00fcr Offenbach\u201c ist eine Aktion zur Darmkrebspr\u00e4vention. Mit dieser Aktion wird das erfolgreiche \u201e1000-mutige-M\u00e4nner-Format\u201c fortgef\u00fchrt \u2013 beim Pilotprojekt in M\u00f6nchengladbach stieg die Inanspruchnahme der Vorsorgekoloskopien um 7,3 Prozent. Im Gegensatz zu anderen Pr\u00e4ventionsaktionen setzt man bei \u201e1000 mutige M\u00e4nner\u201c nicht auf klassische Werbung oder gar Prominente, sondern erzielt die Wirkung durch die Aktivierung sozialer Netzwerke, also durch pers\u00f6nliche Empfehlung statt anonymer Kommunikation.<\/p>\n<p>So funktioniert \u201e1000 mutige M\u00e4nner\u201c: In Marktforschungsstudien wurde festgestellt, dass gerade bei der Darmkrebspr\u00e4vention psychologische und soziale Faktoren wie Angst und Scham gro\u00dfe Barrieren darstellen. Um sie zu \u00fcberwinden, reicht es nicht, nur mit den Betroffenen zu sprechen. Die Marktforschung hat ergeben, dass das Umfeld eine \u00fcberragende Rolle bei der Motivation spielt. Allen voran die Lebenspartner, Haus\u00e4rzte, aber auch das weitere Umfeld \u2013 Freunde, Vereinskameraden, Kollegen, Gemeindemitglieder. Also gilt es, diese aktiv in den Prozess einzubeziehen.<\/p>\n<p>Schirmherr der Aktion wird der Oberb\u00fcrgermeister von Offenbach, Horst Schneider, sein. Zusammen mit lokal bekannten Prominenten werden alle gesellschaftlich relevanten Institutionen der Stadt \u2013 unter anderem Haus\u00e4rzte, Vereine, Arbeitgeber, Medien, Gesch\u00e4ftsleute, Kirchen \u2013 aktiviert, um ihr Umfeld zum Arztbesuch zu ermutigen.<\/p>\n<p>Medialer Mittelpunkt der Aktion ist die Website www.mutige-maenner.de. Dort k\u00f6nnen sich Unterst\u00fctzer und Teilnehmer registrieren. In einer Tombola werden Preise gesammelt, die unter allen Teilnehmern verlost werden. Wer an einer Vorsorge-Koloskopie teilgenommen hat, kann \u00fcber seine Erfahrungen berichten und ein Z\u00e4hler informiert laufend dar\u00fcber, wie viele mutige M\u00e4nner sich schon gefunden haben.<\/p>\n<p>In Offenbach wird die Aktion drei besondere Schwerpunkte aufweisen: Nach der Er\u00f6ffnungsveranstaltung am 24. M\u00e4rz 2012 im Ratenhaus Offenbach wird bis zum Juli die individuelle Krebsvorsorge im Vordergrund stehen. Ab Mitte August sollen verst\u00e4rkt die gro\u00dfen Arbeitgeber Offenbachs einbezogen werden, um ihre Mitarbeiter zur Pr\u00e4vention zu motivieren. Die dritte S\u00e4ule wird das Thema \u201ePr\u00e4vention durch Sport und Bewegung\u201c darstellen. Die Startveranstaltung findet passenderweise im Stadion der Offenbacher Kickers statt. Nach fast genau 12 Monate wird dann im M\u00e4rz 2013 Bilanz gezogen: Wie viele M\u00e4nner und Frauen haben an der Aktion teilgenommen?<\/p>\n<p>Die\u00c2\u00a0 Aktion \u201e1000 mutige M\u00e4nner f\u00fcr Offenbach\u201c wird von der hessischen Krebsgesellschaft und der Barmer GEK getragen und zusammen mit dem Hessischen Sozialministerium organisiert.<\/p>\n<p><strong>Schwerpunkt Hautkrebs<\/strong><\/p>\n<p>Der Mai 2012 ist der internationale Hautkrebsmonat. Folgerichtig f\u00e4llt der Schwerpunkt Hautkrebs in die anschlie\u00dfenden Sommermonate und wird hessenweit durchgef\u00fchrt. Hierbei werden zum Beginn der Badesaison \u00fcber die Apotheken in Hessen UV-Pflaster an die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ausgegeben, die durch Farbver\u00e4nderung signalisieren, wann man die Sonne wieder verlassen sollte, respektive Sonnenschutz einsetzen sollte. Von besonderer Bedeutung ist hier die Unterst\u00fctzung durch die Landesapothekerkammer. Im Fokus stehen vor allem die J\u00fcngeren. Aufkl\u00e4rung f\u00fcr Eltern von Babys und Kindern, zum Beispiel am Kinderpr\u00e4ventionstag am 1. Juni, wird genauso stattfinden wie die direkte Ansprache von Jugendlichen. Eine weitere Zielgruppe sind Menschen, die vornehmlich im Freien arbeiten.<\/p>\n<p><strong>Schwerpunkt Brustkrebs<\/strong><\/p>\n<p>Im Herbst folgt der Schwerpunkt Brustkrebs. An Brustkrebsmodellen des Landfrauenverbands soll zusammen mit \u00c4rztinnen des \u00c4rztinnenbunds das Abtasten als erste Fr\u00fcherkennungsmethode im Rahmen der lokalen Veranstaltungen des Landfrauenverbands ge\u00fcbt werden. Mit weiterer Unterst\u00fctzung der Landes\u00e4rztekammer Hessen stehen au\u00dferdem im Rahmen verschiedener Veranstaltungen das Mammographiescreening sowie Bewegungs- und Ern\u00e4hrungsprogramme im Mittelpunkt des Projekts. Es wird von der AOK Hessen, der Frauenselbsthilfe nach Krebs und dem Landfrauenverband getragen und zusammen mit der hessischen Krebsgesellschaft und dem Hessischen Sozialministerium organisiert.<\/p>\n<p><strong>1. Deutsches Sportfest f\u00fcr Krebspatienten 2012<\/strong><\/p>\n<p>Am 25. August 2012 findet in Wiesbaden das \u201e1. Deutsche Sportfest f\u00fcr Krebspatienten\u201c im Rahmen der hessischen Gesundheitstage statt. Eine Veranstaltung, wie es sie in dieser Art in Deutschland noch nie gegeben hat. Eingeladen sind die \u00fcber 650 deutschen Krebssportgruppen, Fach\u00e4rzte, zahlreiche Experten und nat\u00fcrlich alle interessierten Krebspatienten und deren Angeh\u00f6rige. Veranstalter ist die Stiftung Leben mit Krebs e.V.<\/p>\n<p><strong>Mehr Informationen gibt es im Internet unter:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hsm.hessen.de\" target=\"_blank\">www.hsm.hessen.de<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.mutige-maenner.de\" target=\"_blank\">www.mutige-maenner.de<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gesundheitsbericht.hessen.de.\" target=\"_blank\">www.gesundheitsbericht.hessen.de.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. Laut dem Hessischen Gesundheitsbericht hatten im Jahr 2009 130.000 M\u00e4nner und 112.000 Frauen die Diagnose Krebs. Bundesweit sind im Laufe ihres Lebens rund 38 Prozent der Frauen und 47 Prozent der M\u00e4nner betroffen. 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