{"id":94136,"date":"2011-12-30T00:57:56","date_gmt":"2011-12-30T00:57:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=94136"},"modified":"2011-12-30T09:58:16","modified_gmt":"2011-12-30T09:58:16","slug":"sorgenkind-maria-ist-auser-lebensgefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=94136","title":{"rendered":"Sorgenkind Maria ist au\u00dfer Lebensgefahr"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111230_Maria.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-94137\" title=\"111230_Maria\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111230_Maria-265x174.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"174\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111230_Maria-265x174.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111230_Maria.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Vollmerz\/Marburg.<\/strong> Am Ende eines f\u00fcr die Mitarbeiter des Vollmerzer Hilfswerkes &#8220;Das kunterbunte Kinderzelt&#8221; arbeitsreichen Jahres die sch\u00f6nste Nachricht: das aktuelle Sorgenkind Maria schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Der Gesundheitszustand des siebenj\u00e4hrigen Roma-M\u00e4dchens, das der Verein &#8220;Das kunterbunte Kinderzelt&#8221; in einer Spontanaktion nach Deutschland geflogen hat, hat sich stabilisiert. Seine Situation war sehr ernst, und so durchliefen auch die Kinterzelt-Verantwortlichen ein st\u00e4ndiges Wechselbad der Gef\u00fchle. Dem bedingungslosen Helfen stand die ungewisse Entwicklung gegen\u00fcber, was ist, wenn es schief geht.<!--more--><\/p>\n<p>Die Leidensgeschichte: Am 25. Oktober 2011 wurde Maria in die Ambulanz des Kreiskrankenhauses in Gheorgheni\/Rum\u00e4nien eingeliefert und von dort f\u00fcnf Tage sp\u00e4ter wegen eines akuten Darmverschlusses, der zwar diagnostiziert, aber nicht behandelt worden war, in die Notfallklinik von Targu Mures verlegt. Nach mehreren Notoperationen war ihr Zustand \u00e4u\u00dferst schlecht. Au\u00dferdem wurden noch einige Infektionen im Bauchraum sowie mehrere Abszesse in Darm, Niere und Lunge festgestellt. Ihre Situation verschlechterte sich zusehends, und sie verlor immer mehr an Gewicht, bis sie nur noch zw\u00f6lf Kilogramm wog. Nach einem n\u00e4chtlichen Herz- und Atemstillstand gab es praktisch eine Telefonstandleitung zwischen den Kinderzelt- vor-Ort-Mitarbeitern in Balan und dem Vereinsvorsitzenden in Vollmerz, Bernd Druschel. Maria muss geholfen werden, sonst stirbt sie, diese Aufgabe stellte sich der Sorgenkind erfahrene Verein.<\/p>\n<p>Die rum\u00e4nischen Krankenh\u00e4user entsprechen nicht westlichen Standard und nachdem die Infektionen auf die Lunge \u00fcbergegriffen hatten, konnten die \u00c4rzte ihr nicht mehr helfen &#8211; also keine \u00dcberlebenschance f\u00fcr Maria. Wie bereits in 2009, als der damals 2-j\u00e4hrige Roland in seiner akuten Notsituation nach Deutschland ausgeflogen und so sein Leben gerettet wurde, entschieden sich die Kinderzeltler, auch die kleine Maria schnellstm\u00f6glich mit einem Ambulanzflug nach Deutschland zu holen.<\/p>\n<p>Die Transportf\u00e4higkeit der Patientin war eine Voraussetzung, und die Beschaffung von Ausweisen und Genehmigungen bei Beh\u00f6rden ein gro\u00dfes Problem. Mit welchen Kosten zu rechnen sei, stand erst am Ende der \u00dcberlegungen. Die Experten vom Malteser R\u00fcckholdienst flogen dann Maria von Cluj-Napoca nach Siegerland, von wo sie gleich in das Universit\u00e4tsklinikum Marburg gebracht wurde. Ohne Komplikationen war nat\u00fcrlich die ganze Aktion nicht, denn aufgrund dichten Nebels und einem fehlenden Radarsystem in Targu Mures konnte das Flugzeug nicht landen und wurde zum n\u00e4chst gr\u00f6\u00dferen Flughafen umgeleitet &#8211; und f\u00fcr die schwerkranke Maria musste kurzfristig ein 2,5 Stunden Transport dorthin organisiert werden. Maria wurde in Marbug stabilisiert und durch eine bessere Ern\u00e4hrung gewann sie wieder an Kraft. Die Diagnostik durch ein interdisziplin\u00e4res \u00c4rzteteam lief auf Hochtouren und nach wenigen Tagen konnte die dringend n\u00f6tige erste Operation durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Am 7. Dezember wurde Maria w\u00e4hrend einer 9-st\u00fcndigen Operation zun\u00e4chst an der Lunge operiert, da die Lungeninfektion f\u00fcr sie die gr\u00f6\u00dfte Lebensbedrohung darstellte. Nach diesem schweren Eingriff lag Maria k\u00fcnstlich beatmet im Koma. &#8220;Wir konnten nur beten und abwarten, ob ihr kleiner K\u00f6rper die Kraft finden w\u00fcrde, sich zu erholen, und ob keine weiteren Komplikationen auftreten w\u00fcrden,&#8221; berichtet Bernd Druschel. &#8220;Nach zwei Tagen erhielten wir die gute Nachricht, dass die operierte Lungenh\u00e4lfte wieder eigenst\u00e4ndig arbeitet, Maria selbst atmen konnte und wach war.&#8221; Bei der K\u00e4mpfernatur Maria war zumindest die Folgeinfektion in der Lunge erfolgreich behandelt, das urspr\u00fcngliche Problem im Darm bestand jedoch nach wie vor.<\/p>\n<p>Zwei Wochen konnte sie sich auf der Intensivstation des Universit\u00e4tsklinikums Marburg, Klinik f\u00fcr Kinderchirurgie, unter der Pflege des Teams, das unter der Leitung von Dr. Andreas Leonhardt steht, erholen, dann wurde sie am 21. Dezember erneut operiert. F\u00fcnf Stunden arbeitete das \u00c4rzte-Team unter Leitung des Direktors der Klinik f\u00fcr Kinderchirurgie, Dr. Dario Zovko, am Darmverschluss. Der erfahrene Chirurg hat zwar schon sehr viele Operationen durchgef\u00fchrt, doch nach eigener Aussage sei diese auch f\u00fcr ihn eine besondere Herausforderung gewesen, und er sei auch emotional mit seinem &#8220;ganzen Herzen&#8221; dabei gewesen. Mittlerweile liegt Maria wieder auf der Kinderstation und sie befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr. &#8220;Uns allen ist damit ein riesiger Stein vom Herzen gefallen.<\/p>\n<p>Wochenlang mussten wir bangen, jetzt k\u00f6nnen wir feiern. Ein sch\u00f6neres Weihnachtsgeschenk h\u00e4tte es f\u00fcr Maria und ihre Familie und nat\u00fcrlich auch f\u00fcr uns nicht geben k\u00f6nnen,&#8221; so Bernd Druschel. Der 8. Geburtstag im kommenden Januar wird auch ein besonderer. Mehr noch: es besteht sogar Hoffnung, dass sie ohne bleibende Sch\u00e4den wird leben k\u00f6nnen. Die weitere Behandlung erfordert noch einige Zeit, und es folgt dann eine Verlegung in eine Fachklinik f\u00fcr Rehabilitation, wo sich Maria \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erholen kann, wo ihr Allgemeinzustand stabilisiert wird und sie zur Ruhe kommen kann. &#8220;Wir sind zuversichtlich, dass sie das schafft.&#8221;<\/p>\n<p>Die enorme Anteilnahme und Spendenbereitschaft stimmt die Kinderzelt-Verantwortlichen ebenfalls gl\u00fccklich. Rund 27.000 Euro sind bislang zusammengekommen, so dass die &#8220;vorgestreckten&#8221; Kosten f\u00fcr den Ambulanzflug ausgeglichen, und die Versorgung des mitgereisten Vaters im Krankenhaus und des zur\u00fcckgebliebenen Teils der Familie in Rum\u00e4nien sichergestellt werden k\u00f6nnen. Klar ist, dass die kleine Maria nach \u00fcberstandener Behandlung nicht mehr in die Slums der Romasiedlung in Rum\u00e4nien zur\u00fcckkehren kann. &#8220;Wir haben diese Aktion nicht in die Wege geleitet, damit sie nach erfolgreicher Behandlung in Deutschland in einem halben Jahr an Tuberkulose stirbt. Die hygienischen Umst\u00e4nde in Rum\u00e4nien lassen eine nachhaltige Genesung schlichtweg nicht zu, insbesondere da sie voraussichtlich eine Zeitlang noch mit einem k\u00fcnstlichen Darmausgang leben muss. Daher gilt es bei uns, Strategien f\u00fcr die Zukunft von Maria und ihrer Familie zu entwickeln. Sie werden ein neues, besseres Zuhause brauchen,&#8221; sagt Druschel.<\/p>\n<p>Ein riesengro\u00dfes Dankesch\u00f6n gilt allen Spendern, die diese Aktion m\u00f6glich gemacht haben, den Mitarbeitern des Malteser R\u00fcckholdienstes, sowie dem Team des Marburger Universit\u00e4tsklinikums, inbesondere den \u00c4rzten Dr. Zovko und Dr. Leonhard, sowie den Pflegern und Schwestern der Intensiv- und Kinderstation, die sich so liebevoll um Maria k\u00fcmmern. Infos im Internet unter: <a href=\"http:\/\/www.daskunterbuntekinderzelt.de\" target=\"_blank\">www.daskunterbuntekinderzelt.de<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.rette-ein-leben.de\" target=\"_blank\">www.rette-ein-leben.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vollmerz\/Marburg. 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