{"id":94128,"date":"2011-12-30T00:11:15","date_gmt":"2011-12-30T00:11:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=94128"},"modified":"2011-12-30T09:41:28","modified_gmt":"2011-12-30T09:41:28","slug":"sozialminister-stefan-gruttner-kundigt-programmstart-initiative-inklusion-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=94128","title":{"rendered":"Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner k\u00fcndigt Programmstart &#8220;Initiative Inklusion&#8221; an"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wiesbaden.<\/strong> Die Hessische Landesregierung will die Chancen von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessern. Das teilte der Hessische Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner in Wiesbaden mit. \u201eIm Dezember haben wir deswegen die Umsetzung des gemeinsamen Bund-L\u00e4nderprogrammes \u00e2\u20ac\u0161Initiative Inklusion\u00e2\u20ac\u02dc zur F\u00f6rderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben gestartet, finanziert durch den Ausgleichfonds des Bundes. Erste Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf werden zu Beginn des neuen Jahres erste Ma\u00dfnahmen im Rahmen einer Berufsorientierung erhalten.\u201c Im November 2011 waren in Hessen insgesamt 167.261 Menschen als arbeitslos registriert, davon waren 12.994 schwerbehinderte Menschen. Dies entspricht einem Anteil der Schwerbehinderten an den Arbeitslosen von insgesamt 7,8 Prozent.<!--more--><\/p>\n<p>Damit wurde der Startschuss zur Umsetzung des Handlungsfeldes Berufsorientierung der Bund-L\u00e4nder-Richtlinie \u201eInitiative Inklusion\u201c noch in diesem Jahr gegeben. Die Initiative umfasst folgende Bausteine: Berufsorientierung schwerbehinderter Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler: Gef\u00f6rdert werden sollen Strukturen und Angebote, die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf bessere M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine berufliche Orientierung bieten. Zielgruppe in Hessen sind insbesondere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit den F\u00f6rderschwerpunkten Sinnesbehinderung, K\u00f6rperbehinderung oder geistige Entwicklung.<\/p>\n<p>Betriebliche Ausbildung schwerbehinderter Jugendlicher: Ziel ist, Ausbildungspl\u00e4tze f\u00fcr Jugendliche mit Behinderung in anerkannten Ausbildungsberufen und Werkerausbildungen zu schaffen. Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr \u00e4ltere arbeitslose oder arbeitssuchende schwerbehinderte Menschen: Arbeitslose oder arbeitssuchende Menschen mit Behinderung \u00fcber 50 Jahre sollen verst\u00e4rkt wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden.<\/p>\n<p>Zur Umsetzung des ersten Teils der \u201eInitiative Inklusion\u201c (Berufsorientierung schwerbehinderter Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler) haben das Hessische Sozialministerium und die Regionaldirektion der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit ein gemeinsames Vorgehen vereinbart. Die Berufsbildungswerke in Hessen wurden als verantwortliche Ma\u00dfnahmentr\u00e4ger zur Durchf\u00fchrung des auf zwei Jahre angelegten Modells bestimmt.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen guten Start in den Beruf sei die richtige Berufswahl Voraussetzung, so der Sozialminister weiter. \u201eNur wenn die Anforderungen des sp\u00e4teren Arbeitsplatzes und das Qualifikationsprofil des schwerbehinderten Bewerbers zusammenpassen, kann eine langfristige Besch\u00e4ftigung gelingen.\u201c Mit dem Programm \u201eInitiative Inklusion\u201c soll an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf angesetzt und die schwerbehinderten Jugendlichen bereits direkt im Anschluss an die Schule gef\u00f6rdert und f\u00fcr eine betriebliche Ausbildung fit gemacht werden.<\/p>\n<p>\u201eWir d\u00fcrfen und wir werden nicht l\u00e4nger akzeptieren, dass behinderte Menschen in einer Parallelwelt leben: Sie gehen separat zur Schule, machen separat Ausbildung und arbeiten separat. Das ist sozialpolitisch unverantwortlich und volkswirtschaftlich unvern\u00fcnftig. Der demografische Wandel, der uns bereits jetzt besch\u00e4ftigt, macht die Einbeziehung behinderter Jugendlicher und \u00e4lterer Menschen f\u00fcr Unternehmen in der Zukunft auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht wichtig\u201c sagte Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Agentur f\u00fcr Arbeit. \u201eDiese jungen Menschen haben jede Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihre Zukunft verdient.<\/p>\n<p>Die Regionaldirektion Hessen investiert jedes Jahr erhebliche Summen in die Integration behinderter Menschen in die Arbeitswelt. Dieses Geld ist gut und richtig investiert, und wir werden auch 2012 dabei nicht sparen. F\u00fcr die Zukunft erhoffe ich mir dennoch noch mehr Betriebe, die die Integration von Menschen mit Behinderung als Chance verstehen.\u201c Die Besch\u00e4ftigungsquote schwerbehinderter Menschen in den hessischen Agenturen f\u00fcr Arbeit, erg\u00e4nzt Dr. Frank Martin, liege bei 9,1%.<\/p>\n<p>\u201eDie Berufsbildungswerke Nordhessen und S\u00fcdhessen verf\u00fcgen \u00fcber langj\u00e4hrige Erfahrungen in der Potentialanalyse und der Berufsorientierung bei jungen Menschen mit Behinderung. Dar\u00fcber hinaus haben sie fundierte Erfahrungen in der Berufsvorbereitung, der Ausbildung in anerkannten Berufen und in der Unterst\u00fctzung der jungen Menschen bei der Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Hier bestehen umf\u00e4ngliche gewachsene Verbindungen und Kooperationen\u201c, erkl\u00e4rte Ren\u00e9e Eve Seehof, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Berufsbildungswerkes S\u00fcdhessen.<\/p>\n<p>\u201eJunge Menschen mit einer Schwerbehinderung und sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf erhalten in diesem Programm die M\u00f6glichkeit, ihre Interessen und Potentiale durch Beratung, Erprobung und Begleitung zu entdecken. Die berufliche Orientierung der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agenturen f\u00fcr Arbeit sowie den Schulen. Es werden bestehende Kooperationen und Netzwerke sowohl der Schulen als auch der Berufsbildungswerke genutzt. Ziel ist es, f\u00fcr m\u00f6glichst viele Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen mit einer Schwerbehinderung den Weg in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt und damit zu einer echten Teilhabe zu \u00f6ffnen\u201c, so Klaus Winger, Vorstand vom Berufsbildungswerk Nordhessen. Die weiteren Handlungsfelder der \u201eInitiative Inklusion\u201c starten im Jahre 2012. \u201eSo wird ein Gesamtpaket geschn\u00fcrt, das die Teilhabechancen von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben deutlich erh\u00f6ht\u201c, betonte Gr\u00fcttner.<\/p>\n<p>Mit den zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln f\u00fcr die berufliche Orientierung in H\u00f6he von fast 3,4 Millionen Euro f\u00fcr die Abgangs- und Vorabgangsklassen der Schuljahre 2011\/2012 und 2012\/2013 wollen die Initiatoren bis 2014 in Hessen weit \u00fcber 1.000 junge Menschen mit Behinderungen erreichen und ihnen eine individuelle berufliche Orientierung anbieten. \u201eDie intensive Beratung und Betreuung der jungen Menschen kann nur dann zu einem guten Ergebnis f\u00fchren, wenn auch die hessischen Unternehmen sich der Potenziale von schwerbehinderten Jugendlichen bewusst werden und soziales Engagement und unternehmerische Verantwortung als positiven Wettbewerbsvorteil werten\u201c, unterstrich Gr\u00fcttner.<\/p>\n<p>Die Hessische Landesverwaltung gehe hier als Arbeitgeber bereits mit gutem Beispiel voran: Die Besch\u00e4ftigungsquote der obersten Landesverwaltung nehme mit einer Besch\u00e4ftigungsquote von 7,86 Prozent den bundesweiten Spitzenplatz ein. Auch die Besch\u00e4ftigungsquote im \u00f6ffentlichen Dienst in Hessen allgemein sei mit rund 7 Prozent vorbildlich. Die Privatwirtschaft in Hessen habe mit einer Besch\u00e4ftigungsquote von rund 4 Prozent noch Entwicklungspotential. Alle beteiligten Vereinbarungspartner gehen davon aus, dass es in enger Kooperation mit allen am Eingliederungsprozess Beteiligten gelingen wird, Wege aufzuzeigen, wie die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt gelingen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. Die Hessische Landesregierung will die Chancen von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessern. 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