{"id":93977,"date":"2011-12-21T00:15:03","date_gmt":"2011-12-21T00:15:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=93977"},"modified":"2011-12-21T10:24:31","modified_gmt":"2011-12-21T10:24:31","slug":"seit-10-jahren-ort-der-trauer-fur-unsere-ungeborenen-auf-dem-zentralfriedhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=93977","title":{"rendered":"Seit 10 Jahren: Ort der Trauer f\u00fcr \u201eUnsere Ungeborenen\u201c auf dem Zentralfriedhof"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>Nicht jede Schwangerschaft endet mit der gro\u00dfen Freude, ein gesundes Kind in den Armen halten zu k\u00f6nnen. Einige Schwangerschaften enden auch mit dem Sterben des ungeborenen bzw. gerade geborenen Kindes. F\u00fcr diese Kinder wurde auf Initiative von Prof. Dr. Ludwig Sp\u00e4tling (Direktor der Frauenklinik) und Prof. Dr. Hartmut \u00c2\u00a0Arps (Direktor der Pathologie) des Klinikums Fulda am 22. August 2001 ein Ort der Trauer auf dem Zentralfriedhof Fulda eingerichtet. Eine Basalts\u00e4ule mit der Inschrift \u201eUnsere Ungeborenen\u201c kennzeichnet diesen Ort.<!--more--><\/p>\n<p><strong><\/strong>Nach dem Gesetz m\u00fcssen totgeborene Kinder erst ab dem 7. Schwangerschaftsmonat beerdigt werden. \u00c2\u00a0Kleinere Totgeborene bis hin zum fr\u00fchen Abort werden daher vom Institut f\u00fcr Pathologie anonym an einem speziellen Ort auf dem Zentralfriedhof in Fulda, der mit einer Stele und der Aufschrift \u201eUnsere Ungeborenen\u201c beschriftet ist, beerdigt. Unabh\u00e4ngig davon besteht in vielen Gemeinden die M\u00f6glichkeit, auf\u00c2\u00a0 Wunsch der Eltern eine Beisetzung z. B. im Familiengrab durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong><\/strong>\u201eSo gut wir den Eltern meist die Ursache f\u00fcr den Tod erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, so gro\u00df bleibt sehr h\u00e4ufig die Trauer um den Verlust des so lange gew\u00fcnschten Kindes\u201c, erl\u00e4utert Prof. Dr. Sp\u00e4tling. H\u00e4ufig hat man selbst auch im Scho\u00df der Familie nicht die Kraft, alleine mit dem Verlust fertig zu werden. Die Trauerarbeit ist f\u00fcr Mutter und Vater ganz besonders wichtig. Die oft erst viel sp\u00e4ter einsetzende Trauer kann im Laufe der Zeit zu einer gro\u00dfen psychischen Belastung der Betroffenen\u00c2\u00a0 f\u00fchren. Manche Frauen k\u00f6nnen, besonders wenn keine Folgeschwangerschaft entsteht, nicht mit dem Verlust abschlie\u00dfen und leiden viele Jahre oder ein Leben lang. \u201eDie Erfahrung der letzten Jahre und auch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass zur Losl\u00f6sung vom verstorbenen Kind Trauer notwendig ist. Unterst\u00fctzung in der Trauer erhalten die betroffenen Eltern oftmals auch im Glauben\u201c, so Prof. Dr. Sp\u00e4tling weiter.<\/p>\n<p>Die Fragen der Eltern \u201eWarum darf unser Kind nicht leben, warum k\u00f6nnen wir unser Kind nicht aufwachsen sehen?\u201c kann niemand beantworten. Alle, die die Eltern in dieser schweren Zeit begleiten, versuchen, diese Last mitzutragen, das Leid und die Trauer mit den Eltern auszuhalten. \u201eVielleicht kann der Glaube an einen Gott, bei dem jedes Kind schon im Mutterleib einen Namen hat, tr\u00f6sten\u201c, so Bruder Raphael Kaltenecker, Klinikseelsorger am Klinikum Fulda. Im Vertrauen, dass die ungeborenen und totgeborenen Kinder bei Gott sind und in seiner Liebe leben, treffen sich Eltern gemeinsam, um von ihren Kindern Abschied zu nehmen.<\/p>\n<p>Zweimal im Jahr an jedem letzten Freitag im April und September findet um 16.30 Uhr in der Friedhofskapelle des Zentralfriedhofes ein \u00f6kumenischer Gottesdienst f\u00fcr Eltern statt, die den Verlust eines Kindes nach Fehl- oder Totgeburt zu verarbeiten haben. Die Trauerhilfe Fulda l\u00e4dt jedes Jahr am 2. Adventssonntag zu einem \u00f6kumenischen Gottesdienst f\u00fcr alle, die um ein Kind trauern, ein.\u00c2\u00a0 Angebote zur Trauerbegleitung finden Betroffene beim christlichen Netzwerk f\u00fcr Trauerbegleitung.<\/p>\n<p>Trauer braucht Orte der Erinnerung, im Herzen der Eltern und an einem konkreten Ort. Die M\u00fctter und V\u00e4ter, die ein ungeborenes Kind verloren haben, k\u00f6nnen im Klinikum Fulda dieses noch auf der Entbindungsstation \u00c2\u00a0sehen. \u201eDie Feten werden namenlos auf dem Feld um die Stele herum beigesetzt\u201c, erl\u00e4utert Prof. Dr. Hartmut Arps. Eine un\u00fcberschaubare Zahl von Fig\u00fcrchen, Stofftieren, Lampen etc. zeigt, wie wichtig dieser Platz f\u00fcr die trauernden Eltern ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Nicht jede Schwangerschaft endet mit der gro\u00dfen Freude, ein gesundes Kind in den Armen halten zu k\u00f6nnen. Einige Schwangerschaften enden auch mit dem Sterben des ungeborenen bzw. gerade geborenen Kindes. 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