{"id":93963,"date":"2011-12-22T00:11:31","date_gmt":"2011-12-22T00:11:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=93963"},"modified":"2011-12-21T10:29:50","modified_gmt":"2011-12-21T10:29:50","slug":"fluchen-verboten-musik-machen-erwunscht-wie-ein-jahr-in-montana-usa-kian-akbaris-musiktalent-forderte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=93963","title":{"rendered":"Fluchen verboten, Musik machen erw\u00fcnscht&#8230;Wie ein Jahr in Montana (USA) Kian Akbaris Musiktalent f\u00f6rderte"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111221_KianAkbari.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-93964\" title=\"111221_KianAkbari\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111221_KianAkbari-265x175.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111221_KianAkbari-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111221_KianAkbari.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda. <\/strong>Was er zu Weihnachten bekommt, wei\u00df Kian noch nicht genau (\u201eIch hoffe, ein Klavier.\u201c), aber eins ist sicher: Dieses Mal liegen die Geschenke nicht unter einem Plastik-Baum sondern wieder unter einer echten Nordmanntanne. Vor einem Jahr hat der Fuldaer das christliche Fest zusammen mit seiner Gastfamilie in Montana (USA) gefeiert. Das abgelegene St\u00e4dtchen Big Timber (eine Schule, ein paar Restaurants und rund herum Berge) w\u00e4re f\u00fcr viele Austauschsch\u00fcler sicher alles andere als ein Volltreffer gewesen. Doch Kian machte das Beste daraus: Der musikbegeisterte 17-J\u00e4hrige stieg vom Alt-Saxophon auf das tiefer gestimmte Tenor-Saxophon um und brachte sich selbst das Klavierspielen bei. Nach einem Auftritt in einer Musik-Show im Ort ver\u00f6ffentlichte das Lokal-Blatt einen Artikel \u00fcber ihn. \u201eSo gef\u00fchlvoll, wie er das Tenor-Saxophon gespielt hat, k\u00f6nnte man glauben, er sei in einem rauchigen Jazz-Club in New Orleans aufgewachsen\u201c, schrieb der Autor Patrick Cross im \u201eBig Timber Pioneer\u201c. Seit seiner R\u00fcckkehr im Juli hat Kian nur noch wenig Zeit zum Musikmachen: der Schul-Stress hat ihn voll im Griff.<!--more--><\/p>\n<p>Vor einem halben Jahr sah das noch anders aus. Eines seiner F\u00e4cher an der Sweet Grass County High School hie\u00df schlicht \u201eBand\u201c. In den Unterrichtsstunden probten die Sch\u00fcler zusammen f\u00fcr Schul- Konzerte. Die musikalische Erziehung wurde an seiner High-School gro\u00df geschrieben, sagt Kian. In Deutschland dagegen lernten Sch\u00fcler in den Musik-Stunden kein Instrument, sondern in erster Linie Theorie. Er und sein \u00e4lterer Bruder Arian wurden von klein auf musikalisch gef\u00f6rdert, sagt der 17-J\u00e4hrige. \u201eMeine Mutter fand das wichtig.\u201c Als Erstes lernte er Blockfl\u00f6te spielen, sp\u00e4ter Keyboard\u00c2\u00a0 (\u201eHat keinen Spa\u00df gemacht\u201c). In der f\u00fcnften Klasse hatte er dann die Wahl zwischen Querfl\u00f6te und Alt-Saxophon. \u201eQuerfl\u00f6te haben nur M\u00e4dchen gespielt, au\u00dferdem kamen da anfangs nur quietschige T\u00f6ne raus\u201c, begr\u00fcndet Kian seine Entscheidung f\u00fcr das Saxophon.<\/p>\n<p>Von einem Lehrer in Montana hat er gelernt, sich Tonleitern von Liedern vorzunehmen und sie neu zu interpretieren, gerne mit einer Blues-Note. Auch ein eigenes St\u00fcck hat Kian dort geschrieben. Dass er seiner Liebe zur Musik in den USA so viel Zeit widmen konnte, hing auch mit der l\u00e4ndlichen Gegend zusammen, in der er zehn Monate verbrachte. \u201eEs war sch\u00f6n, aber da war nix\u201c, sagt Kian. Das St\u00e4dtchen Big Timber hat \u00e4hnlich viele Einwohner wie der Fuldaer Stadtteil Gl\u00e4serzell, wo Kian wohnt. Bis zur n\u00e4chsten Stadt f\u00e4hrt man eine halbe Stunde mit dem Auto.<\/p>\n<p><strong>Kultur-Schocks auf beiden Seiten<\/strong><\/p>\n<p>Mit seiner Gastfamilie hat er sich sehr gut verstanden, sagt Kian. \u201eDas hat gepasst.\u201c Andrew, der Sohn der Familie, besuchte ihn im Sommer f\u00fcr drei Wochen in Deutschland. Auf seiner ersten Reise ins Ausland war der junge US-Amerikaner vor allem von alten Ritterburgen fasziniert. \u201eWenn das einer aus der Ein\u00f6de sieht, ist das schon was\u201c, sagt Kian. Noch dazu, wenn die Geschichte der eigenen Nation nicht einmal 250 Jahre alt ist. Auch f\u00fcr den Gl\u00e4serzeller war vieles ungewohnt, als er im September vergangenen Jahres in den USA ankam. Als er einmal laut \u201eShit\u201c rief, wies ihn Andrew darauf hin, dass er dieses Wort keinesfalls aussprechen d\u00fcrfe, wenn seine Eltern dabei seien. Wer in der Schule flucht, kann daf\u00fcr einen Verweis kassieren, erz\u00e4hlt Kian.<\/p>\n<p>Im Umgang mit unterschiedlichen Kulturen hat Kian \u00dcbung: Der 17-J\u00e4hrige hat sowohl einen deutschen als auch einen iranischen Pass. Sein Vater Esmail Akbari, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Fuldaer IT-Firma Computer-L.A.N., begleitet deutsche Weihnachtslieder schon mal mit seiner Tombak-Trommel. Seine Frau und die beiden S\u00f6hne feiern daf\u00fcr mit ihm das iranische Neujahrsfest, das immer am 21. M\u00e4rz begangen wird.<\/p>\n<p>Obwohl er im Klausuren-Stress steckt, will Kian in musikalischen Fragen auch in Zukunft keine halben Sachen machen. Das zeigt sich auch an der Abi-Band. Obwohl der Winfriedsch\u00fcler erst die Jahrgangsstufe 12 besucht, hat sich die Gruppe bereits jetzt formiert, knapp eineinhalb Jahre vor den gro\u00dfen Auftritten. Zum Repertoire geh\u00f6ren bekannte Blues-, Pop- und Rocksongs. \u201eDas ist mein Ding\u201c, sagt Kian. Der erste Auftritt k\u00f6nnte beim Sommerkonzert der Schule sein, hofft er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Was er zu Weihnachten bekommt, wei\u00df Kian noch nicht genau (\u201eIch hoffe, ein Klavier.\u201c), aber eins ist sicher: Dieses Mal liegen die Geschenke nicht unter einem Plastik-Baum sondern wieder unter einer echten Nordmanntanne. Vor einem Jahr hat der Fuldaer das christliche Fest zusammen mit seiner Gastfamilie in Montana (USA) gefeiert. 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