{"id":93348,"date":"2011-12-02T00:25:27","date_gmt":"2011-12-02T00:25:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=93348"},"modified":"2011-12-02T11:54:39","modified_gmt":"2011-12-02T11:54:39","slug":"35-jahriger-lahrbacher-misst-kulturellen-anspruch-auch-am-spaswert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=93348","title":{"rendered":"35-J\u00e4hriger Lahrbacher misst kulturellen Anspruch auch am Spa\u00dfwert"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111202_ThomasNuedling.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-93349\" title=\"111202_ThomasNuedling\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111202_ThomasNuedling-265x231.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"231\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111202_ThomasNuedling-265x231.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/111202_ThomasNuedling.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Tann-Lahrbach. <\/strong>In Anlehnung an den Kantor, der in der Leipziger Thomaskirche traditionell f\u00fcr die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes zust\u00e4ndig ist, hat der Lahrbacher Musiker Thomas N\u00fcdling von einem Bekannten den Spitznamen \u201eThomaskantor von Tann\u201c erhalten. Denn oftmals bereichert der 35-J\u00e4hrige Gottesdienste durch sein Orgelspiel oder verleitet Passanten, die an der Tanner Stadtkirche vorbeigehen, zum Lauschen, wenn er auf der Orgel \u00fcbt. Waren es zu Zeiten, als er an der Musikhochschule Detmold und der Uni Paderborn studierte, t\u00e4glich sechs bis acht Stunden, so versucht der Lehrer f\u00fcr Musik und katholische Religion seit seiner Berufst\u00e4tigkeit am H\u00fcnfelder Wigbertschulegymnasium wenigstens ein bis zwei Stunden Zeit am Tag f\u00fcr das Orgelspiel zu finden.<!--more--><\/p>\n<p>Gerade im Advent wird dies wohl wieder schwierig werden, denn \u201ef\u00fcr Musiker gibt es keine aktivere Zeit als die vor Weihnachten\u201c, sagt Thomas N\u00fcdling. Der Studienrat leitet den Schulchor und das \u201eH\u00fcnfelder Kammerorchester an der Wigbertschule\u201c. Mit beiden f\u00fchrt er am 18. und 19. Dezember in Tann und H\u00fcnfeld das Weihnachtsoratorium des franz\u00f6sischen Komponisten Camille Saint-Sa\u00c3\u00abns auf.<\/p>\n<p>Obgleich ihm dessen romantische Kompositionen sehr gut gefallen, schw\u00e4rmt er noch mehr f\u00fcr Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms und Maurice Durufl\u00e9<strong> <\/strong>\u2013 sicherlich ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Musikgeschmack f\u00fcr jemanden, in dessen Generation Techno modern wurde und die Schlager ein Revival erlebten. Doch f\u00fcr ihn sind die klassischen K\u00fcnstler nicht nur \u201eStars\u201c, sondern auch Vorbilder: So hat er selbst bereits zahlreiche Orgelst\u00fccke, S\u00e4tze zu Kirchenliedern, Chorlieder, sechs Messen, drei Musicals und viele weitere Werke komponiert. F\u00fcr seine Staatsexamens- und sp\u00e4ter seine Diplomarbeit forschte er \u00fcber Johann Michael Bach und verhalf damit dem sogenannten Tanner Bach damit in Expertenkreisen zu neuer Bekanntheit.<\/p>\n<p>Schon als Achtj\u00e4hriger w\u00fcnschte sich Thomas N\u00fcdling nach einer tapfer \u00fcberstandenen Blinddarmoperation von seinen Eltern nicht etwa einen Spielecomputer oder andere bei Gleichaltrigen beliebte Dinge \u2013 sondern Klavierunterricht. Thomas N\u00fcdling schwimmt nicht mit dem Strom, aber genauso wenig macht er es sich in einer einmal gefundenen \u201egeistig-kulturellen Heimat\u201c bequem. Als federf\u00fchrender Organisator des Tanner Musiksommers ist es ihm gelungen, die Reihe durch Auflockerung der \u201eHochkultur\u201c mit Popul\u00e4rem f\u00fcr ein breiteres Publikum interessant zu machen. Au\u00dferdem bedeutet das Mitwirken an dieser Veranstaltung der evangelischen Kirchengemeinde Tann f\u00fcr ihn als Katholiken gelebte \u00d6kumene. Ein wenig wirkt er wie jemand, der zwischen verschiedenen Kulturen wandert und dabei in sich selbst ruht.<\/p>\n<p>Diese Gelassenheit hat sich schon als n\u00fctzliche Eigenschaft erwiesen: N\u00fcdling erinnert sich schmunzelnd an seine erste Abiturientenverabschiedung 2005 als Lehrer, die gerade in die Zeit des Musiksommers fiel. \u201eAls ich danach mein Handy einschaltete, sah ich, dass 17 Personen versucht hatten, mich zu erreichen.\u201c Denn der Musiker, der am Abend in Tann auftreten sollte, war kurzfristig erkrankt, und es war zu sp\u00e4t, das Konzert abzusagen. \u201eErst dachte ich, die Welt geht unter.\u201c Doch kaum zu Hause, stellte Thomas N\u00fcdling ein eigenes Programm zusammen und konnte abends den Kollegen vertreten.<\/p>\n<p>Das Komponieren, \u201edie Musik von innen nach au\u00dfen\u201c, wie er es formuliert, wirken auf ihn entspannend, genauso wie Spazierg\u00e4nge in der Natur. Zudem liest er sehr gerne, \u201ealles von Fachliteratur bis hin zu kitschigen Romanen\u201c, und mag Kino. Au\u00dfer Klavier und seit seinem 13. Lebensjahr Orgel beherrscht er Klarinette, Gitarre und Blockfl\u00f6te. Doch wenn er Musik konsumiert, dann \u201enicht nur solche, wie ich sie selbst mache, sondern auch Pop und Rock, Jazz und Schlager\u201c. Als Lehrer m\u00f6chte er den Kindern vor allem zeigen, \u201ewie viel Freude Musik bereiten kannt\u201c. Da misst Thomas N\u00fcdling den kulturellen Anspruch auch mal am Spa\u00dfwert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Tann-Lahrbach. In Anlehnung an den Kantor, der in der Leipziger Thomaskirche traditionell f\u00fcr die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes zust\u00e4ndig ist, hat der Lahrbacher Musiker Thomas N\u00fcdling von einem Bekannten den Spitznamen \u201eThomaskantor von Tann\u201c erhalten. 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