{"id":93213,"date":"2011-11-30T00:11:45","date_gmt":"2011-11-30T00:11:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=93213"},"modified":"2011-11-30T10:49:51","modified_gmt":"2011-11-30T10:49:51","slug":"ausgeglichener-haushalt-auch-in-schweren-zeiten-diozesan-kirchensteuerrat-verabschiedete-bistumshaushalt-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=93213","title":{"rendered":"\u201eAusgeglichener Haushalt auch in schweren Zeiten\u201c Di\u00f6zesan-Kirchensteuerrat verabschiedete Bistumshaushalt 2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg.<\/strong> Den Haushalt 2012 f\u00fcr das Bistum Fulda hat der Di\u00f6zesan-Kirchensteuerrat auf seiner j\u00fcngsten Sitzung in Fulda verabschiedet. Mit 116,9 Millionen Euro liegt das Etatvolumen rund 5,39 Millionen Euro (4,83 Prozent) \u00fcber dem Ansatz des Jahres 2011. Im Vergleich zum Ergebnis 2010 ist es um rund 4,51 Millionen Euro (3,71 Prozent) niedriger. Wie Kirchensteuerrats-Vorsitzender Heribert Meixner (Eschwege) in Erinnerung rief, habe das Bistum Fulda von jeher einen soliden Sparkurs verfolgt. \u201eIn diesen schweren Zeiten hat uns Finanzdirektor Reuting wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen k\u00f6nnen, ohne die Reserven anzugreifen\u201c, betonte der Vorsitzende. Dem Kirchensteuerrat, der sich aus ehrenamtlichen Mitgliedern zusammensetzt, obliegt seit seiner Gr\u00fcndung im Jahre 1972 die Beschlussfassung \u00fcber den Haushalt der Di\u00f6zese.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Finanzdirektor und Personaldirektor in Ruhestand<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr den Leiter der Finanzabteilung im Bisch\u00f6flichen Generalvikariat, Finanzdirektor Franz Reuting, war es die letzte Haushaltssitzung: Am 31. Dezember geht er in den Ruhestand. Nachfolger wird Finanzdirektor Gerhard Stanke (39). Reuting, der die finanziellen Geschicke der Di\u00f6zese Fulda seit 1993 bestimmte, dankte den Mitgliedern des Kirchensteuerrats f\u00fcr die fruchtbare Zusammenarbeit. Ebenfalls in den Ruhestand geht Personaldirektor Thomas Schlimme, der seinerseits die gute Kooperation mit dem Gremium w\u00fcrdigte. Schlimmes Nachfolger wird Personaldirektor J\u00f6rg Schnarr (55). Heribert Meixner sprach Reuting und Schlimme den Dank des Kirchensteuerrats aus. \u201eSie haben in all diesen Jahren die Haushaltswirtschaft gr\u00fcndlich saniert, hinterlassen keinen Cent Schulden und haben f\u00fcr die Zukunft bestens vorgesorgt\u201c, lobte er insbesondere Reutings langj\u00e4hriges Wirken.<\/p>\n<p>Der Finanzdirektor hatte in seinem Bericht zum Haushalt 2012 auf die labile Finanz- und Wirtschaftslage in einigen L\u00e4ndern des Euro-Raums verwiesen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die \u201eKreativit\u00e4t der Finanzkommissionen der Euro-L\u00e4nder so effektiv ist, dass die negativen Prognosen keine einschneidenden Konsequenzen nach sich ziehen\u201c. Da die Arbeitslosenquote wohl stabil bleibe und sogar mit einem R\u00fcckgang zu rechnen sei, k\u00f6nne von einer positiven Kirchensteuerentwicklung im Jahr 2012 ausgegangen werden. Reuting betonte, dass das Bistum seine sogenannte Clearing-R\u00fccklage verst\u00e4rkt habe, da ein zugeflossenes Plus an Kirchensteuern im Zuge des Clearing-Verfahrens (einer Art \u201eKirchenlohnsteuerausgleich\u201c, wenn Wohnort und Arbeitgeber in verschiedenen Bist\u00fcmern liegen) zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt teilweise wieder an andere Bist\u00fcmer abgegeben werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Wie der Sprecher des Haushaltsausschusses, Hans-J\u00fcrgen Pohl (Hanau), hervorhob, k\u00f6nne man die momentane finanzielle Situation des Bistums Fulda \u201eberuhigt zur Kenntnis nehmen\u201c. Ein Auf und Ab habe es auch in den vergangenen Jahren immer gegeben. Bedeutsam sei, dass die Di\u00f6zese ihre Ausgaben selbst bestimmen und \u201enotfalls beschr\u00e4nken\u201c k\u00f6nne, so Pohl weiter. \u201eWir sind in der gl\u00fccklichen Lage, Ausgabenw\u00fcnsche nach unseren Einnahmen auszurichten.\u201c Die Finanzentwicklung sei selten l\u00e4nger als zwei Jahre voraussehbar, gab der Sprecher des Ausschusses zu bedenken.<\/p>\n<p><strong>Versorgung der Pfarrgemeinden und Schulen<\/strong><\/p>\n<p>Der Vorsitzende des Kirchensteuerrates, Heribert Meixner, machte im weiteren Verlauf der Sitzung deutlich, dass der Schwerpunkt der Ausgaben des Bistums wieder bei den Kirchengemeinden liege. \u201eTrotz einer guten Versorgung m\u00fcssen die Gemeinden selbst sparen und Geld nur bei dringender Notwendigkeit ausgeben\u201c, mahnte Meixner. Da f\u00fcr die Zukunft des Bistums die Betreuung der Jugend sehr wichtig sei, w\u00fcrden auch die Schulen des Bistums im Haushalt wieder gut ausgestattet. \u00c4hnliches gelte f\u00fcr das Bildungshaus der Di\u00f6zese, das Fuldaer Bonifatiushaus.<\/p>\n<p><strong>Hilfe f\u00fcr Notleidende und R\u00fcckgang der Spenden<\/strong><\/p>\n<p>Wie der Vorsitzende des Weiteren darlegte, seien wieder Mittel f\u00fcr den Hilfsfonds \u201eM\u00fctter in Not\u201c sowie f\u00fcr Eheberatung, M\u00fcttererholung und Schwangerenberatung bereitgestellt worden. \u201eWir sprechen nicht nur von N\u00e4chstenliebe \u2013 wir praktizieren sie auch.\u201c Das Kollekten- und Spendenaufkommen f\u00fcr die Not in aller Welt sei weiter zur\u00fcckgegangen. Die Katholiken im Bistum Fulda rief Meixner daher auf, \u201ebesonders jetzt vor Weihnachten in der Adventszeit die Liebe zum N\u00e4chsten, besonders zu hilflosen Kindern, durch eine gro\u00dfz\u00fcgige Spende zu verwirklichen\u201c.<\/p>\n<p>Bischof Heinz Josef Algermissen, der pers\u00f6nlich an der Kirchensteuerratssitzung teilnahm, dankte allen Mitgliedern des Gremiums und den Abteilungen, insbesondere den beiden scheidenden Direktoren, f\u00fcr ihre engagierte Mitarbeit und ihren gro\u00dfen Sachverstand. \u201eAls Bistum verwalten wir treuh\u00e4nderisch das Geld, das uns die Menschen durch Zahlung der Kirchensteuer anvertrauen\u201c, so der Oberhirte, der allen Kirchenmitgliedern zugleich seinen Dank daf\u00fcr aussprach. Damit erm\u00f6glichten diese, dass christlicher Glaube sich im Bistum Fulda lebendig und tatkr\u00e4ftig entfalten k\u00f6nne. \u201eIhr Beitrag ist unverzichtbar f\u00fcr die vielen Aufgaben, die wir gemeinsam als Kirche wahrnehmen\u201c, unterstrich der Bischof. Damit \u201eKirche vor Ort und mitten im Leben\u201c auch in Zukunft so sein k\u00f6nne, brauche die Kirche die Hilfe und Unterst\u00fctzung ihrer Gl\u00e4ubigen.<\/p>\n<p><strong>Der \u00c3\u2030tat im Einzelnen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Pastorale und soziale Aufgaben der Kirche vor Ort<\/strong><\/p>\n<p>Der Bistumshaushalt 2012 orientiert sich in erster Linie an seelsorglichen Notwendigkeiten. Hohe Priorit\u00e4t hat hierbei die Pfarrseelsorge. Ein gro\u00dfer Teil der Einnahmen flie\u00dft daher den 309 Kirchengemeinden des Bistums zu (rund 38,15 Prozent des Gesamthaushalts oder 54,46 Prozent der Kirchensteuer). Als Schl\u00fcsselzuweisungen werden insgesamt 15,1 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung gestellt. Hierin sind Personalkostenzusch\u00fcsse f\u00fcr Kinderg\u00e4rten und Pfarrsekret\u00e4rinnen von 7,8 Millionen Euro enthalten. Viele Geb\u00e4ude in den Kirchengemeinden m\u00fcssen unterhalten, saniert und renoviert werden. Hierf\u00fcr stellt das Bistum 6,3 Millionen Euro an Baukostenzusch\u00fcssen zur Verf\u00fcgung. F\u00fcr die Personalkosten der Pfarrer, Kapl\u00e4ne, Diakone und Gemeindereferentinnen sind 21,9 Millionen Euro veranschlagt. F\u00fcr die Kirchengemeinden werden insgesamt 44,6 Millionen Euro aufgewandt, damit sie ihre vielf\u00e4ltigen pastoralen Aufgaben erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Rechnet man die Ausgaben f\u00fcr besondere Seelsorgsbereiche hinzu, so flie\u00dfen 51,4 Millionen Euro (44,97 Prozent des Gesamthaushaltes) in Kirchengemeinden und Seelsorge.<\/p>\n<p><strong>Wichtiger kultureller Beitrag der Kirche<\/strong><\/p>\n<p>Das Bistum Fulda unterh\u00e4lt drei eigene Schulen in Am\u00f6neburg, Fritzlar und Hanau. F\u00fcr diese m\u00fcssen aus dem Haushalt 2012 inklusive Personalkosten 17,1 Millionen Euro aufgebracht werden. Katholische Schulen in Tr\u00e4gerschaft von Ordensgemeinschaften werden mit rund 2,4 Millionen Euro unterst\u00fctzt. F\u00fcr die Erteilung des Religionsunterrichts werden 1,7 Millionen Euro geleistet. F\u00fcr die theologische Aus- und Fortbildung sind 2,6 Millionen Euro veranschlagt. Im Rahmen der Erwachsenenbildung werden 2,5 Millionen Euro aufgewandt. F\u00fcr Wissenschaft, B\u00fcchereiwesen, Medien, Medienf\u00f6rderung sowie Kunst und Denkmalpflege sind 0,6 Millionen Euro im Haushalt vorgesehen. F\u00fcr die vielf\u00e4ltigen Bildungs- und kulturellen Aufgaben des Bistums Fulda stehen insgesamt 27,5 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. Dies entspricht 23,52 Prozent des Gesamthaushalts.<\/p>\n<p><strong>Besondere Seelsorgsbereiche<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr besondere Seelsorgeaufgaben gibt das Bistum Fulda 6,8 Millionen Euro aus. Das sind 5,82 Prozent des Gesamthaushalts. Ein gro\u00dfer Bereich dieser \u201ebesonderen Seelsorge\u201c ist die Jugendseelsorge, die im Haushalt 2012 mit 1,2 Millionen Euro ausgewiesen ist. F\u00fcr M\u00e4nner-, Frauen- und Familienseelsorge sowie f\u00fcr Vereine und Verb\u00e4nde sind 0,6 Millionen Euro im Etat vorgesehen. F\u00fcr die Seelsorge in den ausl\u00e4ndischen Gemeinden stehen 1,0 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. F\u00fcr die Seelsorge an Kranken und Behinderten sind 1,5 Millionen Euro eingeplant. 1,0 Millionen Euro entfallen auf die regionalen Bildungsst\u00e4tten in Am\u00f6neburg, Kassel und Salm\u00fcnster, 0,3 Millionen auf die Hochschulgemeinden in Fulda, Kassel und Marburg. Dazu kommen Telefonseelsorge, Seelsorge im Strafvollzug, Urlauberseelsorge, Polizeiseelsorge etc. mit insgesamt 0,5 Millionen Euro.<\/p>\n<p><strong>Kinderg\u00e4rten sowie die caritativen Einrichtungen<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2012 sind im sozialen Bereich 5,9 Millionen Euro veranschlagt. Dies sind rund 5,05 Prozent des Haushalts. Z\u00e4hlt man die den Kirchengemeinden \u00fcber die Schl\u00fcsselzuweisungen gew\u00e4hrten Zusch\u00fcsse f\u00fcr Kinderg\u00e4rten hinzu, so erh\u00f6ht sich dieser Betrag um 4,9 Millionen Euro auf 10,8 Millionen Euro. Die 105 Kinderg\u00e4rten des Bistums werden mithin erheblich gef\u00f6rdert, wenn auch die Di\u00f6zese versucht, die Belastungen an das Ma\u00df, das in anderen hessischen Bist\u00fcmern und Landeskirchen \u00fcblich ist, anzugleichen. Dar\u00fcber hinaus stellt sich das Bistum Fulda aber auch anderen sozialen Aufgaben.<\/p>\n<p>Haupttr\u00e4ger kirchlicher Sozialarbeit ist der Di\u00f6zesan-Caritasverband mit seinen Unterverb\u00e4nden in Bebra, Eschwege, Fulda, Geisa, Hanau, Kassel und Marburg. Er erh\u00e4lt als Zuweisung des Bistums 3,1 Millionen Euro. Sonstige caritative Einrichtungen werden zus\u00e4tzlich mit 1,2 Millionen Euro unterst\u00fctzt. F\u00fcr die katholische Ehe-, Familien und Lebensberatung und sonstige soziale Hilfen sind weitere 0,3 Millionen Euro vorgesehen. Ein gro\u00dfes Anliegen ist der Schutz des ungeborenen Lebens. Der bisch\u00f6fliche Hilfsfonds f\u00fcr M\u00fctter in Not unterst\u00fctzt Frauen in Not- und Konfliktsituationen. Er erh\u00e4lt auch im neuen Haushalt wieder 0,8 Millionen Euro. Dazu kommen noch Investitionsausgaben von 0,5 Millionen Euro f\u00fcr Kl\u00f6ster sowie ein Jugendheim.<\/p>\n<p><strong>Weltkirche im Blickpunkt<\/strong><\/p>\n<p>Kirche macht nicht an den Grenzen des eigenen Bistums halt. Die Gemeinschaft der Bist\u00fcmer Deutschlands \u2013 der Verband der Di\u00f6zesen (VDD) \u2013 nimmt beispielsweise gesamtkirchliche Aufgaben aller Bist\u00fcmer wahr. Solche sind etwa die F\u00f6rderung von Entwicklungsprojekten, die Unterst\u00fctzung der Missions- und Sozialarbeit der Weltkirche und die Hilfen f\u00fcr die Diaspora. Hierf\u00fcr zahlen alle Bist\u00fcmer eine Umlage an den Verband der Di\u00f6zesen. Sie betr\u00e4gt 2012 f\u00fcr das Bistum Fulda 3,1 Millionen Euro. Zus\u00e4tzlich bringt die Di\u00f6zese weitere 0,6 Millionen Euro f\u00fcr die Weltkirche auf. Die im Haushaltsplan enthaltenen 3,7 Millionen Euro f\u00fcr gesamtkirchliche Aufgaben entsprechen 3,17 Prozent des Haushaltsvolumens. (bpf)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg. Den Haushalt 2012 f\u00fcr das Bistum Fulda hat der Di\u00f6zesan-Kirchensteuerrat auf seiner j\u00fcngsten Sitzung in Fulda verabschiedet. Mit 116,9 Millionen Euro liegt das Etatvolumen rund 5,39 Millionen Euro (4,83 Prozent) \u00fcber dem Ansatz des Jahres 2011. Im Vergleich zum Ergebnis 2010 ist es um rund 4,51 Millionen Euro (3,71 Prozent) niedriger. 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