{"id":93059,"date":"2011-11-25T00:13:40","date_gmt":"2011-11-25T00:13:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=93059"},"modified":"2011-11-24T17:44:31","modified_gmt":"2011-11-24T17:44:31","slug":"heute-ist-internationaler-tag-zur-achtung-der-gewalt-an-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=93059","title":{"rendered":"Heute ist Internationaler Tag zur \u00c4chtung der Gewalt an Frauen"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden. In Hessen werden so viele F\u00e4lle von h\u00e4uslicher Gewalt aufgedeckt und Ma\u00dfnahmen eingeleitet wie noch nie zuvor. \u201e2010 hat sich die Fallzahl gegen\u00fcber 2009 von 7.541 auf 7.764 Straftaten um 2,9 Prozent erh\u00f6ht. Seit 2002 wird in der Polizeistatistik h\u00e4usliche Gewalt gezielt aufgef\u00fchrt, seitdem hat die Zahl der Anzeigen kontinuierlich zugenommen\u201c, erkl\u00e4rte Petra M\u00fcller-Klepper, Staatssekret\u00e4rin im Hessischen Sozialministerium, anl\u00e4sslich des Internationalen Tags zur \u00c4chtung der Gewalt an Frauen, der am heutigen 25. November begangen wird. 2002 bis 2010 wurden insgesamt 61.175 F\u00e4lle h\u00e4uslicher Gewalt in Hessen polizeilich registriert.<!--more--><br \/>\nDie Staatssekret\u00e4rin f\u00fchrte diese Entwicklung vor allem auf das ge\u00e4nderte Bewusstsein in der Bev\u00f6lkerung zur\u00fcck, das durch gesetzliche Ma\u00dfnahmen wie das Gewaltschutzgesetz gef\u00f6rdert werde. \u201eDas Thema wird zunehmend aus der Tabuzone herausgeholt. Hierdurch steigt die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr diese Straftaten deutlich. Die Zahlen deuten auf eine gewachsene Anzeigebereitschaft hin. Das hilft den Opfern und schreckt T\u00e4ter ab.\u201c Auch wenn mehr Mut aufgebracht werde, solche Vorf\u00e4lle zur Anzeige zu bringen, m\u00fcsse davon ausgegangen werden, dass die Dunkelziffer immer noch um ein Vielfaches h\u00f6her liege.<\/p>\n<p>Die Zahlen der Polizeistatistik vermitteln nach Ansicht von Petra M\u00fcller-Klepper einen Eindruck von der Gef\u00e4hrdung, die von diesem Bereich der Kriminalit\u00e4t ausgeht. 2010 wurden 9.922 schwere und gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzungen in Hessen registriert, hiervon waren 10,8 Prozent F\u00e4lle h\u00e4uslicher Gewalt. 43 der 331 T\u00f6tungsdelikte waren auf h\u00e4usliche Gewalt zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Tatverd\u00e4chtigen sind seit Beginn der gesonderten Polizeistatistik zu F\u00e4llen h\u00e4uslicher Gewalt zu \u00fcber 80 Prozent m\u00e4nnlich, die mutma\u00dflichen Opfer zu knapp 90 Prozent weiblich. \u201eFrauen sind deutlich h\u00f6her als M\u00e4nner von Gewalt in der Paarbeziehung belastet. Etwa jede vierte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben Opfer k\u00f6rperlicher oder sexueller Gewalt durch aktuelle oder fr\u00fchere Partner geworden\u201c, so die Staatssekret\u00e4rin. H\u00e4usliche Gewalt sei die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr Verletzungen bei Frauen, h\u00e4ufiger als Verkehrsunf\u00e4lle, \u00dcberf\u00e4lle oder Vergewaltigungen zusammen. Sie komme in allen sozialen Schichten vor.<\/p>\n<p>Die Zahlen spiegeln nach Ansicht der Staatssekret\u00e4rin auch das konsequente Vorgehen von Landesregierung, Polizei und Justiz wieder. \u201eDas Gewaltschutzgesetz wird in Hessen engagiert im Interesse der betroffenen Frauen und Kinder umgesetzt. Wer pr\u00fcgelt, muss gehen. Wer gepr\u00fcgelt wird, muss neben der Gewalt, Verletzung und Scham nicht auch noch den Verlust der angestammten Umgebung und Wohnung verkraften.\u201c Auch die Arbeit der Landeskoordinierungsstelle gegen h\u00e4usliche Gewalt zeige Erfolge. Dieses Engagement gelte es weiter auszubauen. \u201eDas Kabinett hat daher k\u00fcrzlich den zweiten Landesaktionsplan gegen h\u00e4usliche Gewalt beschlossen, der die Ma\u00dfnahmen des ersten Landesaktionsplanes von 2004 fortschreibt und insbesondere ein Augenmerk auf die Pr\u00e4vention und die Vernetzung der mit dem Thema betrauten Berufsgruppen legt.\u201c<\/p>\n<p>Petra M\u00fcller-Klepper betonte: \u201eGewalt ist vermeidbar, ihre Folgen k\u00f6nnen dank spezialisierter Unterst\u00fctzung gemindert werden. Hessen verf\u00fcgt \u00fcber eine Vielfalt an Netzwerken und Unterst\u00fctzungseinrichtungen sowohl f\u00fcr Gewaltbetroffene als auch f\u00fcr Menschen mit Gewaltproblemen.\u201c Mittlerweile seien 31 M\u00e4nnerberatungsstellen in Hessen in der T\u00e4terarbeit aktiv. Das Land f\u00f6rdere 30 Frauenh\u00e4user. Dar\u00fcber hinaus bieten 25 Beratungsstellen eine pro-aktive Beratung an. In Fulda sei die Arbeit der Schutzambulanz erfolgreich angelaufen.<\/p>\n<p>\u201eSeelische und k\u00f6rperliche Gewalt in der Partnerschaft ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Es handelt sich um Gewalt, die ge\u00e4chtet und bek\u00e4mpft werden muss\u201c, unterstrich Petra M\u00fcller-Klepper. Sie forderte eine verst\u00e4rkte Kultur des Hinschauens. Der \u201eInternationale Tag zur \u00c4chtung der Gewalt an Frauen\u201c sei ein guter Anlass, um f\u00fcr das Thema zu sensibilisieren. Das Sozialministerium folge dem Aufruf der Vereinten Nationen, am 25. November weltweit ein sichtbares Zeichen zur \u00c4chtung der Gewalt an Frauen zu setzen. Es beteiligt sich an der 11. Fahnenaktion der Frauen- und Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes e.V. \u201eNein zu Gewalt an Frauen\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. 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