{"id":92322,"date":"2011-11-03T00:11:05","date_gmt":"2011-11-03T00:11:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=92322"},"modified":"2011-11-03T08:22:50","modified_gmt":"2011-11-03T08:22:50","slug":"testphase-am-bewegungsparcours-auserst-erfolgreich-seniorinnen-und-senioren-steigern-kraft-und-gehgeschwindigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=92322","title":{"rendered":"Testphase am Bewegungsparcours \u00e4u\u00dferst erfolgreich &#8211; Seniorinnen und Senioren steigern Kraft und Gehgeschwindigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Darmstadt. Erste medizinische Ergebnisse aus der dreimonatigen Testphase am Bewegungsparcours f\u00fcr Seniorinnen und Senioren in Darmstadt zeigen positive Effekte. So konnten alle Probanden ihre Kraft und ihre Gehgeschwindigkeit steigern \u2013 die Daten werden nun im Detail ausgewertet, genaue Ergebnisse liegen Anfang 2012 vor. Petra M\u00fcller-Klepper, Staatssekret\u00e4rin im Hessischen Sozialministerium, unterstreicht daher auch die Bedeutung von Bewegungs- und Sportangebote f\u00fcr \u00e4ltere Menschen. \u201eBewegung und Sport sind in jedem Alter wichtig. Seniorinnen und Senioren profitieren aber ganz besonders von regelm\u00e4\u00dfigen sportlichen Aktivit\u00e4ten, denn diese erh\u00f6hen die geistige und k\u00f6rperliche Fitness und unterst\u00fctzen so eine selbst\u00e4ndige Lebensf\u00fchrung im Alter\u201c, betonte die Staatssekret\u00e4rin in Darmstadt anl\u00e4sslich der Abschlussveranstaltung des Pilotprojekts Bewegungsparcours.<!--more--><br \/>\nDrei Monate lang erprobten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, betreut und angeleitet durch \u00dcbungsleiter des Landessportbundes Hessen und wissenschaftlich begleitet von der Hochschule Darmstadt, der Abteilung Sportmedizin der Johann Wolfgang Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt sowie der Hochschule RheinMain, den Bewegungsparcours. Die Durchhaltequote der Probanden sei erfreulich hoch gewesen, so die Staatssekret\u00e4rin: \u201e47 der im sportmedizinischen Test aufgenommenen 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben nicht nur \u00fcber die drei Monate die w\u00f6chentlich geforderten Trainingstermine eingehalten, einige von ihnen waren sogar zweimal in der Woche oder sogar t\u00e4glich am Parcours.\u201c Die sportmedizinischen Tests w\u00fcrden nun ausgewertet und dokumentiert.<\/p>\n<p>Auch die Darmst\u00e4dter Sozialdezernentin, Stadtr\u00e4tin Barbara Akdeniz, hebt besonders hervor, dass die Darmst\u00e4dter Bev\u00f6lkerung den Bewegungsparcours im B\u00fcrgerpark hervorragend angenommen habe. Sie sieht in den Bewegungsparcours einen Schritt \u201eauf dem Weg in eine altersgerechte und gesunde Stadt\u201c. Akdeniz: \u201eBewegungsparcours sind ein hervorragendes Angebot, um Pr\u00e4vention und Gesundheitsf\u00f6rderung praktikabel zu machen.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr Rafael Rei\u00dfer, B\u00fcrgermeister und Sportdezernent, bereichert der Bewegungsparcours insgesamt das Sportangebot in Darmstadt. \u201eDer attraktive Bewegungsparcours ist nicht nur ein tolles Angebot f\u00fcr \u00e4ltere Menschen in Darmstadt, auch die Darmst\u00e4dter Sportvereine erhalten mit der Anlage die M\u00f6glichkeit, den neuen Bewegungsparcours als erg\u00e4nzende Sportst\u00e4tte anzusehen und f\u00fcr ihre Angebotsentwicklung\u00c2\u00a0 zu nutzen.\u201c Noch bis zum 15. Dezember wird der Bewegungsparcours dank des Landessportbundes Hessen montags bis donnerstags t\u00e4glich um 10 Uhr durch angeleitete Trainingseinheiten betreut. \u201eDiese Trainingseinheiten stehen alle offen und sie sind kostenlos. Dies ist ein guter Zeitpunkt f\u00fcr diejenigen, die sich alleine vielleicht nicht an die Ger\u00e4te trauen\u201c, betonte der B\u00fcrgermeister.<\/p>\n<p>\u201eDie R\u00fcckmeldungen, die wir von den \u00dcbungsleitungen aber auch in unterschiedlicher Form von den Probanden direkt erhalten haben, best\u00e4tigen eindeutig unsere Hypothese: Das Wichtigste beim zielgerichteten Trainieren ist eine kompetente Kommunikation\u201c, stellte der Vizepr\u00e4sident f\u00fcr Sportentwicklung beim Landessportbund Hessen, Ralf-Rainer Klatt, fest. F\u00fcr die \u00dcbungsleitungen unterstrich Reinhard Bechtel (SKV Rot-Wei\u00df Darmstadt), dass ihn als \u201ealten Hasen\u201c im Gesch\u00e4ft der Flei\u00df, die sich steigernde Motivation aber auch die Erfolge, die viele Menschen schon nach ein paar Wochen Training erkennen konnten, \u00fcberrascht h\u00e4tten. \u201eTrotz Wind und Wetter, ob dr\u00fcckende Hitze oder Sturm \u2013 keine einzige Stunde ist ausgefallen\u201c, erg\u00e4nzt Angelika Schwalm (TG 1875 Darmstadt).<\/p>\n<p>Fasziniert zeigten sich auch die Vertreter aus dem wissenschaftlichen Untersuchungsteam. \u201eEine derartige Konstanz in der Beteiligung haben wir noch nie erlebt. Das zeigt sich nat\u00fcrlich auch in den individuellen Ergebnissen, wenn wir nach einer ersten \u00dcbersicht zum Teil \u00fcber 40 Prozent Kraftzuwachs registrieren k\u00f6nnen\u201c, berichtet Prof. Lutz Vogt (Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt). Sein Darmst\u00e4dter Kollege Prof. Volker Beck, der den sozial-psychologischen Teil der Untersuchung verantwortet, betont den hohen Grad der Zufriedenheit und den Zuwachs an Selbstwertgef\u00fchl, den das Training aber auch die Gemeinsamkeit des Trainierens hervorgerufen haben.<\/p>\n<p>Prof. Grit Hottentr\u00e4ger (Hochschule RheinMain) sieht Ursachen f\u00fcr den Erfolg auch bisher durchgef\u00fchrten Untersuchungen und eingebrachten Erfahrungen. \u201eF\u00fcr eine gute Akzeptanz von Bewegungsparcours ist eine sorgf\u00e4ltige Planung, das hei\u00dft Auswahl des Standortes, Gestaltung des Parcours und Auswahl der Ger\u00e4te, ein ganz entscheidender Faktor.\u201c<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><br \/>\nDie Hessische Landesregierung hat im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie zwei\u00c2\u00a0 hessischen Pilotst\u00e4dten, Darmstadt und Hanau, je einen Bewegungsparcours f\u00fcr \u00e4ltere Menschen zur Verf\u00fcgung gestellt. Erstmalig in Deutschland wurde drei Monate lang im Rahmen einer akademischen Studie der gesundheitsf\u00f6rdernde Effekt von Bewegungsparcours getestet werden.<\/p>\n<p>Ziel des Parcours ist es, Seniorinnen und Senioren zur gesundheitsf\u00f6rdernden Bewegung an der frischen Luft zu motivieren. Das Konzept kommt aus Asien und ist inzwischen auch in Portugal und an einigen Standorten in Deutschland umgesetzt worden. Die Pr\u00e4vention vor Alterskrankheiten wie Herzinfarkt und Diabetes steht bei einem solchen Bewegungsangebot im Vordergrund. Jeder F\u00fcnfte (insgesamt 1,2 Millionen Menschen) in Hessen ist mittlerweile \u00fcber 65, mit steigender Tendenz. Die Erkrankungsh\u00e4ufigkeit an Diabetes-Typ-2, der erworbenen oder Altersdiabetes, steigt deutlich mit dem Lebensalter, kann aber durch gezielte Pr\u00e4ventionsprogramme mit Fokus auf Bewegung und Ern\u00e4hrung verhindert werden. Unter den 70-J\u00e4hrigen in Hessen leidet heute ungef\u00e4hr jeder F\u00fcnfte an Diabetes. Bei den 75- bis 80-J\u00e4hrigen steigt der Anteil auf 25 Prozent. Diabetes-Typ-2 ist dadurch eine der wichtigen und in ihren Konsequenzen teuersten chronischen Erkrankungen in Hessen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Darmstadt. Erste medizinische Ergebnisse aus der dreimonatigen Testphase am Bewegungsparcours f\u00fcr Seniorinnen und Senioren in Darmstadt zeigen positive Effekte. So konnten alle Probanden ihre Kraft und ihre Gehgeschwindigkeit steigern \u2013 die Daten werden nun im Detail ausgewertet, genaue Ergebnisse liegen Anfang 2012 vor. 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