{"id":92299,"date":"2011-11-03T00:12:37","date_gmt":"2011-11-03T00:12:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=92299"},"modified":"2011-11-03T08:10:42","modified_gmt":"2011-11-03T08:10:42","slug":"nachhaltiges-handeln-steht-fur-regionale-brunnen-im-vordergrund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=92299","title":{"rendered":"Nachhaltiges Handeln steht f\u00fcr regionale Brunnen im Vordergrund"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Besuch-Brand-005-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-92300\" title=\"Besuch-Brand-005-1\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Besuch-Brand-005-1-265x175.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Besuch-Brand-005-1-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Besuch-Brand-005-1.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Ebersburg \/ Eichenzell. Nachhaltiges unternehmerisches Handeln und die Verpackungsverordnung im Getr\u00e4nkebereich standen im Fokus eines Expertengespr\u00e4chs mit dem Bundestagsabgeordneten Michael Brand sowie Dr. Arno Dopychai vom Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) und den heimischen Mineralbrunnen F\u00f6rstina-Sprudel aus Eichenzell und Rh\u00f6nSprudel aus Ebersburg.<!--more--><\/p>\n<p>Als zust\u00e4ndiger Fachsprecher der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion f\u00fcr den Bereich Abfall<strong>, <\/strong>Recycling und Mehrweg im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages ist Michael Brand direkter Ansprechpartner f\u00fcr die beiden heimischen Mineralbrunnen, vertreten durch die Rh\u00f6nSprudel-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Egon Schindel und Dr. Manfred Ziegler sowie den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Ulrich Ehrhardt und Verkaufsleiter Peter Seufert von F\u00f6rstina-Sprudel.<\/p>\n<p>Schwerpunkt des Gespr\u00e4ches waren die rasanten Ver\u00e4nderungen im Mineralwassermarkt und deren Auswirkung auf mittelst\u00e4ndische und regional orientierte Brunnenbetriebe. ,,F\u00fcnf sehr gro\u00dfe Brunnenbetriebe sichern sich heute \u00fcber die Discountm\u00e4rkte bundesweit bereits 52 Prozent des Wassermarktes, und dies nahezu ausschlie\u00dflich \u00fcber preisaggressive Einwegangebote&#8221;, gab Peter Seufert einen zahlenm\u00e4\u00dfigen \u00dcberblick zur Thematik. Zwar k\u00f6nnen sich die beiden regionalen Brunnen dank einer auf die Heimatregion gerichteten Positionierung und auch dank innovativer Produkte in diesem hart umk\u00e4mpften Markt positiv behaupten. Dennoch, so Ulrich Ehrhardt, ,,besteht dringender Handlungsbedarf hinsichtlich der ungerechtfertigten Privilegien der Einweganbieter&#8221;.<\/p>\n<p>Hintergrund ist die notwendige Investition von Mehrweganbietern in teure, wieder verwendbare K\u00e4sten und Flaschen, die sich erst mit einem Zeltversatz rechnen. Im Gegensatz hierzu sind die Kosten f\u00fcr die Einwegflasche bereits in das Produkt eingerechnet, eine Vorfinanzierung erfolgt somit nicht. Ebenso profitiert der Handel von nicht zur\u00fcckgegebenen Flaschen, denn die gesparte Pfandr\u00fcckzahlung bleibt in seinen Taschen (wie auch die Mehrwertsteuer auf das Pfand). Dies f\u00fchrt seitens des Handels und hier vornehmlich im Discount zur sofortigen Liquidit\u00e4tsverbesserung. Durch diese Effekte werden erst Quersubventionierungen in Form besonders g\u00fcnstiger Angebote m\u00f6glich, die den klassischen Mineralbrunnen unter zus\u00e4tzlichen Preisdruck bringen. \u201eDie Lage f\u00fcr Mehrweghersteller ist in der Tat dramatisch&#8221;, stimmte Michael Brand zu, der die Problematik durch seine Arbeit Im Umweltausschuss des Bundestages nur zu gut kenne. So haben die aggressiven Preisaktionen der Billig-Discounter Wirkung gezeigt. Vor allem schl\u00e4gt sich dies in einer drastischen Abnahme von qualitativ h\u00f6herwertigen Mineralw\u00e4ssern nieder.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Bundestagsabgeordneter Michael Brand berichtete \u00fcber seine Vorst\u00f6\u00dfe im Deutschen Bundestag, die Mehrwegquote von 80% wieder zu erreichen, nachdem zurzeit lediglich 50%, bei Mineralw\u00e4ssern gar noch weniger Mehrweganteil zu verzeichnen ist. Brand betonte, dass die Mehrwegquote &#8220;\u00f6konomisch wie \u00f6kologisch eine wichtige Barriere gegen Ex und Hopp und gegen die Vernichtung regional verankerter Wirtschaftsstrukturen&#8221; bedeute. Daher m\u00fcsse der &#8220;Aufweichung der gesetzlichen Vorgaben durch massive Einwegausweitung&#8221; entgegen getreten werden. Brand appellierte auch an die K\u00e4ufer: &#8220;Der Verbraucher entscheidet sich mit dem Griff zum Mehrweg der regionalen Mineralbrunnen klar f\u00fcr den Umweltschutz, und Schutz und Erhalt heimischer Arbeitspl\u00e4tze. Davon haben alle was.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Viele Verbraucher verstehen auch gar nicht den Unterschied zwischen Einweg und Mehrweg, denn sie zahlen ja Pfand f\u00fcr beides&#8221;, fasst Egon Schindel die Sicht der Verbraucher zusammen. Ob die angek\u00fcndigte Kennzeichnungspflicht f\u00fcr Einweggebinde alleine hier Abhilfe schaffen k\u00f6nne, sei eher zweifelhaft. &#8220;Wir scheuen nicht den Wettbewerb, aber wir brauchen faire Rahmenbedingungen! Die wertevernichtende Strategie der Discounter darf nicht honoriert werden. Schlie\u00dflich sind es die mittelst\u00e4ndischen Regionalbrunnen, die Arbeitspl\u00e4tze vor Ort schaffen und durch verschiedene Projekte Im Bereich Umwelt und Naturschutz zur regionalen St\u00e4rkung beitragen&#8221;, schloss Dr. Manfred Ziegler ab.<\/p>\n<p>Bei Rh\u00f6nSprudel und F\u00f6rstina \u00c2\u00a0sieht man nun die Politik in der Pflicht: ,,Wenn mittelst\u00e4ndische Betriebe wie wir das Richtige tun, in dem wir auf Mehrweg setzen, und dann durch Fehler im System die vorgegebene Quote nicht eingehalten wird, dann muss man fragen, wer die Verantwortlichen sind &#8211; und man muss handeln!&#8221;<\/p>\n<p>Als wichtigste Kernforderungen an die Politik nennen die beiden Mineralbrunnen die klare Kennzeichnung von Einweg und Mehrweg, die Verhinderung von Quersubventionierungen des Discounts durch die Einrichtung von Clearingkonten, die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf 7% wie bei Lebensmitteln \u00fcblich sowie dem gezielten Einsatz von Mitteln der Wirtschaftsf\u00f6rderung f\u00fcr Unternehmen, die durch ihr unternehmerisches Handeln einen nachhaltig positiven Beitrag f\u00fcr die Umwelt und die Region leisten.<\/p>\n<p><strong>Hintergrundinfos:<\/strong><\/p>\n<p>Im Mehrwegsystem sind wegen des Umlaufs von Flaschen und K\u00e4sten neben den hochwertigen und damit teuren Getr\u00e4nkek\u00e4sten auch qualitativ h\u00f6herwertige Flaschen erforderlich als dies im billigen Einwegsystem der Fall ist. Das erhobene Pfand (als Anreiz, damit die Flaschen und Kisten auch wieder zur\u00fcckkehren) entspricht etwa den halben Investitionskosten der Flaschen, die der abf\u00fcllende Betrieb jeweils vorfinanzieren muss. Im Einwegsystem sind die Kosten f\u00fcr die Flasche dagegen bereits im Verkaufspreis einkalkuliert, das Pfand werde vom Handel quasi ,,on top&#8221; erhoben, was die eine sofortige Liquidit\u00e4tsverbesserung &#8211; und daraus resultierend die Zinsertr\u00e4ge &#8211; f\u00fcr die Einwegabf\u00fcller bewirke.<\/p>\n<p>Pfandschlupf entsteht, wenn f\u00fcr eine Einwegflasche zwar Pfand bezahlt wird, dieses aber nicht zur\u00fcck erstattet wird &#8211; etwa weil die Flasche nicht zur\u00fcck gebracht wird, sondern in den M\u00fcll wandert. W\u00e4hrend im Mehrwegsystem dem Abf\u00fcller in diesem Falle 50 Prozent seiner Investition verloren geht, beh\u00e4lt der Handel Im Einwegsystem das Pfand ein. So entsteht nach Berechnungen des Branchenverbandes VDM durch Pfand auf Einweg ein permanenter Liquidit\u00e4tsvorteil von etwa 100 Millionen Euro pro Jahr plus der Ertr\u00e4ge aus dem Pfandschlupf, Dies wiederum erm\u00f6glicht Quersubventionierungen &#8211; und so schlie\u00dflich die niedrigen Preise f\u00fcr Mineralwasser im Discounthandel.<\/p>\n<p><strong>Zum Foto:<\/strong><\/p>\n<p>\u201ePro Mehrweg, Pro Klimaschutz, Pro regionale Arbeitspl\u00e4tze\u201c: Rh\u00f6nSprudel-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Manfred Ziegler und Egon Schindel, Bundestagsabgeordneter Michael Brand, Ulrich Ehrhardt und Peter Seufert, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Verkaufsleiter von F\u00f6rstina-Sprudel (von links), Arno Dopychai vom Verband deutscher Mineralbrunnen (hinten) diskutierten zu den Themen ,,Nachhaltigkeit und Verpackungsverordnung&#8221;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Ebersburg \/ Eichenzell. 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