{"id":92284,"date":"2011-11-02T00:08:10","date_gmt":"2011-11-02T00:08:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=92284"},"modified":"2011-11-02T08:42:50","modified_gmt":"2011-11-02T08:42:50","slug":"hebamme-mit-studienabschluss-dualer-studiengang-an-der-hochschule-fulda-bewilligt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=92284","title":{"rendered":"Hebamme mit Studienabschluss &#8211; Dualer Studiengang an der Hochschule Fulda bewilligt"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-92294\" title=\"111102_Hebamme\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/111102_Hebamme.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"501\" \/><\/p>\n<p><strong>Fulda. <\/strong>Die Einsch\u00e4tzung einer Hebamme entscheidet im Zweifelsfall, ob ein Kind gesund zur Welt kommt. Denn eine Hebamme muss einen Arzt nur dann hinzuziehen, wenn es bei der Geburt zu Komplikationen kommt. Umso erstaunlicher ist es, dass der Beruf der Hebammen in Deutschland, anders als in fast allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, kein Studium voraussetzt. Seit vergangenem Jahr k\u00f6nnen die L\u00e4nder nun Modellstudieng\u00e4nge bewilligen, die das Staatsexamen als Hebamme mit einem Studienabschluss verbinden. Als zweite deutsche Hochschule hat Fulda die Bewilligung f\u00fcr ein solches Modell vom Hessischen Sozialministerium erhalten. Der Studienbeginn ist f\u00fcr das Wintersemester 2012 geplant.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eWir bilden wissenschaftlich f\u00fcr den gesamten Betreuungsbogen der Hebamment\u00e4tigkeit aus: vom Kinderwunsch und der Familienplanung bis hin zur Betreuung des S\u00e4uglings in der Familie w\u00e4hrend der normalen Stillzeit, also auch f\u00fcr die weniger verbreiteten Bereiche der Hebammenarbeit\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Beate Bl\u00e4ttner die Studieninhalte. Als Studiendekanin des Fachbereichs Pflege und Gesundheit ist sie f\u00fcr die Konzeption des Bachelor-Studiengangs Hebammenkunde verantwortlich. Entsprechend vielf\u00e4ltig seien die Arbeitsfelder der k\u00fcnftigen Absolventinnen. Die gesetzlich definierten Kernaufgaben von Hebammen beschr\u00e4nkten sich hingegen auf Hilfe bei der Geburt und \u00dcberwachung des Wochenbettverlaufs.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Verkn\u00fcpfung von Staatsexamen und Studienabschluss spricht auch, dass Hebammen zunehmend selbstst\u00e4ndig t\u00e4tig sind: als Beleghebammen in Kliniken oder als Freiberuflerinnen in der ambulanten Versorgung. \u201eEigene Praxen oder hebammengeleitete Institutionen zu unterhalten, ist mit einem unternehmerischen Risiko und viel Verantwortung verbunden\u201c, betont Beate Bl\u00e4ttner. Wer diese trage, m\u00fcsse schon aus rechtlichen Gr\u00fcnden sicher sein, immer auf dem aktuellen Erkenntnisstand zu arbeiten. \u201eDa ist es von Vorteil, wenn man selbst wissenschaftliche Studien suchen, verstehen und bewerten kann. Das zum Beispiel unterscheidet das Studium von der Ausbildung.\u201c<\/p>\n<p>Damit die Praxis nicht zu kurz kommt, baut der Fachbereich Pflege und Gesundheit nicht nur ein Hebammenlabor auf. Er kooperiert auch mit Einrichtungen der perinatalen Versorgung, die akademische Lehreinrichtungen f\u00fcr den Studiengang werden. 3.000 Stunden Praxis sind in das achtsemestrige Studium integriert. Alle Geburtskliniken im Umkreis von 100 km um Fulda, ambulante Versorgungseinrichtungen wie Geburtsh\u00e4user und Kinderkliniken wurden zur Kooperation eingeladen. \u201eDas Interesse war gro\u00df\u201c, freut sich Beate Bl\u00e4ttner. \u201eWir handeln die Vertr\u00e4ge gerade aus. F\u00fcr weitere Kooperationspartner ist die T\u00fcr aber noch ge\u00f6ffnet.\u201c<\/p>\n<p>In die Konzeption des neuen Studiengangs flossen die Erfahrungen mit dem bereits bestehenden Bachelor-Studiengang in Bochum ebenso ein wie die \u00dcberlegungen des Berufsverbandes zur Weiterentwicklung des Hebammenberufes. \u201eWir sind gemeinsam zu der Auffassung gelangt, dass Sie mit Ihrer Bildungsinitiative wissenschaftlich fundiert die Hebammenausbildung weiterentwickeln k\u00f6nnen\u201c, hei\u00dft es im Bewilligungsschreiben des Hessischen Sozialministeriums. \u201eDarauf ist der Fachbereich stolz\u201c, kommentiert Beate Bl\u00e4ttner. Im n\u00e4chsten Schritt gelte es nun, die Professur Hebammenwissenschaft zu besetzen und die Akkreditierung des Studienganges zu beantragen.<\/p>\n<p>Der Bachelor-Abschluss berechtigt die Absolventinnen, einen Master-Studiengang anzuschlie\u00dfen. \u201eWem die T\u00e4tigkeit im Kreissaal als Berufsperspektive nicht ausreicht, kann sich so einen Weg in die Wissenschaft bahnen\u201c, sagt Beate Bl\u00e4ttner und f\u00fcgt hinzu: \u201eEin Beruf, der auf wissenschaftliche Erkenntnisse angewiesen ist, braucht auch Menschen, die darin forschen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Die Einsch\u00e4tzung einer Hebamme entscheidet im Zweifelsfall, ob ein Kind gesund zur Welt kommt. Denn eine Hebamme muss einen Arzt nur dann hinzuziehen, wenn es bei der Geburt zu Komplikationen kommt. 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