{"id":92099,"date":"2011-10-30T00:11:45","date_gmt":"2011-10-30T00:11:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=92099"},"modified":"2011-10-30T08:05:55","modified_gmt":"2011-10-30T08:05:55","slug":"am-meteoriten-von-dermbach-wird-heute-noch-geforscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=92099","title":{"rendered":"Am \u201eMeteoriten von Dermbach\u201c wird heute noch geforscht"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/111027_Dermbach.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-92100\" title=\"111027_Dermbach\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/111027_Dermbach-265x185.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"185\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/111027_Dermbach-265x185.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/111027_Dermbach.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Dermbach. <\/strong>Aus den Weiten des Weltalls st\u00fcrzte vor unbekannten Zeiten ein Meteorit \u00fcber dem Baier ab. Eine Infotafel nahe der Embergh\u00fctte erinnert jetzt an dieses Naturereignis. \u201eWir wollen dar\u00fcber informieren, welche Sch\u00e4tze wir in der Rh\u00f6n haben\u201c, erl\u00e4uterte der Leiter der Th\u00fcringer Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n, Karl-Friedrich Abe. Die Tafel sei ein weiterer kleiner Baustein im touristischen Gesamtkonzept bei der Entwicklung der Rh\u00f6n. Die Infotafel wurde auf dem Emberg aufgestellt, weil dort mit der Embergh\u00fctte ohnehin schon ein Anziehungspunkt f\u00fcr Besucher besteht. 20 Meteoritensammler aus ganz Deutschland waren jetzt zu einem Symposium nach Dermbach gekommen, um die neuesten Erkenntnisse \u00fcber den \u201eMeteoriten von Dermbach\u201c auszutauschen. Dem Hauptorganisator des Symposiums, Rainer Bartoschewitz, schwebte beim Aufstellen der Infotafel ein\u00c2\u00a0 \u201eMeteoritenwanderweg\u201c quer durch Deutschland vor.<!--more--><\/p>\n<p>1924 wurde ein auff\u00e4lliger, stark metallhaltiger Brocken\u00c2\u00a0 bei Wegebauarbeiten gefunden. Der Dermbacher Apotheker Keller erkannte den Stein als Eisenmeteoriten. Ein kleiners St\u00fcckchen ist heute noch im Dermbacher Museum zu sehen, der gr\u00f6\u00dfere Teil wurde 1970 an die Humboldt-Universit\u00e4t nach Berlin geschickt, wo auch heute noch an ihm geforscht wird. Er enth\u00e4lt n\u00e4mlich, wie Rainer Bartoschewitz berichtete, einen sehr hohen Nickelanteil von 42 Prozent, wie man ihn sonst noch bei keinem in Europa gefundenen Meteoriten nachgewiesen habe. Auch sei der Nickelgehalt bei dem St\u00fcck, welches im Dermbacher Museum zu sehen ist, ungew\u00f6hnlich verteilt, wie es die Wissenschaft bisher f\u00fcr nicht m\u00f6glich gehalten habe. So schreibt der Dermbacher Meteorit also nach wie vor Forschungsgeschichte. Viele Untersuchungen wurden bisher am Dermbacher Meteoriten schon vorgenommen, so vom Max-Planck-Institut in Mainz, vom Naturkundemuseum in Berlin, im Meteoritenlaboratorium in Gifhorn, in Freiburg und in Tokio.<\/p>\n<p>Die Teilnehmer am Symposium kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, hatten aber keine Strecken zur\u00fcckzulegen, die sich mit der des Dermbacher Meteoriten vergleichen l\u00e4sst. Der fand seinen Weg vom Asteroideng\u00fcrtel zwischen Mars und Jupiter auf die Erde und ist nach neuesten Erkenntnissen ca. 4,6 Milliarden Jahre alt. Wenn zwei Meteoriten dort zusammensto\u00dfen, k\u00f6nnen sie auch in eine neue Bahn geraden, die manchmal auch bis in die Rh\u00f6n f\u00fchrt. \u201eMeteoriten sind die Puzzleteile unseres Sonnensystems\u201c, so Bartoschewitz. Nach solchen Puzzleteilen suchten die Meteoritensammler dann auch w\u00e4hrend ihres Symposiums am Baier \u2013 vergeblich. Daf\u00fcr fanden sie eine ganze Reihe anderer Metallgegenst\u00e4nde, von einer Bleikugel \u00fcber diverse Hufeisen zu einem DDR-Markst\u00fcck bis hin zu leeren Konservendosen. Trotzdem sollten heimische Meteoriteninteressierte nicht den Mut verlieren. \u201eWer etwas Seltsames gefunden hat, der kann dies gerne bei der Biosph\u00e4renreservatsverwaltung oder beim Museum in Dermbach abgeben\u201c, sagt\u00c2\u00a0 Karl-Friedrich Abe. Denn immerhin gehen im Jahr in Deutschland durchschnittlich 40 Meteoriten nieder.<\/p>\n<p>Um die Aufmerksamkeit auch der heimischen Bev\u00f6lkerung auf den Meteoriten zu lenken, enth\u00fcllten am Emberg Abe, Bartoschewitz, der Leiter des Umweltamtes des Wartburgkreises, Dr. Ulrich Feder, sowie die Dermbacher Museumsleiterin eine Informationstafel. Der Emberg ist eine gute Wahl:\u00c2\u00a0 Von dort kann man sowohl den Baier als auch den Inselsberg sehen, wo ebenfalls ein Meteorit gefunden wurde. Und wie Karl-Friedrich Abe erkl\u00e4rte, ist der Emberg wohl der einzige Ort Deutschlands, von dem aus man gleich zwei Meteoritenfundorte im Blick hat.<\/p>\n<p>Foto: Bernd G\u00f6tte<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Dermbach. Aus den Weiten des Weltalls st\u00fcrzte vor unbekannten Zeiten ein Meteorit \u00fcber dem Baier ab. Eine Infotafel nahe der Embergh\u00fctte erinnert jetzt an dieses Naturereignis. \u201eWir wollen dar\u00fcber informieren, welche Sch\u00e4tze wir in der Rh\u00f6n haben\u201c, erl\u00e4uterte der Leiter der Th\u00fcringer Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n, Karl-Friedrich Abe. 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