{"id":90741,"date":"2011-09-19T00:12:12","date_gmt":"2011-09-19T00:12:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=90741"},"modified":"2011-09-18T16:59:41","modified_gmt":"2011-09-18T16:59:41","slug":"pflegereform-sozialminister-stefan-gruttner-fordert-bessere-leistungen-fur-demenzkranke-und-deren-angehorige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=90741","title":{"rendered":"Pflegereform: Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner fordert bessere Leistungen f\u00fcr Demenzkranke und deren Angeh\u00f6rige"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden.\u00c2\u00a0 Einen besseren Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung f\u00fcr Demenzkranke und Hilfebed\u00fcrftige fordert der Hessische Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner. \u201eM\u00f6glichst fr\u00fche Hilfen der Pflegeversicherung w\u00fcrden \u00dcberforderungen oder kritische Situationen in der h\u00e4uslichen Pflege von Demenzkranken vermeiden helfen und damit auch Angeh\u00f6rige entlasten\u201c, erkl\u00e4rte Gr\u00fcttner in Wiesbaden. Derzeit\u00c2\u00a0 benachteilige die Pflegeversicherung strukturell Demenzkranke und Hilfebed\u00fcrftige mit einem besonderen Betreuungsbedarf. \u201eBei der Feststellung einer Pflegestufe werden die besonderen Bed\u00fcrfnisse der Anleitung, Beaufsichtigung und Betreuung bei Demenzkranken nicht angemessen ber\u00fccksichtigt\u201c, so Gr\u00fcttner weiter.<!--more--><br \/>\nBereits seit 2009 liege das Gutachten eines Beirates zur Einf\u00fchrung eines neuen Pflegebed\u00fcrftigkeitsbegriffs vor, der hier Abhilfe schaffen k\u00f6nnte. \u201eDie Umsetzung des von den Fachverb\u00e4nden und den L\u00e4ndern getragenen Gutachtens ist l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig. Dies muss Bestandteil der von Bundesgesundheitsminister Bahr f\u00fcr diesen Monat angek\u00fcndigten Eckpunkte zur Reform der Pflegeversicherung werden\u201c, betonte der Hessische Sozialminister.<\/p>\n<p>Gr\u00fcttner wies darauf hin, dass nach dem Demenz-Report 2011 des Berliner Instituts f\u00fcr Bev\u00f6lkerung und Entwicklung derzeit 1,3 Millionen Menschen unter Demenz leiden. Bis zum Jahr 2030 soll sich die Anzahl der pflegebed\u00fcrftigen Demenzpatienten auf etwa 2 Millionen Menschen erh\u00f6hen. Vor diesem Hintergrund sei eine rasche L\u00f6sung angezeigt. Die erforderlichen Leistungsverbesserungen w\u00fcrden zwar zu einem Anstieg des Beitragssatzes in der Pflegeversicherung f\u00fchren, so der Minister weiter. \u201eDies ist aber zur St\u00e4rkung der h\u00e4uslichen Pflege dringend notwendig. Die Mehrheit der Pflegebed\u00fcrftigen w\u00fcnscht, zuhause betreut und gepflegt zu werden. Diesem Wunsch nach selbstbestimmtem Leben trotz Hilfebed\u00fcrftigkeit muss der Gesetzgeber Rechnung tragen, indem die Leistungen der Pflegeversicherung h\u00e4usliche Betreuungssituationen besser st\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Die Gesellschaft m\u00fcsse f\u00fcr Pflege mehr Geld zur Verf\u00fcgung stellen \u2013 gleichzeitig aber d\u00fcrften Arbeitnehmer und Unternehmen nicht st\u00e4rker mit Sozialabgaben belastet werde, sagte der Sozialminister. \u201eBeide Ziele k\u00f6nnten zum Beispiel erreicht werden, wenn aufgrund der bisher positiven konjunkturellen Entwicklung die Beitragss\u00e4tze bei der Gesetzlichen Rentenversicherung und bei der Arbeitslosenversicherung abgesenkt werden. Vor dem Hintergrund der seitens der L\u00e4nder diskutierten Finanzierungsvorschl\u00e4ge schauen wir erwartungsvoll auf die Vorlage der Eckpunkte durch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.\u201c<\/p>\n<p>Das von der Bayerischen Landesregierung in die Diskussion eingebrachte Leistungsgesetz stelle keine L\u00f6sung, sondern vielmehr eine Versch\u00e4rfung dar, so der Hessische Sozialminister weiter. \u201eNeben den bereits bestehenden \u00dcberschneidungen von Kranken- und Pflegeversicherung, Eingliederungshilfe und der Hilfe zur Pflege w\u00fcrde hier ein weiterer Kostentr\u00e4ger mit zus\u00e4tzlichen B\u00fcrokratien und Abgrenzungsproblematiken geschaffen.\u201c Lobenswert sei jedoch, dass Bayern die Frage der sozialen Betreuung von Demenzkranken auf die politische Agenda gesetzt hat. \u201eDie Schaffung eines weiteren Leistungsgesetzes f\u00fcr bestimmte Krankheitsbilder ist aber nicht zielf\u00fchrend.\u201c<\/p>\n<p>Neben der Reform der Pflegeversicherung m\u00fcsse aber auch dem drohenden Fachkr\u00e4ftemangel in der Pflege begegnet werden. Hier bed\u00fcrfe es eines Ma\u00dfnahmenb\u00fcndels, das auf allen Ebenen und durch alle Akteure umzusetzen ist. \u201eDazu geh\u00f6rt unter anderem, \u00e4ltere Pflegekr\u00e4fte l\u00e4nger im Beruf zu halten sowie Ma\u00dfnahmen zur Steigerung der Attraktivit\u00e4t der Ausbildung und des Berufsbildes und die Anerkennung ausl\u00e4ndischer Berufsabschl\u00fcsse.\u201c Die Hessische Landesregierung habe mit der im Herbst 2011 beschlossenen Erh\u00f6hung der Schulpl\u00e4tze in der Altenpflegeausbildung von bisher 3.500 auf nunmehr 4.000 Pl\u00e4tze in Hessen die Weichen gestellt, dem Fachkr\u00e4ftemangel im Pflegebereich entgegen zu wirken und zu einer Entlastung der Pflegenden sowohl im station\u00e4ren als auch im ambulanten Bereich beizutragen, betonte der Sozialminister abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden.\u00c2\u00a0 Einen besseren Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung f\u00fcr Demenzkranke und Hilfebed\u00fcrftige fordert der Hessische Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner. \u201eM\u00f6glichst fr\u00fche Hilfen der Pflegeversicherung w\u00fcrden \u00dcberforderungen oder kritische Situationen in der h\u00e4uslichen Pflege von Demenzkranken vermeiden helfen und damit auch Angeh\u00f6rige entlasten\u201c, erkl\u00e4rte Gr\u00fcttner in Wiesbaden. 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