{"id":90705,"date":"2011-09-18T00:10:18","date_gmt":"2011-09-18T00:10:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=90705"},"modified":"2011-09-18T06:58:52","modified_gmt":"2011-09-18T06:58:52","slug":"vogelsberger-denkmalbeirat-tagte-in-grebenhain","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=90705","title":{"rendered":"Vogelsberger Denkmalbeirat tagte in Grebenhain"},"content":{"rendered":"<p><strong>Grabenheim. <\/strong>Die letzte Sitzung des Vogelsberger Denkmalbeirates der laufenden Amtsperiode fand in Grebenhain-Bermuthshain statt. Neben dem dortigen Museum ging es u. a. um Lauterbach, um Schlitz und um das Problem Photovoltaik und Denkmalschutz. Diesmal tagte der Vogelsberger Denkmalbeirat im MUNA-Museum in Gebenhain-Bermuthshain. Das Museum ist in der &#8220;Alten Schule&#8221;, der ehemaligen Volkschule von Bermuthshain, untergebracht. Das Geb\u00e4ude wurde 2008 &#8211; 2011 grundlegend saniert und beherbergt ausser den R\u00e4umlichkeiten des Museums im Obergeschoss den Betsaal der evangelischen Kirchengemeinde Bermuthshain im ehemaligen Schulsaal.<!--more--><\/p>\n<p>Das Muna-Museum, das im Mai 2011 eingeweiht wurde, erinnert an die\u00c2\u00a0 w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus bestehende &#8220;Luftmunitionsanstalt Hartmannshain&#8221;, in der Luftwaffenmunition wie Bomben, Flakmunition und Bordwaffenmunition konfektioniert und gelagert wurde. Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch den Grebenhainer B\u00fcrgermeister Dickert und den stellv. Vorsitzenden Prof. Helfenbein besichtigte der Denkmalbeirat das Museum und konstatierte, dass es sich hier um eine wichtige Einrichtung handelt, die das Ged\u00e4chtnis der j\u00fcngsten deutschen Vergangenheit bewahrt.<\/p>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Sitzung gingen Bgm. Dickert und Frau Schneider vom Grebenhainer Bauamt\u00c2\u00a0 insbesondere auf die verbliebenen Bunkerreste im umliegenden Waldgebiet ein. Nach der Sprengung der Bunker und anschlie\u00dfenden Dekontaminierung und der Entmunitionierung des Gel\u00e4ndes k\u00f6nnten die Reste von f\u00fcnf ehemaligen Bunkern Zeugnis geben von der j\u00fcngeren Geschichte. Jetziger Eigent\u00fcmer ist die Bundesforst, eine Sparte der Bundesanstalt f\u00fcr Immobilienaufgaben, mit der die Gemeinde \u00fcber einen Erwerb der Bunkergrundst\u00fccke verhandelt. Das Au\u00dfengel\u00e4nde kann dann bei Museumsf\u00fchrungen mit einbezogen werden und die Ausma\u00dfe der heimlichen Munitionsfabrik veranschaulichen.<\/p>\n<p><strong>Weitere Themen aus dem Kreis, u. a. Lauterbach und Schlitz<\/strong><\/p>\n<p>Danach ging es wieder einmal um ein kontovers diskutiertes Thema, um Lauterbachs &#8220;Alten Esel&#8221;. Die historische Verschindelung soll Grundlage der Neugestaltung werden, das Ma\u00df des Wand\u00fcberstands \u00fcber den Sockel soll vertretbar bleiben, die W\u00e4rmed\u00e4mmung jedoch energetisch hochwirksam sein. Und damit der gesamte Bau nicht zu eint\u00f6nig wirkt, denkt man daran, die historische Gastwirtschaft von ihren Nebengeb\u00e4uden farblich abzusetzen. Auch soll der Eingang barrierefrei, aber bescheiden ausfallen. Die Neugestaltung und -nutzung des &#8220;AKA&#8221;-Kaufhauses in Lauterbach wurde vorgestellt und fand im Gremium Zustimmung. Die ehemalige Schule in Lautertal-Meiches sucht noch immer einen Investor und Nutzer. Vielleicht k\u00f6nnte man hier eine kleine Werkstatt mit Wohnung, ein Atelier oder eine Boutique einrichten?<\/p>\n<p>Der Schlitzer Architekt Erich Lachmann stellte anschlie\u00dfend die Planungen f\u00fcr ein Senioren-Wohn- und Pflegeheim auf dem Gel\u00e4nde der ehemaligen Brauerei in Schlitz vor. Der dreigliedrige Neubau auf dem historisch sensiblen Grundst\u00fcck direkt unterhalb von Hinterburg und Schachtenburg fand trotz einigen Bedauerns wegen des Verlusts alter Erinnerungen allgemeinen Zuspruch. Auch der angedachten k\u00fcnftigen Nutzung der beiden Burgen als Wohnraum wurden Chancen einger\u00e4umt.<\/p>\n<p><strong>Und die Photovoltaik<\/strong><\/p>\n<p>Das Thema Photovoltaik und Denkmalschutz ist f\u00fcr den Denkmalbeirat ein Dauerbrenner. Bauamtsleiter Hofmann berichtete aus dem entsprechenden Arbeitskreis beim Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege, der eine hessenweite Regelung anstrebt. Als ma\u00dfgebliche Kriterien gelten die Einsehbarkeit der Dachfl\u00e4che von der Stra\u00dfe aus,\u00c2\u00a0 die m\u00f6gliche Beeintr\u00e4chtigung von Gesamtanlagen und die individuelle Gestaltung. So sollen klare Fl\u00e4chen geschaffen werden und keine Unterbrechungen f\u00fcr Dachfl\u00e4chenfenster entstehen, Gauben nicht treppenf\u00f6rmig ausgespart werden, das eigentliche Dach noch als Reststreifen sichtbar sein, matte Oberfl\u00e4chen bevorzugt werden.<\/p>\n<p>Aus Tabuzonen wie den historischen Stadtkernen von Alsfeld, Schotten, Schlitz, Lauterbach und Homberg l\u00e4gen ohnedies kaum Antr\u00e4ge vor. Interessiert wurden auch die neuen Windkraftanlagen f\u00fcr Wohnh\u00e4user zur Kenntnis genommen. Der &#8220;alte&#8221; Vogelsberger Denkmalbeirat hat damit die letzte Sitzung der laufenden Amtsperiode absolviert, \u00fcber den &#8220;neuen&#8221;\u00c2\u00a0 und seine \u2013 wie angedeutet \u2013 ver\u00e4nderte Zusammensetzung &#8211; wird in K\u00fcrze der Kreisauschuss bestimmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Grabenheim. 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