{"id":90684,"date":"2011-09-25T11:45:09","date_gmt":"2011-09-25T11:45:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=90684"},"modified":"2011-09-28T11:46:42","modified_gmt":"2011-09-28T11:46:42","slug":"kribbeln-im-bauch-abschlussprasentation-eines-praventionsprojektes-fur-9-haupt-und-realschulklassen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=90684","title":{"rendered":"\u201eKribbeln im Bauch&#8230;\u201c Ein Pr\u00e4ventionsprojekt f\u00fcr 9. Haupt- und Realschulklassen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda.<\/strong> Suchtpr\u00e4vention \u2013 das klingt f\u00fcr Jugendliche im ersten Moment langweilig. Tanzworkshop \u2013 das h\u00f6rt sich f\u00fcr viele schon besser an. \u201eKribbeln im Bauch\u201c fasst beides zusammen: Mit diesem Projekt sollen speziell jugendliche Hauptsch\u00fcler und Realsch\u00fcler der 9. Jahrgangsstufe. \u201eMan erreicht Jugendliche durch Tanz auf eine Art, wie man es durch Reden nie schaffen w\u00fcrde\u201c, haben Mitarbeiter des Projekts festgestellt. Die Idee stammt von Margrit Hasselmann, die beim Bremer Landesinstitut f\u00fcr Schule (LIS) f\u00fcr Gesundheit und Suchtpr\u00e4vention verantwortlich ist. Nach Fulda kam das Projekt durch Tina Wienr\u00f6der von der Fachstelle f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention Das besondere an dem Projekt ist: Es orientiert sich an den St\u00e4rken der Sch\u00fcler. <!--more--><\/p>\n<p>Es wird nicht geschaut, was die Sch\u00fcler nicht k\u00f6nnen, sondern was sie k\u00f6nnen. Die Mischung aus Tanz und Gespr\u00e4ch gibt es in dieser Form seit drei Jahren. In diesem Jahr konnten drei Schulklassen teilnehmen, unter anderem Sch\u00fcler der Br\u00fcder Grimm Schule. Beteiligt sind neben den Lehrern und den Mitarbeitern der Fachstellen f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention von Diakonie und Caritas (Burkhard Klug und Tina Wienr\u00f6der) auch Tanzlehrer DES STUDIO 82 (F\u00dcR TANZ UND BEWEGUNG), die h\u00e4ufig kaum \u00e4lter als die Teilnehmer sind\u201c Alle haben die gleiche Herangehensweise an ihre Arbeit: \u201eDer Umgang mit den Sch\u00fclern basiert auf Wertsch\u00e4tzung, das ganze Team vermittelt den Jugendlichen diese Haltung\u201c, sagt Anna Feuerstein, die f\u00fcr den t\u00e4nzerischen Part zust\u00e4ndig ist. F\u00fcr den Tanz-Teil k\u00f6nnen die Teilnehmer zun\u00e4chst ihre eigene Musik ausw\u00e4hlen; so landet h\u00e4ufig Hip-Hop im CD-Player.<\/p>\n<p>Nach dem k\u00f6rperlichen Austoben und Zusammenr\u00fccken gibt es eine Gespr\u00e4chsrunde. Dabei wird jeden Tag ein anderes Thema behandelt: Verhaltensweisen mit Suchtcharakter werden ebenso besprochen wie der Umgang der Klassenmitglieder untereinander. An einem Tag kommen ehemalige Abh\u00e4ngige in die Gruppe. \u201eIch wollte immer Anwalt werden, seitdem ich 13 war. Stattdessen bin ich dann Alkoholiker geworden\u201c, erz\u00e4hlt einer. Die Jugendlichen reagieren betroffen: \u201eHeftig\u201c, kommentiert ein Junge. Seine Mitsch\u00fclerin meint: \u201eIch finde es gut, einmal zu h\u00f6ren, wie das schief gehen kann, wenn man erstmal mit den Drogen anf\u00e4ngt.\u201c<\/p>\n<p>Am Ende jeder Projektwoche gibt es nicht nur eine Tanzvorf\u00fchrung, sondern die Teilnehmer zwischen 14 und 17 Jahren setzen sich auch zusammen und sprechen \u00fcber ihre Eindr\u00fccke und Gef\u00fchle. Dabei sitzen dann h\u00e4ufig selbst diejenigen ruhig, die angeblich Konzentrationsschw\u00e4chen haben. Die teilnehmenden Lehrer sind von ihren Sch\u00fclern begeistert. \u201eSie kommen p\u00fcnktlich und arbeiten l\u00e4ngere Zeit durch. Und sie sind viel offener geworden, es r\u00fchrt mich richtig an, sie so zu sehen\u201c, betont einer von ihnen. Tanz helfe, die Gef\u00fchle herauszulassen, sind sich viele Teilnehmer einig. \u201eUnd es ist auch nicht schlimm, wenn man was falsch gemacht hat \u2013 keiner hat gelacht\u201c, betont ein M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>Finanzielle Hilfe f\u00fcr das Projekt kommt von Jolly Dent, AOK Hessen, F\u00f6rstina Sprudel, der VR Bank und dem Verein Zukunft Bildung, sowie Sachspenden von der B\u00e4ckerei Happ. Die Referenten der Fachstellen f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention hoffen allerdings auf weitere Sponsoren: Eine Woche kostet 2900 Euro. Wienr\u00f6der: \u201eWenig Geld f\u00fcr das, was man damit erreicht.\u201c Mit dem Projekt wird keinesfalls nur ein kurzfristiges Tanzvergn\u00fcgen finanziert. Wissenschaftliche Untersuchungen der Universit\u00e4t Oldenburg zeigen, dass die Jugendlichen noch drei Jahre nach dem Projekt von der einen Woche \u201eKribbeln im Bauch\u201c profitieren.<\/p>\n<p>So hat ein Drittel das Rauchen reduziert oder ganz damit aufgeh\u00f6rt. Das Gleiche gilt f\u00fcr den Alkoholkonsum. Fast alle Befragten gaben an, mehr Gef\u00fchl f\u00fcr Tanz und Bewegung bekommen zu haben. Besonders freut sich Burkhard Klug aber dar\u00fcber, dass ein Gro\u00dfteil der Jugendlichen durch das Projekt ein st\u00e4rkeres Selbstbewusstsein bekommen hat. Wer mehr \u00fcber das Projekt \u201eKribbeln im Bauch\u201c erfahren m\u00f6chte, kann sich an Tina Wienr\u00f6der wenden, per E-Mail unter der Adresse wienroeder@diakonie-fulda.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Suchtpr\u00e4vention \u2013 das klingt f\u00fcr Jugendliche im ersten Moment langweilig. Tanzworkshop \u2013 das h\u00f6rt sich f\u00fcr viele schon besser an. \u201eKribbeln im Bauch\u201c fasst beides zusammen: Mit diesem Projekt sollen speziell jugendliche Hauptsch\u00fcler und Realsch\u00fcler der 9. 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