{"id":88362,"date":"2011-07-21T00:17:15","date_gmt":"2011-07-21T00:17:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=88362"},"modified":"2011-07-21T06:47:35","modified_gmt":"2011-07-21T06:47:35","slug":"bewilligungspraxis-bei-mutter-kind-kuren-nach-wie-vor-extrem-unbefriedigend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=88362","title":{"rendered":"Bewilligungspraxis bei Mutter-Kind-Kuren nach wie vor extrem unbefriedigend"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wiesbaden<\/strong>. Eine Verbesserung der Bewilligungspraxis bei Mutter-\/Vater-Kind-Kuren fordert die Staatssekret\u00e4rin im Hessischen Sozialministerium, Petra M\u00fcller-Klepper. \u201eObwohl im Rahmen der Gesundheitsreform medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen f\u00fcr M\u00fctter und V\u00e4ter im Sozialgesetzbuch V zu Pflichtleistungen geworden sind, ist bundesweit und insbesondere in Hessen die Lage nach wie vor unbefriedigend. Dies hat zu einem deutlichen R\u00fcckgang bei den Ma\u00dfnahmen gef\u00fchrt\u201c, sagte die Staatssekret\u00e4rin.<!--more--><\/p>\n<p>Demnach lehnten die hessischen Krankenkassen 2010 nach einer statistischen Auswertung des M\u00fcttergenesungswerks von bundesweit 40.000 Antr\u00e4gen (davon 3.500 hessische Antr\u00e4ge) \u00fcberdurchschnittlich viele Antr\u00e4ge auf Mutter-Kind-Kuren ab. W\u00e4hrend der bundesdeutsche Schnitt bei 34 Prozent lag, wurden in Hessen 46 Prozent der Erstantr\u00e4ge negativ beschieden. 53 Prozent der Widerspr\u00fcche hingegen waren erfolgreich \u2013 dies entspricht dem Bundesdurchschnitt. Die Staatssekret\u00e4rin kritisierte diese Entwicklung, sie sei besorgniserregend. Auch der Bundesrechnungshof habe festgestellt, dass die Entscheidungen der Krankenkassen \u00fcberwiegend nicht transparent und nachvollziehbar seien.<\/p>\n<p>\u201eEltern, die an den Leistungen interessiert sind, d\u00fcrfen keine unn\u00f6tigen Steine in den Weg gelegt werden\u201c, betonte Petra M\u00fcller-Klepper. Sie forderte die Kassen auf, den Leistungsanspruch uneingeschr\u00e4nkt umzusetzen, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Hessen sei auf der Bundesebene initiativ geworden \u2013 unter anderem mit einem Antrag auf der Frauenministerkonferenz. Vom Bundesgesundheitsministerium, das wie das Familienministerium die Bewilligungspraxis ebenfalls als unbefriedigend einstufe, sei nun mitgeteilt worden, dass die Begutachtungs-Richtlinie \u00fcberarbeitet, das Antragsverfahren vereinheitlicht und damit transparenter gemacht werden soll. Die Krankenkassen sollten zudem zur Unterst\u00fctzung der Begutachtungs- und Leistungspraxis eine konkrete Arbeitshilfe erhalten,<\/p>\n<p>Wenn sich eine k\u00f6rperliche oder seelische \u00dcberlastung manifestiere, bestehe Anspruch auf eine Ma\u00dfnahme. 20 Prozent der M\u00fctter h\u00e4tten aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation einen entsprechenden Anspruch, aber nur 5 Prozent stellten einen Antrag \u2013 so eine Studie des Bundesfamilienministeriums. Petra M\u00fcller-Klepper: \u201eDie Angebote des M\u00fcttergenesungswerks umfassen medizinische, physiotherapeutische Behandlungen und psychosoziale Therapien sowie p\u00e4dagogische Dienste. Sie heilen und zeigen Wege zu einer besseren Bew\u00e4ltigung des Alltags auf. Dies hilft M\u00fcttern, V\u00e4tern und Kindern, st\u00e4rkt die Familien und beugt einem Fortschreiten der Krankheit vor.\u201c<\/p>\n<p>M\u00fctter seien vielf\u00e4ltigen Anforderungen in Familie und Beruf ausgesetzt. Der Alltag sei oft durch hohen Organisationsaufwand und 24-Stunden-Verf\u00fcgbarkeit bestimmt. \u201eViele Frauen sind \u00fcberlastet, manche werden dadurch krank\u201c, so die Staatssekret\u00e4rin. Auffallend sei, dass die M\u00fctter, die Hilfe suchten, in der Regel mehrere Erkrankungen h\u00e4tten. Oft seien neben tiefen Ersch\u00f6pfungszust\u00e4nden Erkrankungen des Bewegungsapparats zu verzeichnen. Einen hohen Anteil stellten mit 70 Prozent auch psychosomatische Erkrankungen wie Depressionen und Essst\u00f6rungen. Hinzu k\u00e4men Allergien, Herzkreislaufprobleme und gyn\u00e4kologische Erkrankungen.<\/p>\n<p>In Hessen gibt es drei Mutter-Kind-Kliniken des M\u00fcttergenesungswerks:<\/p>\n<ul>\n<li>Mutter-Kind-Klinik Talitha, Bad Wildungen, Tr\u00e4ger: Caritas<\/li>\n<li>Mutter-Kind-Vorsorgeklinik \u201eAnne Frank\u201c, Laubach, Tr\u00e4ger: Arbeiterwohlfahrt<\/li>\n<li>Klinik \u201eWerraland\u201c, Mutter-Kind-Zentrum f\u00fcr Familiengesundheit, Bad Soden-Allendorf, Tr\u00e4ger: Diakonisches Werk<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. 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