{"id":88085,"date":"2011-07-12T00:08:48","date_gmt":"2011-07-12T00:08:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=88085"},"modified":"2011-07-12T07:43:10","modified_gmt":"2011-07-12T07:43:10","slug":"iab-betriebspanel-betriebe-sehen-wieder-optimistischer-in-die-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=88085","title":{"rendered":"IAB-Betriebspanel: Betriebe sehen wieder optimistischer in die Zukunft"},"content":{"rendered":"<p>Frankfurt. Nachdem Hessen die schwere Wirtschaftskrise besser \u00fcberstand als erwartet, stellt sich die Frage nach Folgeeffekten. Wie wirkt sich die verbesserte konjunkturelle Situation auf die betriebliche Gesch\u00e4ftspolitik aus? Die Daten des IAB-Betriebspanels, eine repr\u00e4sentative Befragung von knapp 1.000 hessischen Betrieben vom Sommer 2010, liefern hierzu folgende Erkenntnisse:<\/p>\n<p><strong>Optimistische Gesch\u00e4ftserwartungen f\u00fcr die Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend\u00c2\u00a0 in den vergangen Jahren die Betriebe noch mit sinkenden Ums\u00e4tzen rechneten, kehrte sich dieser Effekt im Gesch\u00e4ftsjahr 2010 um: Nur noch etwa 13 Prozent der hessischen Betriebe nahmen an, dass ihr Gesch\u00e4ftsvolumen im Jahr 2010 gegen\u00fcber dem letzten Jahr eher sinken wird, w\u00e4hrend mehr als doppelt so viele von einem Anstieg ausgehen. Aus Sicht der Betriebe sind die Aussichten also deutlich positiv, der Aufw\u00e4rtstrend ist klar zu beobachten.<\/p>\n<p>\u201eDie optimistischen Gesch\u00e4ftserwartungen der Unternehmen haben sich best\u00e4tigt, wie die sehr gute konjunkturelle Lage der hessischen Wirtschaft zeigt. Dennoch stehen Unternehmen und Politik vor permanenten Herausforderungen. Damit sich der starke Aufschwung der hessischen Wirtschaft fortsetzen kann, wird die Landesregierung weiterhin f\u00fcr stabile wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sorgen. Dies reicht von der Infrastruktur bis zur Unterst\u00fctzung der Betriebe bei ihren Anstrengungen in der Aus- und Weiterbildung\u201c, sagte Wirtschaftsminister Dieter Posch.<\/p>\n<p>Diesen Trend liest Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, ebenfalls an der Entwicklung des Stellenangebotes in Hessen ab: \u201eBereits 2010 ist das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot in Hessen im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Im vierten Quartal lag das Angebot bereits wieder bei 104.000 offenen ungef\u00f6rderten Stellen und somit bei den guten Ergebnissen von 2007. Parallel dazu entwickelt sich auch die Zahl der offenen Stellen nach oben, die den Agenturen f\u00fcr Arbeit gemeldet werden. Im Juni 2011 lag die Zahl bei rund 39.000; das sind fast 22,0 Prozent mehr als im Vorjahr\u201c.<\/p>\n<p><strong>Krise im Jahr 2010 weitgehend \u00fcberwunden<\/strong><\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen auch, dass knapp die H\u00e4lfte der hessischen Betriebe von der Krise nicht betroffen war.<br \/>\nBefragt nach ihrer gegenw\u00e4rtigen Situation gab nur jeder dritte von der Krise betroffene Betrieb an, dass er sich noch in der Krise bef\u00e4nde. Weniger als zehn Prozent dieser Betriebe hielten diese allerdings bereits f\u00fcr komplett \u00fcberwunden. F\u00fcr den gr\u00f6\u00dften Teil der hessischen Betriebe ist die Krise zwar noch sp\u00fcrbar, ein Aufw\u00e4rtstrend aber erkennbar. Auswirkungen der Krise auf die betriebliche Realit\u00e4t sind demnach l\u00e4nger sp\u00fcrbar, als es die konjunkturelle Entwicklung erwarten lie\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>Investitionen reduziert<\/strong><\/p>\n<p>Da stets nach den Investitionen des vergangenen Jahres gefragt wird, \u00fcberrascht es nicht, dass der Anteil der investierenden Betriebe im Krisenjahr 2009 in Hessen nur 45 Prozent entsprach, was einem R\u00fcckgang von sieben Prozentpunkten entspricht und den niedrigsten Wert der letzten Jahre darstellt. In Westdeutschland ist der Anteil dagegen nahezu unver\u00e4ndert geblieben.<\/p>\n<p>Eine Betrachtung nach Investitionszwecken zeigt, dass die anteiligen Investitionen in EDV und Informations- bzw. Kommunikationstechnologie und Grundst\u00fccke sowie Geb\u00e4ude etwa gleich geblieben sind. Einen leichten R\u00fcckgang gab es beim Anteil der Betriebe, der in Verkehrsmittel und Transport investierte. Der deutliche R\u00fcckgang ist somit fast ausschlie\u00dflich auf den Investitionszweck Produktionsanlagen und Betriebsausstattung zur\u00fcckzuf\u00fchren. Hier ist der Anteil der investierenden Betriebe binnen Jahresfrist um zehn Prozentpunkte zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p><strong>Hintergrundinformation<\/strong><\/p>\n<p>Das Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (IAB) l\u00e4sst seit 1993 j\u00e4hrlich Betriebe im Rahmen des IAB-Betriebspanels durch TNS Infratest Sozialforschung befragen. Die Auswertung f\u00fcr Hessen erfolgt durch das Institut f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Kultur. Finanziert werden die hessischen Zusatzauswertungen durch das Hessische Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit sowie dem Europ\u00e4ischen Sozialfonds.<\/p>\n<p>Das IAB erfasst viermal j\u00e4hrlich das gesamte Stellenangebot f\u00fcr Deutschland Im Bundesgebiet wurden f\u00fcr das erste Quartal 2011 400.000 mehr offene Stellen gemeldet als ein Jahr zuvor. F\u00fcr 2011 liegen derzeit noch keine Daten f\u00fcr die einzelnen L\u00e4nder vor. Es ist davon auszugehen, dass Hessen ebenfalls von diesem Anstieg profitiert hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Frankfurt. Nachdem Hessen die schwere Wirtschaftskrise besser \u00fcberstand als erwartet, stellt sich die Frage nach Folgeeffekten. Wie wirkt sich die verbesserte konjunkturelle Situation auf die betriebliche Gesch\u00e4ftspolitik aus? 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