{"id":87601,"date":"2011-06-24T06:02:42","date_gmt":"2011-06-24T06:02:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=87601"},"modified":"2011-06-27T06:03:08","modified_gmt":"2011-06-27T06:03:08","slug":"teilnahme-an-eucharistie-gradmesser-fur-kirchliches-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=87601","title":{"rendered":"Teilnahme an Eucharistie Gradmesser f\u00fcr kirchliches Leben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>Mit Gottesdiensten und Prozessionen feierten die Katholiken am Donnerstag das Fronleichnamsfest. Eine der gr\u00f6\u00dften Fronleichnamsprozessionen in Hessen fand in Fulda statt, wo das Fest seit \u00fcber 700 Jahren begangen wird. \u00dcber 3.000 Gl\u00e4ubige zogen hier nach einem Gottesdienst im \u00fcberf\u00fcllten Hohen Dom unter zun\u00e4chst sonnigem, dann wolkenverhangenem Himmel durch die mit frischem Birkengr\u00fcn, bunten Blumenteppichen und gelb-wei\u00dfen Fahnen geschm\u00fcckte Innenstadt. Die dramatische Verringerung der Teilnahme an der Sonntagsmesse in den letzten Jahrzehnten treffe die Kirche in ihrem Kern viel mehr, als viele bisher vermutet h\u00e4tten, hob Bischof Heinz Josef Algermissen in seiner Predigt hervor.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eDie Teilnahme an der sonnt\u00e4glichen Feier der Eucharistie ist ein feiner Gradmesser f\u00fcr die sonstige Teilnahme am kirchlichen Leben.\u201c Der erste und urspr\u00fcngliche Anlass f\u00fcr die Feier der Eucharistie sei der Sonntag, der durch die Eucharistiefeier als Feier des Herrenmahls sein spezifisches Gewicht als \u201eTag des Herrn\u201c erhalte. Darin liege der Grund, dass nach altchristlichem Brauch, der bis in das 19. Jahrhundert hinein galt und der in der Ostkirche bis heute in Kraft sei, am Sonntag in jeder Gemeinde nur eine Eucharistie als Sammlung der Gemeinde gefeiert wurde, betonte der Oberhirte.<\/p>\n<p>Am Beginn seiner Predigt hatte der Bischof herausgestellt, dass alles, was lebe, sich in Wandlung befinde. \u201eVon daher kann es nicht erstaunen, dass das Wissen um Wandlung erst recht zu den Urgegebenheiten des eucharistischen Glaubens geh\u00f6rt.\u201c Das Wort \u201eWandlung\u201c k\u00f6nne von daher am besten beschreiben, worum es in der Eucharistie gehe. Es f\u00fchre zur \u00f6sterlichen Wandlung vom Tod zum Leben, vom get\u00f6teten Leib Jesu am Kreuz des Karfreitags zum auferstandenen Christus am Ostermorgen. \u201eDie Umwandlung von Tod zu Leben ist die innere Voraussetzung daf\u00fcr, dass wir in der Feier der Eucharistie Christus als gegenw\u00e4rtig erfahren d\u00fcrfen, und zwar in seiner Hingabe f\u00fcr uns Menschen\u201c, rief der Bischof in Erinnerung.<\/p>\n<p>Die Eucharistie sei die sakramentale Vergegenw\u00e4rtigung des Kreuzesopfers Jesu Christi, wie Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika \u00fcber die Eucharistie betont habe: \u201eDie Messe macht das Opfer des Kreuzes gegenw\u00e4rtig, sie f\u00fcgt ihm nichts hinzu und vervielf\u00e4ltigt es auch nicht. Das, was sich wiederholt, ist die gedenkende Feier, durch die das einzige und endg\u00fcltige Erl\u00f6sungsopfer Christi in der Zeit gegenw\u00e4rtig wird.\u201c. Erst in diesem gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang bekomme die eucharistische Wandlung ihren tiefen Gehalt, n\u00e4mlich die Umwandlung der Gaben von Brot und Wein, so dass in diesen verwandelten Gaben der Sch\u00f6pfung der sich hingebende Christus und damit sein Leib und Blut gegenw\u00e4rtig seien, erl\u00e4uterte Algermissen.<\/p>\n<p>Der kirchliche Lehrbegriff der \u201eTranssubstantiation\u201c sei schwer zu erkl\u00e4ren, zumal in heutiger Zeit, \u201ein der wir Menschen oft nur noch in Funktionen denken und leben k\u00f6nnen \u00e2\u201d\u20ac bis dahin, dass der Mensch selbst nur noch nach seinen Funktionen eingestuft wird.\u201c Gerade da m\u00fcsse die Kirche mit dem Sakrament der Eucharistie bekennen, dass sie aus dem rein Funktionalen hinausf\u00fchre und den \u201etiefsten Grund der Wirklichkeit\u201c bezeuge. Das, was in der Eucharistie geschehe, sei keine Um-Funktionierung, sondern wirkliche Um-Wandlung von Brot und Wein. Denn mit dem Begriff \u201eSubstanz\u201c habe die Kirche gerade die oberfl\u00e4chliche Einstellung in Frage gestellt, die sich vor allem an das Greifbare, Me\u00dfbare und Funktionale halte.<\/p>\n<p>\u201eIn die Umwandlung der Gaben von Brot und Wein wird die ganze Sch\u00f6pfung mit einbezogen\u201c, fuhr Algermissen fort. Dies werde vor allem im liturgischen Akt der Gabenbereitung in den sie begleitenden Lobpreisungen Gottes bekannt. In der Darbringung von Brot und Wein, den Fr\u00fcchten der Erde und der menschlichen Arbeit erahne man nicht nur die endg\u00fcltige Verherrlichung Gottes durch die gesamte Sch\u00f6pfung, sondern in der Verwandlung der eucharistischen Gaben feierten die Christen bereits die Verwandlung der ganzen Welt am Ende der Zeiten. Auf diese universale, geradezu kosmische Dimension legte Papst Johannes Paul II. einen besonderen Akzent, als er in seiner Enzyklika \u00fcber die Eucharistie betonte: Selbst dann, wenn man die Eucharistie \u201eauf dem kleinen Altar einer Dorfkirche feiert, wird die Eucharistie immer in einem gewissen Sinn auf dem Altar der Welt zelebriert. Sie verbindet Himmel und Erde. Sie umfasst und erf\u00fcllt alles Geschaffene.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn Christus in der Eucharistie uns seinen Leib schenkt und uns so zu seinem Leib gestaltet, bedeutet die Feier der Eucharistie f\u00fcr jede Ortskirche ihre Einbeziehung in den einen Christus\u201c, so Algermissen weiter. Das wiederum meine nichts anderes als das \u201eEinswerden aller Kommunizierenden in der universalen Gemeinschaft der Kirche, die sogar Lebende und Tote verbindet\u201c. Dies komme liturgisch dadurch zum Ausdruck, dass die Eucharistie einerseits in der Gemeinschaft mit den Heiligen und mit den Toten gefeiert werde und dass sie auf der anderen Seite nur in apostolischer Tradition m\u00f6glich sei. \u201eDie Erw\u00e4hnung des Papstes und des jeweiligen Ortsbischofs im Eucharistischen Hochgebet steht deshalb daf\u00fcr, dass wahrhaft die eine Eucharistie Jesu Christi gefeiert wird.\u201c<\/p>\n<p>Man m\u00fcsse aufs Neue verstehen, dass die Heilige Eucharistie, die an Fronleichnam ganz im Mittelpunkt stehe, nicht nur Quelle und H\u00f6hepunkt, sondern auch die unbedingte Herzmitte des kirchlichen Lebens sei. \u201eNur wenn das Herz gesund ist, k\u00f6nnen auch die anderen Organe des Leibes Christi richtig leben\u201c, sagte Algermissen am Ende seiner Predigt. Der Domchor Fulda unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber sang im Gottesdienst und bei der Prozession Chors\u00e4tze aus der \u201eMissa in honorem Beatae Mariae Virginis de Loreto\u201c von V. Goller und von M. Haller, N. Wilton, H. Isaak und W. A. Mozart sowie weitere Chor\u00e4le im Wechsel mit der Gemeinde. Die Orgel spielte Domorganist Prof. Hans-J\u00fcrgen Kaiser. An den Alt\u00e4ren wirkte neben einer Bl\u00e4sergruppe auch der Domchor mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Mit Gottesdiensten und Prozessionen feierten die Katholiken am Donnerstag das Fronleichnamsfest. 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