{"id":87534,"date":"2011-06-22T06:04:47","date_gmt":"2011-06-22T06:04:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=87534"},"modified":"2011-06-26T06:05:05","modified_gmt":"2011-06-26T06:05:05","slug":"hessischer-preis-flucht-vertreibung-eingliederung-beim-hessentag-verliehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=87534","title":{"rendered":"Hessischer Preis \u201eFlucht, Vertreibung, Eingliederung\u201c beim Hessentag verliehen"},"content":{"rendered":"<p><strong><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-87535\" title=\"110622_Hauptpreis\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/110622_Hauptpreis-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/110622_Hauptpreis-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/110622_Hauptpreis.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Oberursel.<\/strong> Der Hessische Preis \u201eFlucht, Vertreibung, Eingliederung\u201c wurde erstmals von der Hessischen Landesregierung ausgelobt und beim Brauchtumsnachmittag des Bundes der Vertriebenen anl\u00e4sslich des Hessentages in Oberursel durch Herrn Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner verliehen. Der Preis ist mit 7.500 \u00e2\u201a\u00ac dotiert (Sonderpreis 2.000 \u00e2\u201a\u00ac) und zeichnet Arbeiten im thematischen Zusammenhang mit der Vertreibung und Aussiedlung von Deutschen als Folge des Zweiten Weltkrieges sowie der deutschen Kultur der Vertreibungsgebiete aus. Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner f\u00fchrte in die Verleihung des Preises ein und stellte fest, dass die Verabschiedung der Charta der deutschen Heimatvertriebenen vor \u00fcber 60 Jahren Anlass f\u00fcr die Auslobung des Preises gewesen sei. <!--more--><\/p>\n<p>Alles was 1950 kundgetan wurde, sei eingetreten. Europa sei ein Hort des Friedens und die V\u00f6lker Europas lebten in stabilen politischen und wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnissen. Die Vertriebenen und Fl\u00fcchtlinge h\u00e4tten zu dieser Entwicklung ma\u00dfgeblich beigetragen und ihre Versprechen eingehalten. Ihr Flei\u00df und ihre mitgebrachten F\u00e4higkeiten h\u00e4tten nicht unerheblich zum Wirtschaftswunder der Bundesrepublik beigetragen. \u201eDie Landsmannschaften haben schon sehr fr\u00fch durch Kontakte in die Herkunftsl\u00e4nder die Auss\u00f6hnung mit den dortigen V\u00f6lkern beispielhaft gef\u00f6rdert. Dieser Beitrag darf nicht in Vergessenheit geraten und muss sich insbesondere bei j\u00fcngeren Menschen ins Geschichtsbewusstsein einpr\u00e4gen\u201c, so Sozialminister Gr\u00fcttner.<\/p>\n<p>Der Sozialminister sprach weiter die Arbeit der Jury und die erfreuliche Tatsache an, dass mit 51 Einsendungen mehr Vorschl\u00e4ge eingegangen seien als erwartet. Er habe sich dar\u00fcber gefreut, dass sich auch j\u00fcngere Menschen beteiligt h\u00e4tten. Die Jury habe sich die Entscheidung nicht leichtgemacht, da viele preisw\u00fcrdige Vorschl\u00e4ge eingereicht worden seien. \u201eIch danke allen Personen und Institutionen, die sich an dem Preis beteiligt haben, ebenso den Mitgliedern der Jury. Mein besonderer Dank und meine Anerkennung gehen an die beiden Preistr\u00e4ger, Herrn Eckhard Scheld und Frau Eva Bendl\u201c, betonte der Sozialminister.<\/p>\n<p>Die Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung f\u00fcr Heimatvertriebene und Sp\u00e4taussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, stellte in ihrer Laudatio zun\u00e4chst den Hauptpreistr\u00e4ger, Herrn Eckhard Scheld\u00c2\u00a0 vor und berichtete, dass seine Arbeit bei der Jury allerh\u00f6chste Anerkennung gefunden habe. Sein vielf\u00e4ltiges Engagement habe zu einem gro\u00dfen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Thematik Flucht, Vertreibung, Eingliederung und gleicherma\u00dfen auch zur Vers\u00f6hnung mit den \u00f6stlichen Nachbarn bei Sch\u00fclern wie bei Lehrern gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Entscheidung zur Vergabe des Preises begr\u00fcnde sich durch das hohe Ma\u00df der Verdienste, die sich Herr Scheld \u00fcber viele Jahre im Schuldienst weit \u00fcber das vorgegebene Ma\u00df und weit \u00fcber jeden Lehrplan hinaus in dem Bem\u00fchen gemacht habe, sowohl Sch\u00fcler wie auch Lehrer mit der Kultur und Geschichte der Deutschen im Osten und dem Zusammenleben der Deutschen mit ihren dortigen Nachbarn vertraut zu machen. \u201eBesonders anzuerkennen ist dabei, dass ihre Arbeit den schmalen Grad von Sachlichkeit und Empathie stets einzuhalten wei\u00df, handelt es sich bei Flucht, Vertreibung und Eingliederung doch immer auch um gef\u00fchlsbeladene Themen\u201c, so die Landesbeauftragte.<\/p>\n<p>Durch seine Arbeit werde in besonderer Weise die Intention des Preises erf\u00fcllt, wonach besonders junge Menschen angesprochen und ermuntert werden sollen, sich mit der Geschichte Deutschlands und der Siedlungsgebiete der Deutschen im \u00f6stlichen Europa zu besch\u00e4ftigen. \u201eMich hat sehr beeindruckt, wie Sie als `Nichtvertriebener` \u00fcber einen so langen Zeitraum auf den verschiedensten Gebieten die Themen \u201eFlucht, Vertreibung, Eingliederung\u201c bearbeitet und ihre Sch\u00fcler und andere Lehrer daf\u00fcr begeistert haben\u201c.<\/p>\n<p>In ihrer Laudatio zur Sonderpreisgewinnerin Frau Eva Bendl aus Bargau verwies die Landesbeauftragte auf die Master-Arbeit unter dem Titel \u201eIch bin ein S\u00fcdm\u00e4hrer und fertig. Zur regionalen Identit\u00e4tsbildung der Vertriebenen aus S\u00fcdm\u00e4hren in Deutschland\u201c. Frau Eva Bendl habe eine sehr interessante, aufschlussreiche wissenschaftlich fundierte Master-Arbeit zur Konstruktion regionaler Identit\u00e4ten am Beispiel der S\u00fcdm\u00e4hrer \u2013 vor und nach Flucht und Vertreibung \u2013 geschrieben. Sie habe sich mit ausgefeiltem methodischem R\u00fcstzeug, hoch reflektierter Sprache und bestem wissenschaftlichen Problembewusstsein dieses wichtigen Themas der Konstruktion regionaler Identit\u00e4ten angenommen.<\/p>\n<p>\u201eMich hat sehr beeindruckt, wie ein so junger Mensch wie Sie mit gro\u00dfer Empathie aber auch mit wissenschaftlicher Sachlichkeit an das Thema Flucht, Vertreibung, Eingliederung herangegangen ist. Ihr Mitgef\u00fchl f\u00fcr die vertriebenen S\u00fcdm\u00e4hrer wird an vielen Stellen der wissenschaftlichen Arbeit deutlich\u201c, so die Landesbeauftragte am Ende der Laudatio. Frau Eva Bendl bedankte sich f\u00fcr den Sonderpreis, \u00fcber den sie sich sehr freue. Bei den Interviews zur ihrer Arbeit habe sie die Antwort einer Befragten besonders beeindruckt: \u201eWeil es nicht vergessen werden darf, dieses Kapitel der Geschichte\u201c. So sieht sie auch ihre Arbeit: \u201eMit den wenigen Mitteln die ich habe, dem Vergessen entgegentreten, deshalb mach ich das\u201c, betonte die Gewinnerin des Sonderpreises.<\/p>\n<p>Herr Studiendirektor Eckhard Scheld richtete seinen Dank f\u00fcr den Hauptpreis an das Land Hessen, die Jury und den Hessischen Sozialminister. Au\u00dferdem Herrn Gerolf Fritsche von der P\u00e4dagogischen Arbeitsgemeinschaft Mittel- und Osteuropa, mit dem er seit 23 Jahren Lehrerfortbildungsveranstaltungen durchf\u00fchre. Dieser habe den Bewerbungsvorschlag eingereicht. \u201eMeine 89-j\u00e4hrige Mutter, mein Sohn und meine Tochter sind mit mir nach Oberursel gekommen und ebenso ehemalige und jetzige Sch\u00fcler haben mich nicht allein gelassen\u201c, so Eckhard Scheld in seinen Dankesworten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Oberursel. Der Hessische Preis \u201eFlucht, Vertreibung, Eingliederung\u201c wurde erstmals von der Hessischen Landesregierung ausgelobt und beim Brauchtumsnachmittag des Bundes der Vertriebenen anl\u00e4sslich des Hessentages in Oberursel durch Herrn Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner verliehen. 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