{"id":87262,"date":"2011-06-15T10:07:38","date_gmt":"2011-06-15T10:07:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=87262"},"modified":"2011-06-16T10:08:04","modified_gmt":"2011-06-16T10:08:04","slug":"jonathan-wulff-soll-fur-die-spd-neuer-landrat-des-landkreises-fulda-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=87262","title":{"rendered":"Jonathan Wulff soll f\u00fcr die SPD neuer Landrat des Landkreises Fulda werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>Die Sozialdemokraten aus Stadt und Landkreis Fulda haben sich entschieden. Auf einem au\u00dferordentlichen Unterbezirksparteitag im B\u00fcrgerhaus von Kalbach-Heubach nominierten die Delegierten den 36-j\u00e4hrigen Juristen Jonathan Wulff aus Fulda einstimmig zum Kandidaten der SPD f\u00fcr die Landratswahl am 4. September 2011. Damit wird Jonathan Wulff zum Gegenkandidaten f\u00fcr den derzeitigen Amtsinhaber Bernd Woide von der CDU. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Paris und Marburg, dem Referendariat in Duisburg und einer beruflichen Station als Rechtsanwalt in Berlin kam Jonathan Wulff im Jahr 2007 nach Fulda.<!--more--><\/p>\n<p>Hier arbeitete er zun\u00e4chst als Referent f\u00fcr den damaligen Pr\u00e4sidenten der Hochschule Fulda. Seit 2009 ist Wulff Justiziar und stellvertretender Leiter des Hessischen Amtes f\u00fcr Versorgung und Soziales Fulda. Seit 2011 ist er, inzwischen auch in Fulda verheiratet, au\u00dferdem stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Fulda. Noch auf dem Parteitag fand Jonathan Wulff deutliche Worte f\u00fcr die Amtsf\u00fchrung von CDU-Amtsinhaber Woide. F\u00fcr einen Landrat reiche es nicht aus, in der Verwaltung Vorg\u00e4nge abzuzeichnen und auf Festivit\u00e4ten H\u00e4nde zu sch\u00fctteln. Vielmehr m\u00fcsse ein Landrat eine realistische und umsetzbare Vorstellung davon haben, wo sein Landkreis in 10 oder 20 Jahren stehen solle. \u201eModerieren, Koordinieren und F\u00fchren, das sind die Kardinalstugenden eines guten Landrats\u201c, so Jonathan Wulff in seiner Rede.<\/p>\n<p>Als Beispiel nannte Wulff den Tourismus, der f\u00fcr die l\u00e4ndlichen Gebiete des Kreises und insbesondere f\u00fcr die Rh\u00f6n wirtschaftlich von elementarer Bedeutung sei. Hier m\u00fcsse der zuk\u00fcnftige Landrat eine aktivere Rolle einnehmen. \u201eTourismus im Landkreis Fulda ist eben mehr nur als Harley Davidson\u201c, so Herausforderer Wulff. Da potentielle G\u00e4ste sich bei der Auswahl ihrer Urlaubsunterk\u00fcnfte heute vor allem an der Anzahl der \u201eSterne\u201c orientierten, m\u00fcsse unter anderem die Zertifizierung im Tourismusbereich kontinuierlich vorangetrieben werden. Als ein weiteres f\u00fcr ihn zentrales Thema nannte Jonathan Wulff die Energiegewinnung und Energieeffizienz. Hier m\u00fcsse man das Rad gar nicht neu erfinden. Andernorts gebe es zum Beispiel bereits Dachkataster sowie neutrale, kostenlose und schnelle Energieberatung.<\/p>\n<p>Den notwendigen fl\u00e4chendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes sieht Jonathan Wulff unter dem Aspekt der eigentlich selbstverst\u00e4ndlichen Teilhabe der Menschen und der \u00c2\u00a0Bertriebe in Rh\u00f6n und Vogelsberg an moderner Kommunikation. Hier rudere die CDU unter Bernd Woide gemessen an ihren Versprechen aus dem letzten Kommunalwahlkampf offensichtlich bereits wieder zur\u00fcck. Dies sei besonders problematisch, da die Entscheidung f\u00fcr oder gegen die Ansiedlung, Weiterf\u00fchrung oder \u00dcbernahme eines Betriebs von einer guten Infrastruktur in diesem Bereich abh\u00e4ngen k\u00f6nne. In Sachen Bildungspolitik k\u00fcndigte Jonathan Wulff an, sich f\u00fcr den Fall einer Amts\u00fcbernahme f\u00fcr die Einf\u00fchrung einer gebundenen Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe einzusetzen. Erst nach der Einrichtung einer solchen Schule k\u00f6nne von einer echten Wahlfreiheit der Eltern die Rede sein. Auch m\u00fcsse die Nachmittagsbetreuung sowie die U3- und Hort-Versorgung ideologiefrei ausgebaut werden.<\/p>\n<p>Am Ende seiner Rede wandte sich Landratskandidat Jonathan Wulff dem sozialdemokratischen Kernthema \u201eGute Arbeit\u201c zu. Die von der CDU und ihrem Landrat Woide ausgerufene \u201eWohlf\u00fchlregion Fulda\u201c sei bitter erkauft. Beim Anteil der problematischen Besch\u00e4ftigungsformen Zeit- und Leiharbeit sei der Landkreis Fulda deutschlandweit in der Spitzengruppe, wohingegen das Lohnniveau vergleichsweise niedrig sei. \u201eDas ist ein Negativrekord. Zeit- und Leiharbeit sind schlechter bezahlt, machen krank und f\u00f6rdern die Altersarmut\u201c, so Jonathan Wulff. Nicht ohne Grund sei die Zahl der so genannten \u201eAufstocker\u201c, also von Menschen, die trotz Erwerbst\u00e4tigkeit noch auf staatliche Hilfe angewiesen sind, im Landkreis Fulda f\u00fcr westdeutsche Verh\u00e4ltnisse ungew\u00f6hnlich hoch. Anstatt an einer \u201eWohlf\u00fchlregion\u201c f\u00fcr wenige will sich Jonathan Wulff an dem Leitbild einer gerechten und fairen Teilhabe aller Menschen im Landkreis Fulda am Gemeinwesen orientieren. \u201eDazu m\u00f6chte ich als neuer Landrat des Landkreises Fulda einen sichtbaren und nachhaltigen Beitrag leisten\u201c, so Jonathan Wulff abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Die Sozialdemokraten aus Stadt und Landkreis Fulda haben sich entschieden. 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