{"id":86998,"date":"2011-06-10T00:35:54","date_gmt":"2011-06-10T00:35:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=86998"},"modified":"2011-06-09T17:39:06","modified_gmt":"2011-06-09T17:39:06","slug":"traditioneller-priestertag-im-hotel-maritim-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=86998","title":{"rendered":"Traditioneller Priestertag im Hotel Maritim"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/110609_Priestertag.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-87000\" title=\"110609_Priestertag\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/110609_Priestertag-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/110609_Priestertag-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/110609_Priestertag.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg.<\/strong> \u201eDer Priesterberuf steht und f\u00e4llt mit der Freundschaft zu Jesus Christus \u2013 sie ist das eigentliche Abenteuer des Glaubens.\u201c Davon zeigte sich Bischof Heinz Josef Algermissen am Mittwoch im Fuldaer Dom \u00fcberzeugt. Der Bischof dankte den gut 200 Priestern und Diakonen f\u00fcr ihr Mitwirken am vielschichtigen Erneuerungsprozess im Bistum Fulda und betonte, dass nur gelebte Nachfolge auch Nachfolger hervorbringe. \u201eGeistliche Berufe sind Frucht gelebten Evangeliums, nicht Ergebnis panischer Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit.\u201c Zwar w\u00fcrden angemessene Strukturen gebraucht, die auf die Herausforderung einer kleiner gewordenen Ortskirche antworten. Aber es komme darauf an, wie gerade die Priester mit der Umbruchsituation aus dem Glauben heraus umgingen. \u201eIm Umbruch, der uns fordert, m\u00fcssen wir klar vor Augen behalten, was unsere Kompetenzen als Priester sind und wie wir unsere Kr\u00e4fte zugunsten der sakramentalen Heiligung der Menschen b\u00fcndeln k\u00f6nnen\u201c, unterstrich der Oberhirte.<!--more--><\/p>\n<p>Es brauche notwendig Menschen, die einen \u00fcberzeugend an die eigene Berufung erinnerten und sie st\u00e4rkten, hatte Algermissen zu Beginn seiner Predigt hervorgehoben.. Die Nachfolge Christi geschehe immer in Gemeinsamkeit, \u201ewie es auch \u00fcberhaupt den Christen nie ohne den Mitchristen gibt\u201c. Zwar seien die Gemeinden des Bistums mit vielem gut ausgestattet, jedoch m\u00fcsse man sich fragen, ob die \u201eGlut des Evangeliums\u201c und die \u201eLeidenschaft f\u00fcr Gott\u201c noch zu sp\u00fcren seien. Dabei schuldeten es die Priester der Welt, ihr Jesus Christus zu bringen \u201eund ihn ihm das menschliche Antlitz Gottes\u201c. Des weiteren mahnte der Bischof die br\u00fcderliche Begegnung um einer geistlichen Wegweisung und des Gespr\u00e4chs willen an. \u201eAuf dem Weg, der vor uns liegt, stehen wir vor bislang nicht gekannten Herausforderungen.\u201c Als Kundschafter auf diesem Wege seien gerade die Priester gefragt.<\/p>\n<p><strong>Vortrag \u00fcber Priestersein in sich wandelnder Gesellschaft<\/strong><\/p>\n<p>Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke begr\u00fc\u00dfte im Anschluss an den Gottesdienst die in der Orangerie (Hotel Maritim) versammelten Geistlichen, insbesondere die diesj\u00e4hrigen Jubilare unter den Geistlichen sowie die Missionare, neugeweihten Priester und Diakone und die Pension\u00e4re. Die Ver\u00e4nderungen in der Gesellschaft f\u00fchrten zu kirchlichen Ver\u00e4nderungen, die gestaltet werden m\u00fcssten. In seinem Vortrag \u201ePriestersein in einer sich wandelnden Gesellschaft\u201c ging der Pastoralpsychologe Prof. Dr. Christoph Jacobs (Borchen) auf die Aufgaben ein, die die Priester in der heutigen Umbruchszeit in der Kirche erwarteten. Diese gelte es als Chance zu begreifen. Wenn man sich der Realit\u00e4t stelle, wie sie ist, dann sei auch ein missionarischer Neubeginn m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Handlungsorientierungen f\u00fcr Priester<\/strong><\/p>\n<p>Das Priesteramt m\u00fcsse \u201eradikal sakramental\u201c sein, forderte Prof. Jacobs. Es gehe nicht darum, dass die Priester etwas \u201emachen\u201c, sondern ihre Aufgabe sei es, Christus darzustellen. Die Kirche mache nur Gott selbst. \u201eDen Himmel offen halten\u201c \u2013 so gehe Seelsorge in Zukunft, meinte der Referent. Das sakramentale Amt der Einheit auszu\u00fcben und unterschiedliche Formen von Gemeinde zusammenzuf\u00fchren, komme den Priestern als Aufgabe zu. Sie m\u00fcssten Gemeinde gr\u00fcnden, gestalten und leiten, und dies sei der Anfang eines neuen Weges, der dem Priestertum \u201eneue Strahlkraft\u201c verschaffen werde. Die Priester m\u00fcssten dem Priestertum aller Getauften dienen und Berufungen wecken und f\u00f6rdern, indem sie Gl\u00e4ubige nicht nur in den Gemeinden \u201evor Ort\u201c, sondern auch Suchende und Gl\u00e4ubige, die wie Pilger unterwegs seien, und Menschen auf dem Weg der Bekehrung begleiten. \u201eDie Zusammenarbeit unter den Priestern muss dabei selbstverst\u00e4ndlich sein\u201c, so der Referent.<\/p>\n<p>\u201eGott hat mit uns etwas vor\u201c, unterstrich Prof. Jacobs unter Betonung der zentralen Rolle der Priester, die zu \u201eMeistern des Wandels\u201c werden sollten. Dazu m\u00fcssten sie sich selbst zun\u00e4chst einmal spirituell tief verankern und nicht mehr fl\u00e4chendeckend arbeiten, sondern zeichenhaft nahe bei den Menschen sein. Um den anstehenden Wandel zu meistern, m\u00fcssten sie sich entsprechende Gestaltungskompetenzen aufbauen und dabei Unterst\u00fctzung und soziale Integration organisieren. Auch die eigenen Bed\u00fcrfnisse sollten Priester hierbei kultivieren und nach ihrem pers\u00f6nlichen \u201eWof\u00fcr\u201c fragen.<\/p>\n<p><strong>Den Wandel positiv gestalten<\/strong><\/p>\n<p>Der R\u00fcckgang der Gottesdienstbesuche an Sonntagen wie auch der kirchlichen Eheschlie\u00dfungen in den letzten Jahrzehnten bedeute laut Prof. Jacobs, dass man von der bislang gekannten Sozialform von Kirche Abschied nehmen m\u00fcsse, dass aber die Kirche in ihren Grundvollz\u00fcgen erhalten bleibe. Den Wandel gelte es theologisch positiv zu deuten, etwa als eine \u201eneue Sch\u00f6pfung\u201c durch Gott, als einen \u201eExodus\u201c mit der Befreiung von alten Lasten, als ein \u201eExil\u201c mit Erfahrung von Treue und Verinnerlichung. Die Kirche reflektiere das Licht der Botschaft Christi wie der Mond das Licht der Sonne, sie sei aber wie dieser auch zyklischen Wachstums- und Sterbensphasen unterworfen. Auch das Geheimnis von Ostern mit der Wandlung in der Eucharistie deute darauf hin, dass die Gestaltung des Wandels eine lebenslange Aufgabe sei. Mit einem blo\u00dfen Strukturwandel sei niemandem gedient.<\/p>\n<p>Eine neue Gestalt von Seelsorge werde sich herausbilden, hob der Referent des weiteren hervor. Dazu gebe es keine Alternative. Es sei f\u00fcr alle Priester eine gro\u00dfe Herausforderung, den notwendigen \u201eParadigmenwechsel\u201c in sich selbst zu vollziehen. Das altbew\u00e4hrte Paradigma \u201ePfarrgemeinde\u201c mit seiner Identit\u00e4t von Lebensraum und Ort des Glaubens sei so nicht mehr gegeben, vielmehr k\u00e4men heute unterschiedliche Gemeindemodelle (Gruppen, Schulen, Kinderg\u00e4rten etc.) auf. Im Verh\u00e4ltnis zu den 50er Jahren gebe es heute statt kleiner Pfarreien relativ gro\u00dfe Pfarrverb\u00fcnde, statt Gemeinden auf einem bestimmten Territorium Menschen in Bewegung und allgemein statt der \u201eVolkskirche\u201c nun die \u201eKirche des Volkes Gottes\u201c.<\/p>\n<p>Von daher verstehe es sich, dass es Aufgabe der Priester sei, Gemeinden neu zu gr\u00fcnden, aber auch vorhandene Grunddienste zu sichern und Schwerpunkte in der Seelsorge zu setzen. Seelsorge m\u00fcsse also gewisserma\u00dfen \u201eneu erfunden\u201c werden, n\u00e4mlich f\u00fcr die Menschen vor Ort wie auch die Menschen unterwegs, wobei alles unter der Gottesfrage stehe. \u201eDas ganze Volk Gottes ist Tr\u00e4ger der Pastoral der Zukunft\u201c, machte Prof. Jacobs deutlich. (bpf)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg. \u201eDer Priesterberuf steht und f\u00e4llt mit der Freundschaft zu Jesus Christus \u2013 sie ist das eigentliche Abenteuer des Glaubens.\u201c Davon zeigte sich Bischof Heinz Josef Algermissen am Mittwoch im Fuldaer Dom \u00fcberzeugt. 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