{"id":86779,"date":"2011-06-05T19:49:44","date_gmt":"2011-06-05T19:49:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=86779"},"modified":"2011-06-05T19:49:44","modified_gmt":"2011-06-05T19:49:44","slug":"paderborner-erzbischof-predigte-beim-bonifatiusfest-feierliche-eroffnung-der-traditionellen-bonifatiuswallfahrten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=86779","title":{"rendered":"Paderborner Erzbischof predigte beim Bonifatiusfest \u2013 Feierliche Er\u00f6ffnung der traditionellen Bonifatiuswallfahrten"},"content":{"rendered":"<p>Fulda (bpf). \u201eMit den beiden Angelpunkten seines missionarischen Wirkens \u2013 der Verankerung im Glauben an die Wahrheit Jesu Christi und der Verbundenheit mit dem Nachfolger des Petrus als dem Garanten dieser Wahrheit \u2013 erinnert uns der heilige Bonifatius heute an das Grundprinzip des Katholischen. In der Neuausrichtung auf diese beiden Angelpunkte sehe ich eine gute Grundlage f\u00fcr den angstfreien Weg in die Zukunft.\u201c Dies betonte der Erzbischof von Paderborn, Hans-Josef Becker, am Sonntag in Fulda bei sengender Hitze vor \u00fcber 9.000 Wallfahrern anl\u00e4sslich der Er\u00f6ffnung der traditionellen Bonifatiuswallfahrten. Der Erzbischof gab seinem Wunsch Ausdruck, dass Resignation und l\u00e4hmende Niedergeschlagenheit abnehmen und ein neues Feuer des Glaubens in den Christen entz\u00fcndet werden m\u00f6chten, das andere Menschen anstecken k\u00f6nne.<!--more--><br \/>\nZu Beginn seiner Predigt hatte der bisch\u00f6fliche Gast aus Paderborn den Pilgerinnen und Pilgern auf dem Domplatz seine Anerkennung und seine Freude f\u00fcr ihr treues Glaubenszeugnis ausgesprochen, aber auch deutlich gemacht, dass die Gl\u00e4ubigen sich heute auch in den sogenannten katholischen Kerngebieten mittlerweile in einer offenkundigen Minderheitssituation bef\u00e4nden. \u201eDer Glaube wird nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich weitergegeben. Wenn man fr\u00fcher darauf bauen konnte, dass in einer Familie oder in der geschlossenen Sozialstruktur einer katholischen Ortschaft die Kinder ganz automatisch die Grundbegriffe und Werte unserer Religion vermittelt bekamen, stellen wir heute fest, dass die Kette des Glaubens mehr und mehr in Gefahr ger\u00e4t, abzurei\u00dfen.\u201c Jeder, der einen solchen realistischen Blick auf die Glaubenssituation in Deutschland werfe, sei mittlerweile davon \u00fcberzeugt, dass es eines neuen missionarischen Aufbruchs bed\u00fcrfe. Das Vorbild des heiligen Bonifatius, der das Licht des Evangeliums nach Deutschland brachte, k\u00f6nne dabei helfen, neue missionarische Kraft zu wecken und zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>\u201eDas Evangelium von Jesus Christus, dem Mensch gewordenen Sohn Gottes, war dem heiligen Bonifatius die von Gott geoffenbarte Wahrheit f\u00fcr unser Leben. Der Glaube an Jesus Christus war f\u00fcr ihn die einzig wahre Antwort auf die tiefsten Fragen und auf die Ur-Sehnsucht des menschlichen Herzens.\u201c Erzbischof Becker stellte heraus, dass die Freude am Evangelium Bonifatius und seine Gef\u00e4hrten erf\u00fcllt habe. F\u00fcr Bonifatius stand aus eigener Glaubenserfahrung und auf der Grundlage seiner Berufung als M\u00f6nch und Priester der Kirche fest, dass es nur einen Einzigen gab, der die Wahrheit nicht nur lehrt, sondern selber die Wahrheit ist: Jesus Christus. Damit werde auch die Erf\u00fcllung aller Sehnsucht der Menschen verk\u00fcndet. \u201eDazu ist es unabdingbar, dass wir Christen seine Botschaft, die es zu leben und zu bezeugen gilt, immer besser kennenzulernen\u201c, unterstrich der Erzbischof. \u201eEs ist notwendig, dass wir Christen uns dieser Grundlage, das pers\u00f6nliche Verh\u00e4ltnis zu Jesus Christus, stets neu bewusst werden.\u201c Man m\u00fcsse sich selbst fragen, ob einem der Glaube an den Erl\u00f6ser Jesus Christus noch wertvoll genug sei f\u00fcr die Lebensperspektiven der n\u00e4chsten Generation.<\/p>\n<p>Bonifatius habe auf der Grundlage seiner langj\u00e4hrigen seelsorglichen Erfahrung gesehen, dass der Glaube immer wieder von Irrt\u00fcmern und Verf\u00e4lschungen bedroht sei, fuhr Becker fort. \u201eDeshalb setzte Bonifatius alles daran, die Kirche in Germanien und in Bayern mit dem Nachfolger des heiligen Petrus, mit dem Papst in Rom, zu verbinden.\u201c Der Heilige Vater sei f\u00fcr Bonifatius der Fels und Garant der Wahrheit des Evangeliums und, ausgehend davon, der Einheit der Kirche gewesen. \u201eWer die Kirche ohne den Nachfolger Petri f\u00fchren, pr\u00e4gen oder erneuern will, der sammelt nicht, sondern zerstreut.\u201c Die Geschichte der Kirche lehre einen, dass eine Trennung vom Petrusamt \u00fcber kurz oder lang in Spaltung f\u00fchre und der Glaubw\u00fcrdigkeit des Evangeliums schade. \u201eEs freut mich deshalb au\u00dferordentlich, dass sich ein gro\u00dfes Interesse am Besuch des Heiligen Vaters in unserem Land im kommenden September feststellen l\u00e4sst\u201c, betonte der Erzbischof sodann. Auch dieses gro\u00dfe Glaubensfest werde ein eindrucksvolles Bekenntnis zu Jesus Christus sein, so, wie es das Leitwort ausdr\u00fccke: \u201eWo Gott ist, da ist Zukunft\u201c. Der Paderborner Oberhirte bat die Gl\u00e4ubigen darum, durch ihr begleitendes Gebet und auch ihre Teilnahme an den Gottesdiensten ihre N\u00e4he und Solidarit\u00e4t mit Papst Benedikt auszudr\u00fccken und so ein Zeugnis von ihrer \u00dcberzeugung zu geben.<\/p>\n<p>Den Festgottesdienst feierte Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen in Konzelebration mit Erzbischof Becker, Bischof Jan Baxant (Leitmeritz, Tschechien), Weihbischof Dr. Karlheinz Diez und Weihbischof Johannes Kapp, Domdekan Monsignore Bartholomew Nannery (Plymouth, Gro\u00dfbritannien), Domkapitular Bert van der Wal (Groningen, Niederlande) sowie Generalvikar Apostolischem Protonotar Dr. Gerhard Stanke, Apostolischem Protonotar Dr. Lucian Lamza und den Pfarrern Paul Verheijen (Dokkum, Niederlande) und Joseph Ndiraba (Hoima, Uganda). Musikalisch wurde die Messfeier vom Fuldaer Jugendkathedralchor unter Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber, die Chors\u00e4tze von H. Sch\u00fctz, W. L. Webber und C. H. Parry sowie Gottesloblieder im Wechsel mit der Gemeinde sangen, sowie einem gro\u00dfen, aus mehreren Blasorchestern bestehenden Instrumentalensemble unter Leitung von Regionalkantor Ulrich Moormann mitgestaltet.<\/p>\n<p>Zu Beginn des Gottesdienstes hatte Bischof Algermissen die Gl\u00e4ubigen und besonders die Konzelebranten und G\u00e4ste aus dem Ausland begr\u00fc\u00dft. Dabei hob er hervor, dass ein Wallfahrtstag wie dieser wichtig sei, um einander im Glauben zu st\u00e4rken und sich in ihm zu vergewissern. Domdechant Prof. Dr. Werner Kathrein hatte vor Beginn des Gottesdienstes die Wallfahrer aus den Pastoralverb\u00fcnden und Pfarreien des Bistums und dar\u00fcber hinaus eine Gruppe von polnischen G\u00e4sten, die in ihrer Jugend unter der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft in Konzentrationslagern inhaftiert gewesen waren, willkommen gehei\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (bpf). \u201eMit den beiden Angelpunkten seines missionarischen Wirkens \u2013 der Verankerung im Glauben an die Wahrheit Jesu Christi und der Verbundenheit mit dem Nachfolger des Petrus als dem Garanten dieser Wahrheit \u2013 erinnert uns der heilige Bonifatius heute an das Grundprinzip des Katholischen. 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