{"id":8566,"date":"2008-04-05T00:38:01","date_gmt":"2008-04-04T22:38:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=8566"},"modified":"2008-04-04T22:56:45","modified_gmt":"2008-04-04T20:56:45","slug":"geglueckter-lebens-neustart-eine-reportage-aus-der-arbeit-der-kva","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=8566","title":{"rendered":"Gegl\u00fcckter \u201eLebens-Neustart\u201c &#8211; Eine Reportage aus der Arbeit der KVA"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/080404_reportage.jpg\" rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" title=\"080404_reportage.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/080404_reportage.thumbnail.jpg\" alt=\"080404_reportage.jpg\" align=\"left\" hspace=\"5\" \/><\/a><strong>Vogelsbergkreis.<\/strong> Herr G. ist \u00fcbergl\u00fccklich: \u201eMir geht es wieder gut, ich wusste gar nicht mehr, dass es dieses Leben auch noch gibt!\u201c Mit \u201ediesem Leben\u201c meint Herr G. ein Leben ohne Drogen, mit einem geregelten Tagesablauf und einer Besch\u00e4ftigung: Er hat Anfang des Jahres seine Umschulung im Vogelpark Schotten begonnen, die ihm die Rentenversicherung bewilligt hat.<!--more--><\/p>\n<p>In 2009 kann er die Pr\u00fcfung zur \u201eFachkraft zur Arbeits- und Berufsf\u00f6rderung in Werkst\u00e4tten f\u00fcr behinderte Menschen\u201c ablegen. Doch bis hierher war es ein weiter Weg.<\/p>\n<p>Landrat Rudolf Marx, Dezernent f\u00fcr die Kommunale Vermittlungsagentur, freut sich \u00fcber den pers\u00f6nlichen Erfolg von Herrn G. Beispielhaft werde hier deutlich, dass ein erfolgreicher \u201eLebens-Neustart\u201c durch zuverl\u00e4ssige Hilfe von KVA Schottener Reha und vor allem durch das Entdecken der eigenen Kr\u00e4fte\u201c m\u00f6glich geworden sei.<\/p>\n<p>Die hervorragende Netzwerkstruktur unterschiedlicher Einrichtungen im Vogelsbergkreis und die hohe Kompetenz aller handelnden Personen zeige erneut die Richtigkeit, \u201edass wir mit der Option, also mit der eigenen Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Arbeit suchende Menschen, genau auf dem richtigen Weg sind\u201c, stellt der Landrat heraus. Der Landkreis mit seiner KVA sei erfolgreich und k\u00f6nne Menschen neue Perspektiven bieten, \u201eweil wir die Ressourcen in der Region konsequent in die Arbeit unserer Kommunalen Vermittlungsagentur integrieren\u201c, so Marx.<\/p>\n<p>Herr G. erz\u00e4hlt freim\u00fctig seine Lebensgeschichte, die seit seiner Konfirmandenzeit von Alkohol- und Drogenkonsum gepr\u00e4gt war: \u201eDamals ging es mit Alkohol los, jedes Wochenende. Es ging dann eigentlich nur noch bergab bis zu meinem 47. Lebensjahr\u201c, erinnert er sich. Eine typische Drogenkarriere nahm ihren Lauf: Vom Alkohol ging es \u00fcber LSD und Kokain bis schlie\u00dflich zum Heroin. Geld zur Beschaffung war zun\u00e4chst noch aus dem eigenen Gesch\u00e4ft da, bis er es schlie\u00dflich wegen der angeh\u00e4uften Schulden schlie\u00dfen musste.<\/p>\n<p>Der totale Einbruch kam Ende 2005, als Herr G. \u201enoch mal alles und davon auch noch zu viel\u201c genommen hatte: Er wurde nach Gie\u00dfen ins Krankenhaus eingewiesen, hatte \u201ebitterb\u00f6se Halluzinationen\u201c und sollte aus dem Krankenhaus heraus direkt weiter zu Entgiftung und Entzug. \u201eBis zur Zusage der Rentenversicherung f\u00fcr den Entzug musste ich rund sechs Wochen \u00fcberstehen\u201c, erz\u00e4hlt Herr G., \u201eich habe ich mich zu Hause eingeschlossen aus Angst vor einem R\u00fcckfall.\u201c<\/p>\n<p>Dann sollte er zur Adaption und Wiedereingliederung in eine Klinik in Eschenburg. Nach nur drei Tagen brach er die Adaption (= letzte Phase einer Drogenentw\u00f6hnungsbehandlung) ab und nahm Kontakt mit der Kommunalen Vermittlungsagentur auf, um nach gangbaren Alternativen zu suchen.<\/p>\n<p>Hier traf er auf die Rehaberaterin Doris Haberzettl, die gemeinsam mit Herrn G. und dem zust\u00e4ndigen Vermittler Holger Will nach einem anderen Weg suchte und ihn auch fand.  \u201eZun\u00e4chst einmal mussten wir einen Weg finden der Rentenversicherung zu beweisen, dass Herr G. motiviert ist und wirklich an sich arbeiten will\u201c, schildert Doris Haberzettl den Beginn der Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Diese Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr das Durchhalteverm\u00f6gen war schlie\u00dflich ein rund halbj\u00e4hriges Praktikum, das in Absprache mit Cornelia Reinders, Bereichsleiterin der Werkstatt f\u00fcr behinderte Menschen in der Gemeinn\u00fctzigen Schottener Reha im dortigen Vogelpark stattfinden konnte.<\/p>\n<p>\u201eHerr G. war von Anfang an hoch motiviert und hat die ihm \u00fcbertragenen Aufgaben sorgf\u00e4ltig ausgef\u00fchrt. Er arbeitet einfach gerne, eher zu viel als zu wenig, und ist dadurch ein gutes Vorbild f\u00fcr andere\u201c, lobt Frau Reinders. Nach der Praktikumsphase wurde eine gemeinn\u00fctzige Besch\u00e4ftigung f\u00fcr Herrn G. im Vogelpark geschaffen. Arbeiten im Gehegebau, beim Anlegen von Wegen sowie bei der F\u00fctterung und Tierpflege geh\u00f6rten zu den t\u00e4glichen Aufgaben.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Besch\u00e4ftigung stellte Herr G. seinen Antrag auf Weiterbildung zur Gepr\u00fcften Fachkraft als Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben durch die gesetzliche Rentenversicherung \u2013 unterst\u00fctzt durch die F\u00fcrsprache aller Beteiligten, die ihn auch zum Gespr\u00e4ch nach Bad Nauheim begleiteten, um den Entscheidungstr\u00e4ger bei der Rentenversicherung von Herrn G. und seiner Eignung zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Bald kommt der Umschulungsvertrag, die Weiterbildung ist bewilligt. Und ein gl\u00fccklicher Herr G. schmiedet weiter Pl\u00e4ne f\u00fcr seine Zukunft: \u201eIch will nat\u00fcrlich erst einmal die Pr\u00fcfung bestehen, dann kann ich vielleicht hier im Haus als Gruppenhelfer arbeiten. Au\u00dferdem ist in Zukunft auch wichtig, dass ich wieder einen F\u00fchrerschein habe.\u201c Darauf arbeitet er hin, indem er ein Jahr lang Urinproben abgibt und nachweist, dass er drogenfrei ist.<\/p>\n<p>\u201eIch gehe von Anfang an und bis heute noch regelm\u00e4\u00dfig in die Selbsthilfegruppe, jede Woche. Wenn einer von den Drogen loskommen will, kommt\u00e2\u20ac\u2122s auf ihn selbst an\u201c, ist Herr G. \u00fcberzeugt. Er habe selbst jede Hilfe angenommen, Therapie gemacht, regelm\u00e4\u00dfig die Gruppe besucht \u2013 alles was ihm helfen konnte durch zu halten, \u201esonst w\u00e4re der Schuss nach hinten los gegangen\u201c.<\/p>\n<p>Auf zwei Dinge ist Herr G. besonders stolz: Darauf, dass seine inzwischen erwachsene Tochter trotz seiner Drogenabh\u00e4ngigkeit stark geblieben und nicht seinem schlechten Beispiel gefolgt ist. Und er ist auch stolz auf sich selbst, darauf, dass er so weit gekommen ist: \u201eMeine Tochter soll sich nicht mehr f\u00fcr mich sch\u00e4men m\u00fcssen. Wir bauen jetzt wieder ein gutes Verh\u00e4ltnis zueinander auf \u2013 auch daf\u00fcr lohnt es durch zu halten.\u201c<\/p>\n<p><strong>Das Foto zeigt von links:<\/strong> Michael Schellhaas (WfbM-Mitarbeiter Vogelpark), Cornelia Reinders (Bereichsleiterin der Werkstatt f\u00fcr behinderte Menschen \u2013 WfBH \u2013 in der Gemeinn\u00fctzigen Schottener Reha), Herr G. mit einem Sch\u00fctzling, Holger Will (Vermittler in der KVA) und Doris Haberzettl (Reha-Beraterin in der KVA). Foto: Vogelsbergkreis<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vogelsbergkreis. 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