{"id":85462,"date":"2011-05-04T00:51:46","date_gmt":"2011-05-04T00:51:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=85462"},"modified":"2011-05-04T05:52:05","modified_gmt":"2011-05-04T05:52:05","slug":"botschafter-giro-aus-der-republik-belarus-zu-besuch-bei-ob-moller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=85462","title":{"rendered":"Botschafter Giro aus der Republik Belarus zu Besuch bei OB M\u00f6ller"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda <\/strong>(mb). Fulda sei eine wundersch\u00f6ne Stadt. \u201eWir kommen gerne wieder,\u201c sagt Botschafter Andrei Giro in geschliffenem Deutsch. Gemeinsam mit Yulia Ilyina, Presse- und Kulturattache an der Berliner Botschaft, besuchte der Vertreter der Republik Belarus (Wei\u00dfrussland) Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller im Stadtschloss und warb f\u00fcr sein Land als Industriestandort. \u201eWir hoffen darauf, dass deutsche Investoren noch aktiver werden.\u201c Anlass der Begegnung war ein Vortrag Giros vor Mitgliedern und G\u00e4sten der Fuldaer Sektion f\u00fcr Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) \u00fcber \u201eBelarus \u2013 Br\u00fccke zwischen Ost und West.\u201c  F\u00fcr die GfW dankte Sektionsleiter Michael Trost Fuldas Verwaltungschef f\u00fcr die Gelegenheit des Gedankenaustauschs.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-85467\" title=\"110503_Giro_M\u00f6ller1\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/110503_Giro_M\u00f6ller1-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" \/> <img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-85468\" title=\"110503_Giro_M\u00f6ller2\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/110503_Giro_M\u00f6ller2-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" \/><!--more--><\/p>\n<p><strong>Wichtiger Handelspartner<\/strong><\/p>\n<p>Seit anderthalb Jahren ist Giro Wei\u00dfrusslands Botschafter in Berlin. Sein Ziel, in jedem Bundesland und in m\u00f6glichst vielen St\u00e4dten einen Antrittsbesuch machen zu k\u00f6nnen. Derzeit ist die Republik Belarus in Berlin und Bonn vertreten. In K\u00fcrze soll ein Generalkonsulat in M\u00fcnchen folgen.  Deutschland ist f\u00fcr die ehemalige Sowjetrepublik der wichtigste Wirtschaftspartner in Europa. Zu 60 Prozent f\u00fchrt Wei\u00dfrussland Maschinen und Technologien aus der Bundesrepublik ein. Umgekehrt exportieren belarussische Unternehmen vor allem Chemieprodukte und Agrartechnik wie Traktoren der Marke Belarus oder auch schwere Muldenkipper des Typs Belaz f\u00fcr den Bergbau in den europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum. Der Grund: Zu Sowjetzeiten waren  gro\u00dfe Fabriken aufgebaut worden,  Erd\u00f6lraffinerien ebenso wie Maschinenbaukombinate. Nach dem Zusammenbruch, so erl\u00e4utert Giro, habe die Republik Belarus neue Absatzm\u00e4rkte suchen m\u00fcssen. Dennoch sei Russland nach wie vor der wichtigste  Absatzmarkt und Partner als Energielieferant. Eine alternative Bezugsquelle f\u00fcr Gas und \u00d6l sei nur bedingt in Sicht.<\/p>\n<p><strong>Privatisierung<\/strong><\/p>\n<p>Die Republik bem\u00fche sich nun, das Erbe der Sowjetunion zu modernisieren. Derzeit l\u00e4uft als \u201eGro\u00dfprojekt die Privatisierung.\u201c Noch liegt die Arbeitslosenquote in Wei\u00dfrussland bei nur 0,7 Prozent, merkt Giro an. Nach der Privatisierung werde sich das sicherlich \u00e4ndern.<br \/>\nBelarus\u00c2\u00b4 Botschafter betont jedoch, dass die Regierung alles unternehmen werde, um den Transformationsprozess sozial vertr\u00e4glich zu gestalten.<\/p>\n<p><strong>Abnabelungsprozess<\/strong><\/p>\n<p>Inzwischen laufe der Abnabelungsprozess von Moskau.  Hilfreich ist die eigene Sprache der Wei\u00dfrussen. \u201ePolen, Tschechen verstehen uns besser als die Russen.\u201c Neben der Sprache tr\u00e4gt vor allem die lange Geschichte zur eigenen Identit\u00e4t des Landes und seiner Menschen bei. So hatte sich im Mittelalter mit dem Gro\u00dff\u00fcrstentum Litauen ein mitteleurop\u00e4isches Reich aus Wei\u00dfrussland, Polen und Litauen herausgebildet, indem Altbelarussisch die Amtssprache war. Auf den wei\u00dfrussischen Buchdrucker, Francysk Skorina, geht die 1517 in Prag gedruckte erste Bibel in slawischer Sprache zur\u00fcck. Das Gro\u00dfreich zerfiel. 1792 fiel Wei\u00dfrussland nach der polnischen Teilung schlie\u00dflich an Russland. Danach folgten 70 Jahre Sowjetherrschaft. 12 Jahre besteht mittlerweile zwischen Russland und Belarus eine Union. \u201eWir sehen uns als Land im \u00dcbergang,\u201c f\u00fcgt Wei\u00dfrusslands Botschafter an und betont, \u201ewir bewegen uns in punkto Demokratie langsam in die richtige Richtung.\u201c<\/p>\n<p><strong>Tschernobyl<\/strong><\/p>\n<p>Bei seinem Besuch im Stadtschloss streifte Giro auch die Folgen des Reaktorungl\u00fccks von Tschernobyl vor 25 Jahren.  Die Verluste durch die Nuklearkatastrophe f\u00fcr sein eigenes Land bezifferte Wei\u00dfrusslands Botschafter auf 235 Milliarden Euro, das bedeutet mehr als 30 Jahreshaushalte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (mb). Fulda sei eine wundersch\u00f6ne Stadt. \u201eWir kommen gerne wieder,\u201c sagt Botschafter Andrei Giro in geschliffenem Deutsch. 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