{"id":85375,"date":"2011-05-02T06:57:44","date_gmt":"2011-05-02T06:57:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=85375"},"modified":"2011-05-02T06:57:44","modified_gmt":"2011-05-02T06:57:44","slug":"sehbehinderte-testen-fusgangerquerungsanlagen-der-petersberger-strase-fazit-lebensgefahrlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=85375","title":{"rendered":"Sehbehinderte testen Fu\u00dfg\u00e4ngerquerungsanlagen der Petersberger Stra\u00dfe &#8211; Fazit: lebensgef\u00e4hrlich!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Bild-1-Haltestelle-Dietzenhofer-Stra\u00dfe.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-85376\" title=\"Bild 1 Haltestelle Dietzenhofer Stra\u00dfe\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Bild-1-Haltestelle-Dietzenhofer-Stra\u00dfe-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" \/><\/a>Fulda. Am 27.April f\u00fchrten blinde und sehbehinderte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger von der \u201eInteressengemeinschaft barrierefreies Fulda (IGbFD) e.V.\u201c gemeinsam mit der Bezirksgruppenleiterin Irene Kersting (blind) vom \u201eBlinden- und Sehbehindertenbund Hessen, Bezirksgruppe Fulda\/Osthessen (BSBH)\u201c eine Testbegehung der neu errichteten Kreuzungen und Einm\u00fcndungen an der Petersberger Stra\u00dfe durch. Angeleitet wurden die Probanden vom Ingenieurb\u00fcro Barrierefreies Planen und Bauen Fulda durch Wendelin M\u00fchr.<\/p>\n<p>Die \u00fcber dreist\u00fcndige Erforschung der Querungsanlagen f\u00fchrten zu einem erschreckenden Ergebnis. Zwar seien taktile Orientierungshilfen mit Noppen und Rillen quer im Gehweg bis zu dem knapp 3 cm hohen Rundbordstein eingebaut, aber viele Ampelmasten st\u00e4nden zu weit entfernt von den Bodenindikatoren, so dass die Drucktaster an den Masten nicht erreichbar seien und dadurch die Ungewissheit bestehe, ob an diesem \u00dcbergang \u00fcberhaupt eine Signalregelung vorhanden sei. Hier bestehe die Gefahr, dass blinde Personen bei rotem Signal die Fahrbahn \u00fcberqueren. &#8220;Das ist lebensgef\u00e4hrlich&#8221;, erkl\u00e4rt die Interessengemeinschaft.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Problematik Fu\u00dfg\u00e4ngerquerungsanlagen:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Bild-2-Querungsstelle-Ratgarstra\u00dfe1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-85378\" title=\"Bild 2 Querungsstelle Ratgarstra\u00dfe\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Bild-2-Querungsstelle-Ratgarstra\u00dfe1-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" \/><\/a>\u201eIch finde den Signalmast nicht\u201c, sagt Irene Kersting nach dem Betreten der Mittelinsel an der Querungsstelle Ratgarstra\u00dfe. \u201eDer Mast steht an der falschen Stelle\u201c, so Martin Koch vom IGbFD (hochgradig sehbehindert). Diese Querungsgestaltung st\u00f6\u00dft bei allen Probanden auf Unverst\u00e4ndnis. Martin Koch erkennt keine sichere Bordsteinf\u00fchrung. \u201eWarum sind die Randeinfassungen der Rampen\u00fcberfahrt f\u00fcr die Rollstuhlbenutzer wei\u00df gestaltet und die Sehbehindertenquerungen mit grauen Rundborden ausgestaltet?\u201c, fragte er. \u201eUnd was bedeuten diese Rillen auf dem Rampenbord, die zum Teil mit Stra\u00dfenschmutz belegt sind?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSie sind f\u00fcr Rolli-Nutzer bedeutungslos\u201c, erkl\u00e4rte M\u00fchr, \u201esie waren vor einigen Jahren als Richtungsstreifen f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen gedacht.\u201c Werner Auth vom IGbFD (sehbehindert) fragt: \u201eWarum werden Stra\u00dfenrandbausteine nicht wie am Abtstor verwendet?&#8221; Dort befinden sich wei\u00dfe tastbare Kanten f\u00fcr uns Sehbehinderte und einfache kurze Rampen f\u00fcr die Fahrenden.\u201c Das sind einige von vielen Fragen, die w\u00e4hrend der Begehung entstanden und von den zust\u00e4ndigen \u00c4mtern beantwortet werden sollten, schreibt die IG.<\/p>\n<p><strong>Problematik Bushaltestellen:<\/strong><\/p>\n<p>Bereits der erste Test einer Bushaltestelle gibt R\u00e4tsel auf. \u201eHier ist eine Querungsstelle\u201c, sagt Irene Kersting, \u201ediese Noppen sind f\u00fcr Querungsstellen zust\u00e4ndig\u201c, erz\u00e4hlt sie. \u201eAber hier liegen Rillen parallel zur Bordsteinkante\u201c, erkl\u00e4rt Martin Koch, \u201edass ist das Einstiegsfeld einer Bushaltestelle.\u201c Werner Auth steht daneben und wundert sich und sagt: \u201eDie Haltestellen Am Seeseberg haben wiederum andere Strukturen.\u201c Die verlegten Bodenindikatoren seien alle abweichend von den bisher bekannten Haltestellen gegen\u00fcber der Stadt und sollten unbedingt angepasst werden.<\/p>\n<p>Weiterhin wurde u. a. festgestellt, die Bodenindikatoren bestehen aus \u00fcberholten Strukturen mit mangelhafter Qualit\u00e4t, die mit dem Langstock schlecht ertastbar sind. Sie befinden sich in ungleichm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden zu den Signalgebern und werden auch durch Sch\u00e4chte unterbrochen. \u00dcber die Bodenindikatoren ist kein Unterschied zwischen einer signalisierten Querung und nicht signalisierten Querung zu erkennen. Ein visuell taktiler Trennstreifen zwischen Geh- und Radweg wurde nicht eingebaut. Die im Gehweg stehenden grauen Masten f\u00fcr Verkehrsschilder und Wegweiser seien gef\u00e4hrliche Hindernisse f\u00fcr die Fu\u00dfg\u00e4nger, besonders bei den schmalen Gehwegen.<\/p>\n<p>Die IGbFD kommt zur Erkenntnis, dass die Querungsstellen nicht konsequent nach Normen und Regelwerken unter Ber\u00fccksichtigung der Belange mobilit\u00e4tsbehinderter Menschen umgesetzt wurden. Hier h\u00e4tten Planer und Entscheidungstr\u00e4ger nicht im Detail genau das Fachwissen aus den technischen Regelwerken umgesetzt und der Sensibilit\u00e4t der Menschen mit Behinderung Rechnung getragen. In Fulda leben \u00fcber 10.000 Menschen mit Behinderung, die einen barrierefreien Stra\u00dfenraum erwarten.<\/p>\n<p>Die IGbFD fordert einen Erfahrungsaustausch mit den zust\u00e4ndigen \u00c4mtern, um die Verkehrssicherheit f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mit Behinderung an der hochfrequentierten Bundesstra\u00dfe nachtr\u00e4glich herzustellen. Irene Kersting (BSBH) und die IGbFD empfehlen blinden und sehbehinderten Personen die Querungsstellen in der Petersberger Stra\u00dfe nur mit Begleitperson zu nutzen oder sie, wenn m\u00f6glich zu vermeiden, solange keine baulichen Ver\u00e4nderungen vorgenommen wurden. Die IGbFD schl\u00e4gt vor, dass die Verkehrsanlagen sowohl in der Stadt Fulda als auch in den Gemeinden Petersberg und K\u00fcnzell zu einer einheitlichen selbstredenden barrierefreien Netzgestaltung f\u00fcr alle Fu\u00dfg\u00e4nger erschlossen werden sollen. Weitere Fotobeispiele vom durchgef\u00fchrten Test werden in K\u00fcrze auf der Webseite <a href=\"http:\/\/www.igbfd.de\/\">www.IGbFD.de<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Am 27.April f\u00fchrten blinde und sehbehinderte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger von der \u201eInteressengemeinschaft barrierefreies Fulda (IGbFD) e.V.\u201c gemeinsam mit der Bezirksgruppenleiterin Irene Kersting (blind) vom \u201eBlinden- und Sehbehindertenbund Hessen, Bezirksgruppe Fulda\/Osthessen (BSBH)\u201c eine Testbegehung der neu errichteten Kreuzungen und Einm\u00fcndungen an der Petersberger Stra\u00dfe durch. 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